Mit "gestressten Wellen" zum Sieg

8. Mai 2011, 19:31
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Physiker Philipp Ambichl zeigte beredt beim Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation wie Schall "erzogen" wird

Wien - "Jeder braucht einen Trainer - auch eine Welle." So simpel kann theoretische Physik sein, wenn sie publikumsgerecht erklärt und für einen Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation noch einmal so richtig "aufgemascherlt" wird. Mit dem - vorerst noch rechnerischen - Phänomen, dass Schallwellen eigentlich dazu "erzogen" werden könnten, sich nur in eine bestimmte Richtung auszubreiten, sicherte sich Samstagabend Philipp Ambichl von der TU Wien den mit 2.000 Euro dotierten Hauptpreis im "FameLab"-Finale 2011.

Sollte sich Ambichls Theorie bewahrheiten, könnten etwa Fußballtrainer künftig ihre Spieler nach Herzenslust anbrüllen, ohne von der gegnerischen Mannschaft gehört zu werden. Viel bodenständiger gab sich die zweitplatzierte Katharina Jaksch vom Naturhistorischen Museum Wien, die sich den Verwandtschaftsverhältnissen links- und rechtsgewundener Schnecken widmete. Wolfgang Hintringer von der Uni Wien sorgte mit der Frage, warum ein bestimmtes Neuron ausgerechnet Jennifer Aniston erkennt, für beachtliche Heiterkeit im Kuppelsaal der TU Wien und für ausreichend Jurystimmen, um den dritten Platz unter den zehn Finalisten zu erringen.

Plädoyer für den Kürbis

Bei dem mittels Applaus-Lautstärke ermittelten Publikumspreis drehten sich die ersten Plätze um, hier lagen die Schnecken vor den Wellen; an die dritte Stelle konnte sich Svjetlana Medjakovic mit einem Plädoyer für den Kürbis als Schritt zu kerniger Männergesundheit setzen. Der Ö1-Audiopreis ging an Georg Haimel für "schweinische" Inselzellen als Rezept gegen Diabetes.

Insgesamt waren zehn junge Wissenschafter angetreten, um ein Forschungsthema verständlich, originell und spannend vor Publikum zu präsentieren. Die sechs Männer und vier Frauen hatten sich in Vorrunden in Wien, Graz und Innsbruck für das Finale qualifiziert. Für ihre jeweils dreiminütige Präsentation durften sie nur Dinge als Requisiten verwenden, die rasch aufgestellt oder am Körper getragen werden können. Powerpoint-Präsentationen oder sonstige computergestützte Werkzeuge sind verpönt.

Internationaler Bewerb am 11. Juni

Philipp Ambichl wird Österreich am 11. Juni beim renommierten Cheltenham Science Festival in Großbritannien vertreten, wo die Gewinner der nationalen "FameLab"-Wettbewerbe aus 17 Nationen gegeneinander antreten. "FameLab" ist ein 2005 vom Cheltenham Science Festival initiierter Wettbewerb, der darauf abzielt, Talente aus dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation ausfindig zu machen. Seit 2007 findet der Wettbewerb auf Initiative des British Councils zeitgleich in zahlreichen Ländern - darunter Österreich - statt. (APA)

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Der theoretische Physiker Philipp Ambichl (zweiter von rechts) ist Gewinner von FameLab Austria 
2011.
    foto: science2public

     

    Der theoretische Physiker Philipp Ambichl (zweiter von rechts) ist Gewinner von FameLab Austria 2011.
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