Anekdoten aus Cupertino

Neue Einblicke in Apples Firmenkultur

8. Mai 2011, 11:50

Das Fortune-Magazin hat neue Anekdoten und Zitate rund um Steve Jobs und Apple veröffentlicht

Ehemalige Mitarbeiter gewähren - oft anonym - immer wieder Einblicke in die Firmenkultur von Apple. So wurde bereits von einer Spezialeinheit berichtet, die im Konzern Mitarbeiter ausfindig machen soll, die Informationen zu neuen Produkten an die Medien weitergeben. Fortune-Autor Adam Lashinsky hat nun in hunderten Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern und vertrauten Personen weitere bislang nicht bekannte Anekdoten rund um den Konzern aus Cupertino und dessen CEO Steve Jobs ausgegraben.

MobileMe-Desaster

Eine der zentralen Anekdoten dreht sich um den Launch des MobileMe-Services im Sommer 2008 zeitgleich mit dem iPhone 3G. Wie der WebStandard damals berichtete, war dieser Start von zahlreichen Pannen begleitet. So hatten etwa 20.000 Nutzer mehrere Wochen keinen Zugriff auf den kostenpflichtigen Online-Dienst für Kontakte, E-Mails und Kalender. Jobs soll laut Bericht das gesamte MobileMe-Team daraufhin zu einem Meeting gerufen und den Mitarbeitern die Leviten gelesen haben. Er soll den Mitarbeitern gesagt haben, sie sollten sich gegenseitig dafür hassen, dass sie sich gegenseitig im Stich gelassen hätten. Bei dem Meeting habe der Apple-Chef auch gleich neue Verantwortliche für MobileMe ernannt.

Hausmeister oder Vice President

Legendär sei auch Jobs Ansprache, die er für jeden neuen Vice President (VP) halte. Lashinsky nennt sie die Rede vom Unterschied zwischen dem Hausmeister und dem Vice President. So soll Jobs frischgebackenen VPs erklären, dass es für sie keine Entschuldigungen für Fehler mehr gebe. Könne der Hausmeister den Mistkübel in Jobs Büro nicht entleeren, weil die Schlösser vertauscht wurden und er keinen neuen Schlüssel besitze, so sei das eine akzeptable Entschuldigung für jemanden, der seinen Lebensunterhalt mit dem Entleeren von Mülleimern verdiene. "Wenn du der Hausmeister bist, zählen die Ursachen", so Jobs. Wenn man zum VP ernannt werde, sei das nicht mehr der Fall.

"Firmendiktator"

Jobs sei ein "Firmendiktator", der jede Entscheidung bei Apple selbst fälle, und sei es nur das Design der Shuttle-Busse für die Mitarbeiter oder die Wahl des Speiseplans in der Kantine. Dabei würden 90 Prozent aller Mitarbeiter den CEO niemals persönlich kennenlernen. In einer internen Weiterbildungseinrichtung - die vom ehemaligen Dekan der Yale School of Management geleitete Apple University - würden Mitarbeiter unter anderem bereits auf die Zeit vorbereitet, wenn Steve Jobs nicht mehr CEO des Konzerns ist. (red)

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Jakob Egger
00
14.5.2011, 10:29

Den (lesenswerten) Originalartikel kann man als Kindle-Single für 80cent von Amazon kaufen:
http://www.amazon.de/Inside-Ap... 745&sr=8-1

Magnetische Banane
04
10.5.2011, 00:32
Sie werden Steve Jobs lieben ...

... nachdem Sie das gesehen haben, wetten?

http://www.youtube.com/watch?v=UF8uR6Z6KLc

Hobin Rood
00
10.5.2011, 07:11

Einfach großartig. Fast schon wie ein Vermächtnis. Kannte die Rede schon, aber man kann sie immer wieder hören. Und immer wieder lernen.

Aber wetten, dass in diesem Forum viele Jobs dafür lieben werden, wenn sie sich das überhaupt anhören, würde ich nicht. Ich wette auf das Gegenteil.

fat albert1
00
11.5.2011, 20:27

Du darfst nicht vergessen, der gemeine Österreicher ist stolz darauf, ein süffisanter Kritiker und Nörgler zu sein.
Es ist viel einfacher, etwas zu kritisieren als etwas zu schaffen.

lawiesalon
 
40
kontrolle ist das gegenteil von innovation

sehr grenzwertig, der gute. hat schon ein bissl was von altersstarrsinn. ist ihm nicht klar, dass innovation nur dann funktioniert, wenn man von zeit zu zeit ein ding sauber an die wand fährt und davon mehr lernt als von zehn erfolgen en suite? ab in die pensi!

badoli from Hell
01
10.5.2011, 11:30
Blödsinn.

Kontrolle != Kontrolle. Dass Jobs seinen Managern kaum traut, wundert mich nicht. Die meisten Manager denken rein mit dem Geldbörserl und das ist definitiv noch kontraproduktiver für Innovation als zuviel Micromanagement.

Und was man dem Applekonzern seit dem Wiedereinstieg von Jobs auf keinen Fall vorwerfen kann ist Innovationslosigkeit. Seit damals jagt ein Verkaufsschlager (mit kleinen Rückschlägen) den anderen. Jobs hat sogar sein Pet-Project, den Tablett-PC erfolgreich unter die Leute gebracht.

Ich persönlich mag Apple auch nicht, aber unter Jobs hat Apple einen beispiellosen kreativen Höhenflug erlebt und das gehört annerkannt. Sein Führungsstil scheint für dieses Unternehmen eben zu funktionieren.

ExApfel
40

Völliger Kontrollfreak der liebe Steve.
Und scheinbar ist ihm fad.

Aber bei dem Funktionsumfang und den Beschränkungen des iKlumpats ja kein Wunder.

Hobin Rood
00

Gähn...

Yossarian
04
Wem Jobs Führungsstil nicht gefällt

sollte sich einmal die Presseaussendungen der AUA der letzten Jahre zu gemüte führen:
- der böse Vulkan
- die hohen Treibstoffpreise
- SARS
- das Erdbeben/Tsunami
- die hohen Treibstoffpreise
- der niedrige Dollar
- die bösen Terroristen
- die Finanzkrise
- das schlechte Wetter
- die bösen Billigflieger
- die Schweinegrippe

So viele Ursachen, warum es der AUA so schlecht geht.

neeeed
42
also bitte

dieser artikel beinhaltet aber nun wirklich nichts besonderes oder neues - sinnloser artikel

Zbigniew Parys
06

Ich bin auch nicht unbedingt ein Apple Freund aber ist es wirklich so was besonderes wenn ein Chef seine Mitarbeiter zusamenscheißt wenn sie Scheiße bauen? Und das ein Chef bestimmt wie die Firma rennt ist auch nichts außergewöhnliches? Jedes Betrieb funktioniert nicht anders. Und was hat so eine Meldung überhaupt unter Innovationen zu suchen?

hobsch
01

Bei wievielen Unternehmen (zB in der Größenordnung von Apple) bestimmt der CEO den Speiseplan?

Ad Innovationen: Berechtigte Frage.

badoli from Hell
00
10.5.2011, 11:35
Micromanagement...

...is nur dann ein Problem, wenn die Hauptmanagement-Tätigkeiten vernachlässigt werden. Das scheint ja nicht der Fall zu sein...

Sermon72
00

Zugegeben, etwas verwunderlich, aber nicht verwerflich. Unterschiedlichen CEOs sind halt unterschiedliche Bereiche wichtig, genau so, wie jeder Einzelne von uns unterschiedliche Prioritäten hat. Herr Jobs legt halt (unter anderem) wert auf den Speiseplan - ich habe keine Ahnung, wie dieser bei Apple in Cupertino aussieht, aber vielleicht will er ja einfach, daß es dort gesundes Essen anstatt fettigem Fastfood gibt.

Christ Kind
21
wenn der CEO

den Speiseplan der Kantine festlegt, hat er entweder

1. nicht verstanden, was der Aufgabenbereich eines CEO ist,
oder
2. zu wenig zu tun.

bedarf ist keine konstante
03
10.5.2011, 09:39

Ich würd mal behaupten, wenn er das Unternehmen nebenbei zu einem Barvermögen von 66Mrd führt, sollte er doch hauptberuflich den Speiseplan gestalten dürfen...

Zbigniew Parys
00

Ob das jetzt CEO oder HR Abteilung macht ist auch schon egal. Solange das Essen in Ordnung ist.
Was soll daran falsch sein das die Geschäftsführung den Speiseplan bestimmt?

hobsch
00

Wo habe ich gesagt, dass es schlecht ist?

Ich habe eine simple Frage gestellt, die nicht beantwortet wurde.

Zbigniew Parys
00

Wenn es eh nicht falsch ist wieso diskutiert überhaupt wer drüber?

hobsch
01

Mich interessiert nicht gut oder schlecht bzw. richtig oder falsch, mich interessiert ob es üblich ist, dass ein CEO den Speiseplan bestimmt. Daher die Frage, bei wievielen Unternehmen es so ist.

Wenn jemanden diese Frage nicht interessiert, ist das ja ok. Nur warum wird dann auf die Frage reagiert?

the man who shot liberty valance
00

ich denke, das ist immer so. wer zahlt, befiehlt.

(kantinen werden subventioniert i.d.r.) und bevor man als koch chateaubriand einkauft für 500 personen, fragt man den chef (und der seinen usw)

dumme frage

Tim O´Beil
02

Wenn man eure Postings so durchliest, wundert mich nicht, wenn ein Speiseplan CEO-Sache ist. ;)

Hubert Ungeist
 
00
Zusammen scheissen ist voll okay..

aber die Ansage sie sollen sich gegenseitig hassen ist jenseitig.

Da würde ich selbst bei einem Anschiss in Gelächter ausbrechen. Ab gesehen wenn ein Team sich wirklich gegenseitig im Weg steht - ist wohl der übergeordnete Chef gefragt nicht as Team selbst

badoli from Hell
00
10.5.2011, 11:41

"Gegenseitig hassen" is typische Zusammenscheiss-Lingo. Man kanns auch übersetzen mit "Jeder ist schuld, ihr seits ein Team", etc... Hab da schon bescheuertere Ausdrücke gehört.

Wie mans ausdrückt, bleibt dann jedem Boss selbst überlassen.

Zbigniew Parys
00

Manche gehen einwenig härter vor andere wieder nicht. Ist auch nichts besonders. Besonders weil man so eine Aussage wirklich nicht ernst nehmen kann.

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