Ein neues Computerspiel bietet zur Steuerung auch ein zielgenaues Plastikgewehr an
Ein gereizter Löwe ist nicht ungefährlich. Fein, wenn man da sein Jagdgewehr dabeihat, um ihn erschießen zu können. Dass man das aber auch virtuell im Wohnzimmer machen kann, beunruhigt manche - denn die Technik wird immer realistischer.
"Cabela's Dangerous Hunts 2011" heißt ein neues Spiel des US-Computerspieleherstellers Activision. Ziel ist es, Tiere wie Bären, Geparden oder Nashörner zu töten. Das Besondere: Mit dem Game erhält man "Top Shot Elite", ein Plastikgewehr samt Zielfernrohr, das wie eine Pumpgun bedient werden kann. Verwendet wird sie bei den Konsolen Xbox 360 und Playstation 3 mit einer Infrarotkamera, die sehr genaues Zielen und Feuern ermöglicht.
Realistischer
Feuerwaffen und Computerspiele sind keine neue Kombination. Schon in Spielsalons hatte man die Möglichkeit, das Pistolero-Gefühl zu erleben.
Allerdings ist in diesem Fall die Sache etwas anders gelagert, meint Herbert Rosenstingl, der im Familienministerium für die Positivprädikatisierung von Computerspielen zuständig ist. "Bisher gab es eine mangelnde Qualität der Bewegungskontrolle, das Spielerlebnis wurde zwar intensiver, war aber nie realistisch. Man hatte nie das Gefühl, eine Waffe in der Hand zu haben", sagt er. "Das hat sich durch bessere Technologie aber verändert, und da bin ich vorsichtiger."
Problematisch?
Denn es könnte möglicherweise Folgen für sogenannte High-Risk- Spieler haben - also für solche, bei denen Computerspiele als ein Mosaiksteinchen zu Gewalt beitragen können. "Bisher waren beispielsweise Ego-Shooter (Spiele, bei denen man aus der Eigenperspektive kämpft, Anm.) eben nur eine Anregung. Gefährdete sind dann zu Waffenübungen in den Wald oder in den Schützenkeller gegangen", meint Rosenstingl. "Ich teile aber die Sorge, dass das nicht mehr so nötig sein könnte, wenn das Spielgewehr realistischer wird."
Bei der deutschen Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, einem Gremium, bei dem unabhängige Experten über die Alterseinstufungen entscheiden, sieht man die Angelegenheit differenziert. "Die Art und Weise, wie ein Spiel gespielt wird, ist nur ein Aspekt von vielen bei der Bewertung des gesamten Spiels", sagt Geschäftsführer Felix Falk. "Ein Controller in Form einer Waffe wird in jedem Fall vom Prüfgremium diskutiert. Bei der Einstufung kommt es dann auch darauf an, wie hoch ein mögliches Identifikationspotential ist", meint er. "Dangerous Hunts" darf in Deutschland ab 16 Jahren gespielt werden.
Nachladen zu Weihnachten
Bisher ist das Jagdspiel, das übrigens nach einem der größten US-Händler für Jagdutensilien von Gewehren bis zu Tarnkleidung benannt ist, das einzige für das Gewehr. Allerdings: Auf der Verpackung wird versprochen, dass zu Weihnachten 2011 mehr Spiele verfügbar sein werden.
Ob darunter auch welche sind, bei denen man auf Menschen schießt, konnte man bei der PR-Agentur von Activision nicht sagen. "Da müssen sie beim Unternehmen selbst nachfragen", heißt es. Dort reagierte man bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage. Vorgebaut hat man in den beigefügten Warnhinweisen: "Die Zurschaustellung dieses Produktes in der Öffentlichkeit kann zu Missverständnissen führen und ist verboten", findet sich dort. (Michael Möseneder, DER STANDARD/Printausgabe, 7.5.2011)
Jeder der Fleisch isst, sollte sich mal anschaun wie das "produziert" wird. Da hat es ein Reh im Wald bis zum Abschuss noch gut dagegen (nur zur Info: Jäger die wegen der Trophäe jagen gehen verachte ich). Abgesehen davon: Millionen Leute zocken Shooter in der auf Pixelmenschen (nicht echte) geschossen wird. Was ist also verwerflicher daren auf Pixeltiere (auch nicht echt) zu schiessen. Allein das Game hat - obwohl in vielen Bereichen gut - ein paar grobe Mängel wie zB die Kalibrierung...
selbst gespielt auch oder Einschätzung aus der Ferne? So schlecht ist es nämlich nicht im vergleich zu den anderen (zugegeben meist grottigen) Jagdspielen....
Das kann man doch nicht ernst nehmen.
bzw. wer kommt auf den Bullshit soetwas als bedenklich einzustufen.
Wenn ich eines bedenklich finde dann ist es nicht der Sandler in der Ubahn, kein Killerspiel oder mein Chef der Zeitweise einpennt, bedenklich ist unsere Politik :O
...ob sich das Ding auch funktionabel an den PC anschliessen lässt...? "Operation Wolf" und "Terminator 2" per Mame wären dann damit schon eine Runde wert...
Ein Gewehr (oder Pistole - eh wurscht) hatte es schon in der Steinzeit der Spielkonsolen gegeben.
Hat so funktioniert, dass ein Sensor den Strahl des Röhrenfernseher erkannt hat (ja - früher ist das Bild zeilenweise aufgebaut worden) und mit dem Kabel bei Konsole verbunden war.
Und - haben wir uns deswegen ausgerottet?
Also bitte - Cowboy und Indianer Spielen hat auch keinen zum Killer gemacht und Völkerball auch nicht.
Und "wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann" produziert keine Na..s. Auch wenn's bedenklich ist.
Beim Nintendo Zapper wurde, sobald der Abzug betätigt wurde, wurde der gesamte Bildschirm für 1 Frame (1/60 Sekunde) schwarz, mit Ausnahme der Ziele, die als weiße Flächen dargestellt wurden. Als Spieler hat man das kaum mitbekommen, aber der Sensor im Zapper konnte so relativ genau registrieren, ob man richtig gezielt hatte.
Das Besondere: Mit dem Game erhält man "Top Shot Elite", ein Plastikgewehr samt Zielfernrohr, das wie eine Pumpgun bedient werden kann. Verwendet wird sie bei den Konsolen Xbox 360 und Playstation 3 mit einer Infrarotkamera, die sehr genaues Zielen .
So wie auf Nintendo mit Duck-Hunt? Das war aber schon im Jahr 1984 ... sehr modern das ganze ;-)
Im Grundwehrdienst wird jedem dahergelaufenen, minderbemittelten Vollidioten beigebracht, mit einem echten, vollautomatischen Gewehr umzugehen und im Extremfall auch MENSCHEN zu töten - aber in einem Computerspiel ist es geschellschaftsgefärdend, wenn mit Plastikspielzeug auf virtuelle Tiere "geschossen" wird?
Der werte Herr Rosenstingl sollte seine Aussagen vielleicht ein wenig überdenken...
wo ist jetzt der unterschied zwischen einem "gefährdeten" spieler der im wald zum echten gewehr greift und danach auszuckt oder zum "gefährdeten" spieler der die plastik waffe nimmt und dann auszuckt?
ihr mit euren psycho artikeln... immer die gleiche aussage. hauptsache ihr könnt euch wichtig machen und irgendwas verbieten. gott wie arm seid ihr, dass ihr anderen menschen spass verbieten müsst.
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