Ökonomen erfassen, analysieren und hinterfragen Einflussfaktoren des Glück
Das Thema, das heute in einer bemerkenswerten Zahl von Veröffentlichungen die Gemüter bewegt, hat offensichtlich schon den großen Aristoteles beschäftigt. "Alle Menschen wollen glücklich sein", soll er bemerkt haben. Doch wovon hängt es ab, ob sie es tatsächlich werden, sind und bleiben? Diesem Fragenkomplex hat sich der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Zürich, Bruno S. Frey, in Zusammenarbeit mit seiner Frau Claudia, ebenfalls Ökonomin, gewidmet. Herausgekommen ist ein handliches Büchlein, in dem das Glück mit den Augen der Ökonomie betrachtet, analysiert und hinterfragt wird.
Was glücklich machen kann
In zehn informativen Kapiteln loten die beiden Wissenschafter das schillernde Thema aus. Was die Lektüre über den unmittelbaren Erkenntnisgewinn im Blick etwa auf Fragen wie "Kann Geld glücklich machen?", "Kann Arbeit glücklich machen?" oder "Kann Gleichstellung glücklich machen?" aufschlussreich macht, ist die stets mitgelieferte hintersinnige Co-Fragestellung in allen Kapiteln. Als da wäre: "Warum uns Einkommen und Vermögen (allein) nicht glücklich machen." Oder: "Warum mehr Lohngleichheit die Frauen nicht unbedingt glücklich macht."
Das Autorenehepaar will mit dem lehrreichen wie unterhaltsamen Buch dem Einzelnen ein wenig Hilfestellung geben, damit sie oder er das ganz persönliche Glück finden kann. Immerhin liefert die moderne Glücksforschung nach Ansicht der Autoren dazu wichtige Einsichten. Anderseits möchten sie das Werk aber auch nicht als Ratgeber "Wie werde ich in meinem Leben glücklich?" verstanden wissen. So kommen sie denn zu dem salomonischen wie zutreffenden Schluss: Unser Buch soll aufzeigen, wie wir Ökonomen die Einflussfaktoren des Glücks erfassen und unter welchen Bedingungen Menschen (noch) glücklicher werden können. (Hartmut Volk, DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.5.2011)
Buchtipp
Bruno S. Frey, Claudia Frey Marti: "Glück - Die der Sicht der Ökonomie",
Verlag Rüegger, 2010, ISBN 978-3-7253-0936-8