"Willkommen Österreich"

Unbelehrbar

06. Mai 2011 17:02

Zu den schöngeistigen Momenten des Donnerstagabends zählen meist jene drei, vier Minuten, in denen Herr Hermes die "Unteren 10.000" besucht

Zu den schöngeistigen Momenten des Donnerstagabends zählen meist jene drei, vier Minuten, in denen Herr Hermes die "Unteren 10.000" besucht. So heißt jene Rubrik in Willkommen Österreich, die sich ins richtige Leben wagt: Weg von den Reichen und Schönen, die bei Stermann und Grissemann mit abgespreiztem Finger Wein verinnerlichen.

Und draußen im Leben, das wissen wir, da zählt, was gut ist, was immer schon gut war. Darum wiederholt es sich, und zwar so lange, bis es mit den Weihen der Tradition bedacht wird. Einer solchen widmete sich der stets im White-Star-Anzug gekleidete Feldforscher vergangenen Donnerstag, als er vom Maibaumaufstellen in Linz berichtete. Nachdem die Maibaum-Opposition in Person eines Punks und der Feststellung "Scheiß aufn Maibam" zu Wort gekommen war, hielt Hermes den Fürsprechern das Mikro in die ungleich edleren Antlitze. Er erfuhr, dass das Maibaumaufstellen eine Tradition sei - und zwar schon lange. Aber hallo.

Historisch ungleich versierter zeigten sich die befragten Traditionalisten nach dem Hinweis, dass der 1. Mai ja auch der Hochzeitstag von Adolf Hitler und Eva Braun gewesen sei. Ein Namensvetter des "Führers" erklärte sofort, dass Hitler "eh nicht so schlecht" gewesen wäre, nur seine Kumpane:"Hintergangen hams ihn hint und vurn."

Ja, wer nicht nur "hint" , sondern auch "vurn" hintergangen wird, darf sich nicht wundern, wenn Historiker falsche Schlüsse ziehen. Zum Glück gibt es die Linzer Zeitzeugen, die derlei Missverständnisse ausräumen. Warum Hermes da so ungläubig schaute, blieb ein Rätsel. Wahrscheinlich ist er einer dieser Unbelehrbaren. (Karl Fluch, DER STANDARD; Printausgabe, 7./8.5.2011)

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Hermes zum Nachsehen auf "Willkommen Österreich"

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Ein nitupsaR
 
11.05.2011 14:20
Ein Godwin-Punkt für Hermes!

Ist ja keine besondere Kunst, den Hitler einzuwerfen und dann drauf zu warten, bis irgendeiner was Deppertes dazu sagt. Da hat Herr Hermes schon Besseres abgeliefert.

hertaw
08.05.2011 19:17

Eine zeitlang sah ich WOE auf deren Homepage sehr gerne. Bei Hermes jedoch mußte ich immer vorspulen; aus irgendeinem Grund pack' ich den nicht, es ist eine Art Fremdschämen, einerseits betriffts die "Vorgeführten" andrerseits den Moderator selbst.

Thomas Parb
08.05.2011 17:34
Objektivität

Der liebe Hr. hermes hat in einem Facebook Kommentar behauptet, keiner der Interviewten war betrunken - werd den Beotrag gesehen hat wird dem widersprechen. Ob betrunken oder nciht, schade finde ich nur das dieser Beitrag jenseits jeder Objektivität war. Von wahrscheinlich mehr als 10-15 interviewten hat man sich halt dann die "Renner" herausgesucht... macht halt ein leicht verzerrtes Bild... trägt der Sendung nicht unbedingt an Qualität zu... Rettung war dann wohl der sehr symphatische Karim El-Gawhary...

henryandjune
09.05.2011 17:38

objektivität, mein gott, was sind denn sie für ein traummännlein?

Mycroft Holmes
09.05.2011 13:50
*facepalm*

Wie kommen Sie auf die bescheuerte Idee, Satire könnte oder sollte objektiv sein? Und no na hat er sich die besten Sager herausgepickt, das ist doch Sinn der Sache.
Dass ein größerer Prozentsatz der Linzer im Herzen Nazis sind, ist allerdings leider keine Frage der Perspektive, das ist wirklich so.

s2011w
08.05.2011 18:13

Meine Güte, haben sie etwa zum ersten Mal einen Beitrag aus dieser Sendereihe gesehen?

Thomas Parb
09.05.2011 12:35

Meine Güte ;-)... nein! ist ja auch völlig egal oder?

one pair of aces
08.05.2011 14:15

Super Sache! Der linke Bildungsbürger stellt den ach so ungebildeten Pöbel zur Schau! Im weißen Anzug mit einem perfiden Grinsen im Gesicht! Später holt man sich dann einen runter, indem Wissen, man ist was Besseres! Immerhin hat man seine Bildung, wenn auch sonst nicht viel...

hmm..
08.05.2011 13:19

seit wann ist bitte stadt gut - land/provinz schlecht?
*lol*

rizzla
08.05.2011 12:22

"Der Geist ist die Ausnahme, der Stumpfsinn die Regel, insbesondere in den Kleinstädten."

Thomas Bernhard

Linz ist Kleinstadt in Perfektion, weder Stadt noch Land...

Helmut Moesl
08.05.2011 13:45
Dann ist Salzburg wohl ein Alpendorf.

Mir scheint, so manchem Hauptstädter hier ist das Gefühl für Relationen abhanden gekommen.

Threonin
10.05.2011 23:20

Ich als Wiener würde Wien unter den Städten der Welt bei den kleineren Städten ansiedeln. Salzburg ist dagegen eine Ortschaft, Linz eine Kleinstadt.

bravorauch
08.05.2011 13:48

in deutschland, england, usa, frankreich wäre linz kleinstadt.

mephisto6379
08.05.2011 14:44

und in österreich ist linz ne großstadt - man muss alles relativ sehen...

Ivan Fedorov
08.05.2011 14:42
und in china und indien

ein mittleres dorf.

die exfrau vom rathausmann
 
08.05.2011 10:16
Und wer sich das gerne anschauen möchte,

ohne vorher sinnlos auf der WÖ-Seite herumzusuchen...
http://www.youtube.com/watch?v=_RIgzsN_iEU

hans graucher
08.05.2011 03:36

EIn bischen befremdlich finde ich, dass sich die Diskussion hier im Forum offenbar vorwiegend um die Frage dreht, wo "Stadt" aufhört und "Land" beginnt" oder wie die Bewohner desselbigen geistig vorgeblich veranlagt sind. Ich denke nicht, dass das hier das Thema sein sollte. Ob Städter oder Ländler, wer die Sendung am DOnnerstag gesehen hat, konnte nur verwundert staunen, wie vertrottelt manche Leute hierzulande nach wie vor sind. Ein gutes und abschreckendes Beispiel dafür, dass die "Vergangenheitsbewältigung" in good old Austria noch nicht abgeschlossen ist und die Forderung jener, die der Ansicht sind man müsse "einen Schlussstrich ziehen" an der schaurigen Realität des nicht wirklich gesunden Volksempfindens vorbeisieht

Captain Smoker
08.05.2011 00:42

Wenn dieser "Wir Wiener sind so super, alle Anderen sind Idioten"-Rassismus nicht wäre, wäre Willkommen Österreich eh ganz super.

der arne und der andrè
08.05.2011 15:41
kann ich schwer nachvollziehen

Hermes war auch schon bei genügend Wiener Veranstaltungen, da waren die Leute auch nicht gscheiter.
Peinliche Idioten finden sich nunmal überall zuhauf, egal ob im Dorfgasthaus oder im Steirereck. Das ist kein Stadt/Land Problem, sondern ein globales Phänomen. Leider.

i po
09.05.2011 10:12
im Steirereck war er aber noch nicht oder?

er stellt, das gibt ja schon der name der reihe vor, schon die unteren schichten aus (und lässt die oberen trotteln in ruh).

erwin meier
10.05.2011 00:07

dafür gibts doch im orf eh 100 andere sendungen oder?

s2011w
07.05.2011 20:26

Interessant dass angesichts solcher Äußerungen das kriselnde "Stadt/Land"-Verhältnis das vordringliche Problem zu scheinen seint.

FranzKpunkt
08.05.2011 10:37

Habs mir auch gerade gedacht. Wenn man keine anderen Sorgen hat, ob jetzt ein Kaff grösser ist als das andere.

nukularteilchen
07.05.2011 17:36

Sowas darf man im Jahre 2011 einfach nicht mehr sagen. Wir haben doch alle zig Dokus gesehn was im dritten Reich passiert ist. Da gibts nichts schön zu reden, rein gar nichts. Traurig das der Nährboden für rechtes Gedankengut ist immer noch da, er war leider nie weg. Hermes deckt nur auf was still auf dem Lande mancherorts gedacht wird. Eher sollte die Politik „Empört” sein.

jMor
 
07.05.2011 14:56
derStandard.at

die Heimat der Stadt-Land Rassisten

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