Mehr Kameras in Wiener Gemeindebauten

6. Mai 2011, 17:26
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Stadtrat Ludwig will Wohnanlagen stärker überwachen lassen, Grüne sind skeptisch

Wien - Im Kampf gegen Vandalismus, Diebstähle und illegales Sperrmüllentsorgen in Wiens Gemeindebauten setzt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SP) weiterhin auf Videoüberwachung: Zusätzlich zu den Kamerainstallationen in 19 Wohnanlagen läuft in zwei davon ein Pilotprojekt, das es den Ordnungsberatern der Stadt ermöglicht, auf Livebilder der Kameras via Laptop - stichprobenweise - zuzugreifen.

Das Projekt Videoüberwachung gibt es seit April 2008: In ausgewählten Gemeindebauten wurden Aufzüge, Garagen und Müllräume von Wiener Wohnen mit Kameras ausgestattet - unter strengster Einhaltung der Vorgaben der Österreichischen Datenschutzkommission, wie Ludwig betont. Aktuell sind 1800 Kameras in 19 Wohnanlagen in Betrieb, im Spätsommer will man auf insgesamt 22 erweitern.

Weniger Sachbeschädigungen

Der Stadtrat sieht die Einführung der Videoüberwachung durch aktuelle Zahlen bestätigt: Seit Projektbeginn seien Sachbeschädigungen durch Vandalismus in den Wohnhausanlagen um mehr als die Hälfte zurückgegangen, die Schadenskosten um fast 70 Prozent. Dem gegenüber stehen Kosten von 1,42 Millionen Euro pro Jahr, die sich in fünf Jahren auf eine halbe Million jährlich verringern sollen - zur Gänze getragen von Wiener Wohnen.

Das Verhältnis zwischen den bisher angefallenen Kosten und den tatsächlichen Schäden ist für David Ellensohn, Klubobmann der Wiener Grünen, bedenklich. Überdies hätten englische Studien gezeigt, dass sich bei Videoüberwachungen die Probleme in die nicht überwachten Bereiche der Umgebung verlagern: "Es kommt so nur zu einer Vertreibung von A nach B", ist Ellensohn skeptisch. (Jutta Kalian/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8. Mai 2011)

  • Bald sollen 2800 Videokameras in Wiens Gemeindebauten im Einsatz sein.
    foto: isa/derstandard.at

    Bald sollen 2800 Videokameras in Wiens Gemeindebauten im Einsatz sein.

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