Erster Computer der Welt wird 70 - Rechner in Wandschrankgröße

6. Mai 2011, 13:38

Der Urvater aller Computer kommt aus Deutschland

Vor 70 Jahren läutete ein Berliner Erfinder die Computer-Ära ein. Der Z3, den Konrad Zuse am 12. Mai 1941 präsentierte, war so groß wie eine Wohnzimmerschrankwand, wog mehr als eine Tonne und konnte in drei Sekunden multiplizieren, dividieren und Quadratwurzeln ziehen. Es war der erste programmierbare Rechner der Welt und auch der erste, der mit dem binären Zahlensystem (0 und 1) arbeitete. Die Speicherkapazität betrug gerade einmal 64 Worte.

"Das große Echo blieb aber aus: keine Presse, keine Weltsensation - es herrschte Krieg"

Der Bauingenieur Zuse (1910-1995) arbeitete bei den Henschel-Flugzeugwerken und zeigte den Rechner in seiner Werkstatt in Berlin-Kreuzberg nur ein paar Wissenschaftern. "Das große Echo blieb aber aus: keine Presse, keine Weltsensation - es herrschte Krieg", sagt Horst Zuse, der älteste Sohn des Computer-Visionärs.

In der Nachkriegszeit versuchte Zuse, mit seiner großen Idee Geld zu verdienen. In Osthessen gründete er seine eigene Firma. Doch reich wurde Zuse mit dem Computerbau nicht. Die Konkurrenz aus den USA und Deutschland holte schnell auf, in den 60er Jahren schluckte Siemens die verschuldete Zuse KG.

Der heute 65-jährige Horst Zuse trat später in die Fußstapfen des berühmten Vaters. Er ist Elektrotechnik- und Informatik-Fachmann im Ruhestand und doziert dennoch mit Vorliebe über die technischen Errungenschaften.

Z3

Im Sommer vergangenen Jahres präsentierte Horst Zuse den weltweit ersten absolut originalgetreuen Z3-Nachbau, wie er sagt. Das Original war bei einem Bombenangriff am 21. Dezember 1943 zerstört worden. Z3-Nachahmungen gab es zwar schon früher, doch nur in abgewandelter Form. Die neue Version kostete viel Zeit und (Sponsoren-)Geld. "Dafür hätte man sich schon ein hübsches Cabrio kaufen können", vergleicht Zuse, ohne die genauen Ausgaben zu nennen.

Mit der Rekonstruktion ging Zuse in den vergangenen Monaten auf Tournee und zeigte den Z3 bei Ausstellungen und Messen. "Das wissenschaftliche Ziel bestand darin, den Menschen damit anschaulich die Frage zu beantworten, wie ein Computer funktioniert", sagt Zuse. Denn auch mit dem Technik-Dino will Zuse demonstrieren: "Mein Vater hat schon damals eine neue, revolutionäre Computer-Architektur entwickelt, die bis heute Standard ist."

Auch in den aktuellen Kisten finden sich noch viel der damaligen Grundidee. Zu sehen ist der nachgebaute Riesen-Apparat als nächstes vom 1. Juli an im Museum des vor 25 Jahren gestorbenen Computerpioniers Nixdorf in Paderborn. Den ersten, abgewandelte Nachbau des Z3 hatte 1961 noch die Zuse KG in Bad Hersfeld hergestellt. (APA)

 

A Droide
02
artikel ohne fotos...tz

www.m-kuttner.com
 
00
also ich find's auch so interessant, aber ...

journalismus wird für manche eben erst interessant wenn die ihrerseits nachrangig priorisierten inhalte auch dementsprechend aufdringlich illustriert sind

(siehe krone- und bild-leser, wenn ich mir die randbemerkung erlauben darf)

A Droide
00
15.5.2011, 10:17
sagt ja keiner das es uninteressant ist

aber wenn der erste Computer der Welt 70 wird
und Wandschrankgrösse hat will man sowas auch
in einem Artikel sehen, ist ja nicht so als ob man
sowas jeden Tag sieht.

Ich sag auch nicht das es jetzt eine Hexerei ist
danach im internet zu suchen aber wenn ich wo
einen Artikel lese und dazu noch extra eine andere
Quelle suchen oder öffnen muss damit es quasi
"komplett" wird dann ist die "news" für mich
im ganzen, von den Infos her, schlecht gemacht...
vorallem im Internet!

Heinz Anderle
 
10
Der britische "Supercomputer" Colossus Mk. III (Existenz ungesichert)...

... sollte nach den Vorgängermodellen Mk. I für die Enigma- und Mk. II für die Lorenz-Chiffriermaschine auf dem Weg zum Weltfrieden die weibliche Logik entschlüsseln - damals wie heute eine unlösbare Aufgabe...

8-)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Tina Tsornigg
11

Wenn Sie Ihren Mach-Seich in einen Blondinenwitz packen, bekommen Sie mehr Zuspruch von Ihren Logikgenossen.

Heinz Anderle
 
00
Womit hätte man denn Colossus Mk. III bei Blondinen...

... füttern sollen? Mit leeren Lochstreifen?

8-P

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

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