Paris befürwortet Palästinenserstaat

5. Mai 2011, 21:21

Sarkozy übt Druck auf israelischen Regierungschef Netanjahu aus

Nach außen hin trafen gestern, Donnerstag, zwei gute Freunde in Paris zusammen: Präsident Nicolas Sarkozy hatte seit seiner Wahl vor vier Jahren stets ähnliche Positionen wie Israels Premier Benjamin Netanjahu vertreten.

Seit einigen Wochen geht Frankreich jedoch auf Distanz: Ende April erklärte der französische Uno-Botschafter Gérard Araud vor dem Sicherheitsrat in New York erstmals, die Anerkennung eines Palästinenserstaates sei für sein Land "eine Option, die wir derzeit mit unseren europäischen Partnern besprechen" . Kurz darauf bestätigte Außenminister Alain Juppé, dass "sich diese Frage im September oder Oktober vor der Uno stellen" werde.

Der Minister verficht wie die ganze Pariser Diplomatie eine eher "arabische Politik" wie zu Zeiten von Charles de Gaulle. Die französische Außenpolitik wird allerdings im Élysée bestimmt, und dort hatte sich Sarkozy bisher meist als Fürsprecher Israels betätigt. Am Mittwoch meinte der Staatschef in einem Interview direkt an die Adresse Netanjahus: "Er muss meiner Meinung nach klarer sagen, dass die Palästinenser das Recht auf einen eigenen Staat haben."

Der israelische Ministerpräsident erklärte gestern im Anschluss an das Treffen, Sarkozy unterstütze die Forderung seines Landes, dass die Palästinenser den Staat Israel akzeptieren. Und er warnte vor einem Palästinenserstaat durch ein "UN-Diktat" . Dazu versuchte Netanjahu vergeblich, Frankreich vor der Einigung zwischen Fatah und Hamas zu warnen. Sarkozy sieht in dem Abkommen eine Chance: "Es gibt zwei gute Wendungen, die palästinensische Versöhnung und die demokratische Bewegung in den arabischen Ländern." Er sei immer ein Freund Israels gewesen, doch Netanjahu müsse wissen, dass es "für Israel keine Sicherheit ohne einen demokratischen Palästinenserstaat" gebe.

Sarkozy kündigte an, den Amerikanern noch vor dem Sommer eine europäische Nahostinitiative unterbreiten zu wollen. "Sollte der Friedensprozess im September immer noch an einem toten Punkt sein, wird Frankreich in der zentralen Frage der Anerkennung eines Palästinenserstaates seine Verantwortung übernehmen." Der Präsident begründete dies damit, dass die USA "allein nicht reüssieren" könnten. "Die EU kann nicht der erste Geldgeber Palästinas sein und in diesem Dossier zugleich ein politischer Zwerg bleiben." Umso betonter stellt sich Paris nun hinter Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Man sieht in ihm die Schlüsselfigur: Er allein könne sowohl mit der Hamas als auch mit Israel verhandeln.

Sarkozys Nahost-Schwenk dürfte nicht nur in diplomatischen Überlegungen gründen: 2012 sind Präsidentschaftswahlen, und der Staatschef muss aus seinem chronischen Umfragetief heraus. Dazu braucht er die Sympathie der rund fünf Millionen arabischstämmigen Franzosen, mit denen er es sich in den letzten Jahren gründlich verscherzt hat. - Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wiederum hat Israelis und Palästinenser zu neuen Verhandlungen aufgefordert. Deutschland wolle eine Zweistaatenlösung. (Stefan Brändle aus Paris/DER STANDARD Printausgabe, 6.5.2011)

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Posting 1 bis 25 von 67
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omar chamra
00
Welchen Druck kann Frankreich ausüben?

Waffen liefert es keine und Flugzeuge auch nicht.
Das ist doch nur Großsprecherei.

Gerhard Rot
104
Selbst macht Paris ängstlich die Grenzen dicht vor tausend Flüchtlingen,

aber Israel darf/soll/muss neben einem Terrorkalifat leben ... tolle Haltung

lassen Sie mich durch
10
10.5.2011, 11:45

sind für Sie die Franzosen jetzt antisemiten?

TimToms Vanderbild
 
00
11.5.2011, 16:11
lassen sie michdurch

nein, wie kommen sie darauf, das war keine politische diskussion,Net. wollte nur wissen ob die franzosen wirklich froschschenkel fressen,weil so Net.
die nicht "koscher"sind.
also nicht sarkozy, sondern die froschschenkeln.

mistaG
20
nicht alles was hinkt ist ein vergleich!

troob
00
10.5.2011, 17:00
Dieser Vergleich ist absolut zulässig!

@mistaG

Frankreich hat seine Grenze zu Italien wegen ein paar Tausend Flüchtlingen aus dem Maghreb und Afrika dicht gemacht.

Die Einreise dieser Menschen bedeutet für Frankreich keinerlei existentielle Gefahr, sie ist lediglich innenpolitisch für die Regierung nicht wünschenswert.

Die gleiche Regierung, die in Panik die Grenze schließen lässt, verlangt aber ohne mit der Wimper zu zucken von Israel, sich mit einer PA-Regierung unter Hamas-Beteiligung zu arrangieren, und die beharrt auf dem "Rückkehrrecht" von ein paar Millionen Arabern, die Israel vernichten wollen - was sehr wohl eine existentielle Bedrohung Israels bedeutet...

Das ist schon ziemlich starker Tobak!

Hubert Ungeist
 
00
13.5.2011, 05:39
Wieder mal sehr bei den Haaren herbeigezogen

Frankreich verlangt in keinem Statement das Rückkehrrecht der Araber.

SOndern nur das was Israel von den Palästinenser verlangt die ANerkennung der Existenz eines Staates.

TrickkisteX
13
Was will der Zwerg schon wieder?

Sich profilieren...

René Herndl
915
Man darf im Zusammenhang mit der Ausrufung ...

.... eines Palästinenserstaates nicht vergessen, dass seinerzeit gegen den Willen der Bevölkerungs-Mehrheit von Palästina und auch ohne eigentlich im Volkerbundmandat vorgesehene Volksabstimmung durch eine Diktat von außen ein Staat Israel ermöglicht wurde, der sowohl die eigentlichen Bewohner vertrieb und mit Terror einschüchterte als auch keine UN-Resolution akzeptiert(e). Das Recht auf einen Staat haben die Palästinenser allemal, wobei die rechtlichen Vorgaben ziemlich eindeutig durch die einschlägigen Resolutionen gegeben sind (181, 194, 272), die durchzusetzen auf Israel endlich internationaler Druck auszuüben wäre.

dr mike
10

Durch Diktate von außen sind die Mandatsgebiete geschaffen worden. Durch Diktate von außen ist dieses gebiet Teil des osmanischen reiches geworden. Weiter zurück ist durch Diktat von außen es zum Mamelukkenreich gekommen usw.... bis hin zur vertreibung der Hebräer aus Judäa durch die Römer. Die Geschichte der Menschheit besteht eben aus Kriegen und Diktaten. Tatsache ist aber dass die Araber 1948 den "Judenstaat" vernichten wollten als in Folge seiner Schaffung noch kein araber dieses Land verlassen hatte. Außerdem war die Ausdehnung dieses Staates nicht einmal die Rede wert und war auf gekauftem nahezu unbesiedeltem Land erbaut worden.

Der elegante Herr von nebenan
 
42

Hearst Reneee - Duast scho wieda obagscheit daherreden?

Fritz Wunderlich
125

israel akzeptierte die erste unresolution, die araber nicht, sondern fingen bürgerkrieg im mandatsgebiet und terror gegen juden an, von libyen bis irak

und wie sich die juden erfolgreich wehrten, rannten viele davon und hofften auf die armee von jordanien, ägypten, libanon, syrien etc.
vergebens

dafür mussten die juden in den arabischen ländern büßen, sie wurden ermordet, ausgeraubt und vertrieben, über sechhunderttausend fanden zuflucht in israel

Hubert Ungeist
 
00
10.5.2011, 05:20
Israel akzeptierte ...

mit Vorbehalt und hat sich gelich ein bisschen Land mehr genommen.

Fritz Wunderlich
00
10.5.2011, 13:24

den krieg seit november 47 ignoriert der notorische a ... selbstverständlich

psie17
39

Zu dem Zeitpunkt gehörten der arabischen Bevölkerung rund 90% des Landes. Bekommen hätten sie lt. Teilungsplan rund 50%
So einem Handel würde wohl niemand zustimmen.
Der Staat Israel wurde daraufhin einseitig ausgerufen, nachdem auch jüdische "Freiheitskämpfer" aus dem Irgun, der Hagannah, etc. arabische Dörfer überfallen hatten und Massaker an der dort lebenden Bevölkerung ausgerufen hatten (der Terror war nicht allein auf Seiten der Araber). Wenn heute Israel aufgrund der einseitigen Ausrufung Palästinas große Gebiete annektieren würde (was sie de fakto schon seit Jahren macht), verhält sie sich nicht anders als die arabischen Staaten 1948

insertnamehere
 
00
10.5.2011, 14:01
"Zu dem Zeitpunkt gehörten der arabischen Bevölkerung rund 90% des Landes."

Bezweifle ich, weil bei weitem nicht mal annähernd 90% überhaupt in Privatbesitz waren.

Fritz Wunderlich
32
dank an die vereinten antiisraelis im forum und in der redaktion

noch einmal
legen sie für ihre behauptung wissenschaftliche belege vor
das britische mandat palästina/transjordanien wurde aus osmanischen provinzen gebildet
osmanische effendis, aber auch arabische großgrundbesitzer verkauften im großen stile an den jüdischen nationalfonds und private

lassen Sie mich durch
00
10.5.2011, 11:50

dank an die vereinten antiisraelis im forum und in der redaktion.

?????

was ist das hier wird hier etwa die Redation als antiisraeli bezeichnet,die redaktion sollte sich hier zu wort melden,das kann nicht sein das einige Postler hier ständig andere und die zeitung an sich als antisemitisch bezeichnen,irgend wo reicht es,diese sollten begreiffen das es berichte gibt wo es Beweise und fakten gibt,das ganze wird langsam wirklich peinlich.

Sahin's Zahnlücke
10

Also wenn alle Türken in Berlin-Kreuzberg Grund und Boden vom Staat abkaufen, können sie einen eigenen Staat aufrufen?

Das ist ja echt klasse. Bald wird es einen eigenen Staat in Berlin geben und wehe es wird gejammert.

insertnamehere
 
00
10.5.2011, 14:08
"Also wenn alle Türken in Berlin-Kreuzberg Grund und Boden vom Staat abkaufen, können sie einen eigenen Staat ausrufen?"

Von mir aus gern.

Ich würde das allerdings für eine höchstgradig dämliche Idee befinden und hab so meine Zweifel, ob Kreuzbergistan auch nur annähernd so erfolgreich wie I*rael würde.

Abgesehen davon isses ein etwas hinkender Vergleich, weil die Türken ja bereits einen Staat haben und Kreuzbergistan dann nicht nur der Zweit- (das wäre Nordzypern), sondern sogar schon der Drittstaat wäre.

Vielleicht funktioniert das Szenario besser, wenn sie's auf die Kurden in Berlin anwenden ...? ;-)

Sahin's Zahnlücke
00
11.5.2011, 10:41
Von mir aus können es die Chinesen, Taiwanese oder Suahelis sein

Das plumpe Argument mit den Landkäufen impliziert nicht, dass man deswegen gleich ganze sesshafte Bevölkerungsschichten verjagt.

Apropo Kurden, die Kurden haben doch Ihr Gebiet im Nordirak. so what....

Fritz Wunderlich
20
10.5.2011, 13:18

da sie den völkermord an den armeniern leugnen, sind sie völlig diskreditiert

Sahin's Zahnlücke
00
11.5.2011, 10:37
uuuhhh, jetzt habe ich aber Angst bekommen...

Fritz Wunderlich
10
10.5.2011, 13:56

aha, beim fünften male darf die wahrheit erscheinen

jd1212
00

Wenn Berlin-Kreuzberg keiner staatengemeinschaft gehoert, warum nicht ... solang die Tuerken alle anderen voraussetzungen genuegen (eigene regierung, staats institutionen, etc).

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