Zusammenhang

Nächtliches Computerspielen erhöht Risiko für Depressionen

5. Mai 2011, 11:05

Tageszeit ist entscheidender als die Spieldauer - Mögliche Ursache im verschobenen Schlaf-Wach-Rhythmus

Der Zeitpunkt, wann am Computer gespielt wird, ist für die psychische Gesundheit wichtiger als die Spieldauer. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Basel. Die Forschenden konnten belegen, dass wer nachts zwischen 22 und 6 Uhr regelmässig Online-Computerspiele spielt, ein erhöhtes Risiko für depressive Symptome aufweist - unabhängig davon, wie viele Stunden pro Woche insgesamt gespielt wurden. Die Forschungsergebnisse sind online in der Fachzeitschrift «Personality and Individual Differences» publiziert.

Aus früheren Studien ist bekannt, dass exzessives Computerspielen einen Risikofaktor für die psychische Gesundheit darstellen kann. In der vorliegenden Studie liefern Forschende der Fakultät für Psychologie an der Universität Basel nun Hinweise auf mögliche zugrundeliegende Mechanismen. Die Studie zeigt, dass Spieler, die an 5-7 Tagen pro Woche zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens spielen, ein deutlich höheres Risiko für depressive Symptome aufweisen als diejenigen, die weniger häufig in der Nacht spielen. Häufiges Online-Computerspielen zur Tageszeit hing hingegen nicht statistisch bedeutsam mit depressiven Symptomen zusammen. So war auch der Zeitpunkt, wann genau gespielt wurde, wichtiger als die gesamte Spieldauer (Anzahl Stunden pro Woche). Insgesamt waren depressive Symptome bei der Stichprobe von Online-Computerspielern im Durchschnitt nicht häufiger als bei Vergleichsstichproben aus anderen Studien.

Schlaf-Wach-Rhythmus verschiebt sich

Der Zusammenhang zwischen regelmässigem Online-Computerspielen zu nächtlicher Stunde und depressiven Symptomen lässt sich möglicherweise durch die Verschiebung des individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus erklären, was wiederum zu einer grösseren Tagesmüdigkeit führt. Möglich wäre auch, dass Computerspieler, die unter depressiven Symptomen leiden, aufgrund ihrer Probleme erst spätabends oder in der Nacht aktiv werden und vor den Computer sitzen.

Für die Studie sind über 600 Spieler des Online-Rollenspiels «World of Warcraft» befragt worden, das weltweit von über 11 Millionen Menschen gespielt wird und für sein hohes Suchtpotential bekannt ist. Die befragten Spieler waren zwischen 13 und 30 Jahre alt und spielten durchschnittlich 22 Stunden pro Woche am Computer. (red)

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10 Postings
Ann Ecker
00
Hauptsache man kann wieder Pillen verschreiben!

Neues Computerspiel „Doktorspielen“ versuchen >> http://trashgames.blogspot.com/2011/05/d... spiel.html

dr. ecksau
 
11
Wie ist das mit nächtlichem Zeitung lesen?

Nessus
02
Und ob arbeiten in der Nacht nicht noch viel mehr deprimiert...

...das wurde sicherheitshalber nicht erforscht :-)

hurchzua
014
Korrelation ist nicht gleich Ursache

Wer an "5-7 Tagen pro Woche zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens spielt" hat wahrscheinlich weder einen Job, noch starke familiäre oder freundschaftliche Beziehungen.

Dass da Depressionen auftreten, ist ja nicht ganz überraschend.

marty fink
01
Das lag mir auch auf der Zunge!

skitourenphilosoph
11

wenn man am morgen lange genug ausschlafen kann, sähe ich keine depressionsgefahr

Peter Widzky
00
ach deshalb bin ich nicht betroffen, ich bin zu alt...

friedrich b.
28
eine beinahe

klassische verwechslung von ursache und wirkung

The Gentle Art of Making Enemies
00
100% D'accord

Christoph Karl Steininger
14
das wollt ich auch grad schreiben,

denn die Weltflucht ist eine Auswirkung einer latenten depressiven Stimmung!

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