Frühjahrsumfrage: Ertragslage hat sich noch nicht normalisiert
Wien - Die wirtschaftliche Situation hat sich für Österreichs Klein- und Mittelbetriebe gebessert. Das ergab eine aktuelle Studie der Creditreform, in der rund 55 Prozent der mehr als 1800 Befragten ihre Geschäftslage mit "sehr gut" oder "gut" bewerteten. Im Frühjahr 2010 waren es nur 41 Prozent.
Bei den Erträgen sieht es weniger erfreulich aus. Ein Drittel aller Befragten gab an, in den vergangenen sechs Monaten Gewinne eingebüßt zu haben, nur ein Viertel konnte die Erträge steigern.
Die Aufträge wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr, unterscheiden sich aber je nach Branche stark. In der Industrie und bei den Dienstleistungen gaben rund 40 Prozent der Unternehmer an, mehr Order in den Büchern zu haben. Im Baugewerbe ist jeder Vierte von rückläufigen Aufträgen betroffen, und nur 30 Prozent konnten sich verbessern.
Jeder fünfte der befragten Unternehmer beschäftigt heute mehr Mitarbeiter als noch vor sechs Monaten, ein Viertel will im nächsten Halbjahr Personal einstellen. Schlechter ist auch hier die Situation in der Baubranche: 35 Prozent der Befragten haben ihren Personalbestand verkleinert, und jeder Zehnte rechnet damit, bis Herbst weitere Mitarbeiter entlassen zu müssen.
Der Zukunftserwartungen sind weitgehend optimistisch: Fast jeder Zweite rechnet mit steigenden Umsätzen im nächsten Halbjahr, nur jeder Zehnte fürchtet einen Rückgang. (lp, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.5.2011)