ÖH-Vorsitz

"Man sitzt alles aus, was nach Problemen riecht"

Sebastian Pumberger, Rosa Winkler-Hermaden, 5. Mai 2011, 15:01

  • Wordrap mit Sigrid Maurer.

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    "Was man in Österreich beobachten kann - auch bei Unibrennt - ist die Kultur des Aussitzens. Faymann hat sich kaum zu Wort gemeldet."

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    "Dass wir politisch weiterarbeiten werden, liegt auf der Hand."

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    "Ich habe gelernt, überzeugt für eine Sache einzustehen und nicht zu kuschen wenn ein Bundeskanzler vor einem steht."

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    "Dass die Politik in der Wissenschafts- und Hochschulpolitik weiterhin in Schockstarre verbleibt, ist der Politik vorzuwerfen und nicht den Studierenden."

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    "Man kann als Einzelperson Ohnmacht überwinden. Wenn man etwas tut, passiert etwas."

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    "Wir merken, dass sich viel mehr Leute in die Bildungsdiskussion einbringen und dadurch gibt es auch viel mehr MultiplikatorInnen."

Die ÖH-Vorsitzenden über die mangelnde Gesprächsbereitschaft Österreichischer Politiker und warum sich die Unibesetzungen ausgezahlt haben

"Wenn ich mir anschaue, was wir alles organisiert haben. Das waren Demos mit zehntausenden Menschen", sagt Sigrid Maurer, Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft. Kurz vor dem Ende ihrer Amtsperiode zieht sie gemeinsam mit ihren Kollegen vom ÖH-Vorsitzteam, Thomas Wallerberger und Mirjiam Müller, Bilanz. Es gab drei Wissenschaftsminister, die Besetzungen der Hörsäle an den verschiedenen Universitäten im Rahmen der Unibrennt-Bewegung und nicht zuletzt die Kürzungen bei der Familienbeihilfe.

Warum Maurer, Wallerberger und Müller dennoch auch stolz auf von ihnen gesetzte Aktionen sind, was sie ihren Nachfolgern mit auf den Weg geben, und weshalb sie die ÖH nach wie vor als zeitgemäß betrachten, sagten sie im Interview mit derStandard.at.

****

derStandard.at: Sie blicken auf zwei turbulente Jahre zurück: Fangen wir das Interview dennoch mit dem Positiven an. Was waren die drei besten Dinge, die Ihnen in den letzten beiden Jahren passiert sind?

Maurer: Unibrennt.

Müller: Die Vollversammlungen.

Maurer: Und nicht passiert, das haben wir eher gemacht: Dass die ÖH wieder so sichtbar ist und wir sie ganz eindeutig als politische Kraft positioniert haben.

derStandard.at: In Zeiten von Wirtschaftskrise und Sparprogrammen - ist es heute eine besonders schwierige Zeit um Student zu sein? Mit welchen Problemen sind Studierende heute konfrontiert?

Wallerberger: Die Studierenden sind weiterhin und vor allem nach den Budgetbeschlüssen mit finanziellen Problematiken konfrontiert. Durch die Kürzung der Familienbeihilfe wird sich die soziale Lage der Studierenden noch verschlechtern. Das hat natürlich in irgendeiner Art und Weise auch mit der Wirtschaftskrise zu tun. Es gibt aber auch eine gewisse Kontinuität die sich hier durch die Wissenschaftspolitik zieht. 

derStandard.at: Ein Beispiel für härtere Bedingungen an den Unis ist die Studieneingangsphase neu: Prüfungen in der Studieneingangsphase können weniger oft wiederholt werden und die Eingangsphase muss positiv absolviert werden, um weiterstudieren zu können. Wie kann man da als ÖH noch ruhig zusehen, wenn solche Verschärfungen beschlossen werden?

Müller: Zusehen kann man gar nicht mehr dabei und wir haben das auch sehr vehement geäußert, dass es absoluter Blödsinn ist, was gemacht worden ist, vor allem weil die damalige Ministerin Karl ja immer gesagt hat, sie will verhindern, dass Leute durch Knock-out-Prüfungen aus dem Studium rausgeschmissen werden. Im Endeffekt ist die neue Studieneingangsphase nichts anderes als eine Knock-out-Phase, die gesetzlich implementiert worden ist.

Wallerberger: Es gibt auch da Kontinuität, es ist ein weiterer Pfusch im Universitätsgesetz, wieder eine spontane Anlassgesetzgebung. Ursprünglich wollten SPÖ und vor allem die ÖVP den Zugang aber noch viel weiter beschränken. Wir haben daraufhin die Parteizentrale der SPÖ besetzt und schon auch einiges verhindert. Aber natürlich sind wir nicht glücklich mit der Studieneingangsphase.

derStandard.at: Als die Familienbeihilfe gekürzt worden ist, sind Sie zur Regierungsklausur nach Loipersdorf gefahren.

Maurer: Wir wollten für mehr Geld kämpfen. Als wir dann dort waren, wurden wir mit einer weiteren krassen Verschlechterung für die Studierenden konfrontiert, das war nicht abzusehen. Die Verantwortlichen haben gesagt, oh, wir haben nicht gewusst, dass die Studierenden betroffen sind. Wie absurd ist das? Das zeigt die Unfähigkeit der Politik.

derStandard.at: Aber haben Sie in den letzten zwei Jahren das Gefühl gehabt, gehört zu werden? 

Müller: Insofern schon, weil Politiker nach und nach zugegeben haben, dass das tatsächlich ein riesen Blödsinn war, dass sie jetzt aber nicht mehr zurück können.

Wallerberger: Was man in Österreich beobachten kann - auch bei Unibrennt - ist die Kultur des Aussitzens. Faymann hat sich kaum zu Wort gemeldet. Die Kultur des Reagierens gibt es überhaupt nicht. Man sitzt alles aus, was nach Problemen riecht. 

derStandard.at: Ist eine Interessensvertretung wie die ÖH noch zeitgemäß? Nicht einmal 30 Prozent gehen wählen, welche Relevanz hat die Studierendenvertretung? Bis 1967 wählten stets zwischen 60 und 70 Prozent der Studenten.

Maurer: Die Wahlbeteiligung war deswegen so hoch, weil es da ein Heft gegeben hat, wo man einen Stempel reinbekommen hat und die Studierenden haben Verschlechterungen befürchtet, wenn sie nicht wählen gegangen sind. Wir wünschen uns natürlich eine höhere Wahlbeteiligung und wir tun auch unendlich viel dafür. Wir haben eine Kampagne gestartet und viele Maßnahmen gesetzt um die Beteiligung zu steigern. Aber deshalb die ÖH in Frage zu stellen? Es sinkt die Wahlbeteiligung bei allen Wahlen. Es zeigt sich, dass es sehr viel damit zu tun hat, wie die Situationen an den Universitäten ist, wie viele Präsenzzeiten die Studierenden tatsächlich an der Universität haben. An den Fachhochschulen zum Beispiel ist die Wahlbeteiligung wesentlich höher, weil sie mehr vor Ort sind. 

derStandard.at: Oft gibt es Kritik am Mitgliedsbeitrag, es sei ein Zwangsbeitrag.

Müller: Wenn man eine Interessensvertretung macht, dann muss man in finanzieller Hinsicht unabhängig sein. Ich fände es extrem absurd, wenn die ÖH das Geld vom Ministerium erhält. Man würde sich in ein Abhängigkeitsverhältnis begeben. 

Maurer: Man muss auch dazu sagen, dass es in den 90er Jahren eine österreichweite Ur-Abstimmung unter Studierenden gab und da ist ganz klar die Befürwortung der Mitgliedschaft aller Studierenden in der ÖH herausgekommen.

derStandard.at: Inwiefern hat Unibrennt die Arbeit der ÖH verändert?

Wallerberger: Unibrennt hat uns mehr Leute gebracht, die sich auf der Bundesvertretung engagieren. Es hat uns viel Expertise und Austausch gebracht.

Maurer: Die globalste Auswirkung ist, dass viele Studierende politisiert worden sind. Wir merken, dass sich viel mehr Leute in die Bildungsdiskussion einbringen und dadurch gibt es auch viel mehr MultiplikatorInnen. Auch die Studierenden haben eine Familie, denen Sie erklären müssen, warum sie im Audimax sitzen und es besetzen. Diese Politisierung ist positiv, weil die Leute erkannt haben, dass sie tatsächlich was machen können. Sie haben diesen Raum genutzt, sie haben Arbeitsgruppen gegründet. Sie haben erkannt, dass sie sich auch selber in die Angelegenheiten einmischen können. Auch das ist ein Wandel in der politischen Kultur in der Zivilgesellschaft.

derStandard.at: Das zweite Jahr eurer Amtsperiode war eigentlich das einschneidendere, was Verschärfungen an den Unis betrifft. Hat Unibrennt zu früh stattgefunden, um Druck auf die Budgetverhandlungen ausüben zu können?

Maurer: Man muss sich schon anschauen, wie der politische Ablauf war. Dass das Budget so kommt, war klar. Die Diskussionen rund um Unibrennt haben die bildungspolitische Entwicklung aber dennoch entscheidend geprägt. Es wird jetzt oft so hingestellt, dass Unibrennt und wir nicht erfolgreich gewesen wären. Wir hätten aber keine 30 Zusatzmillionen von Hahn bekommen. Wir hätten ohne diese Proteste flächendeckende Zugangsbeschränkungen und wir hätten keinen Wandel in der Diskussion, ob wir zu viele oder zu wenige Studierende haben. Das alles sind Erfolge, die nicht ausreichen um die Situation zu verbessern, aber ohne unser Engagement und unsere Beharrlichkeit, wäre das alles nicht passiert.

Wallerberger: Dass die Politik in der Wissenschafts- und Hochschulpolitik weiterhin in Schockstarre verbleibt, ist der Politik vorzuwerfen und nicht den Studierenden.

derStandard.at: Zwei Jahre, drei Minister. Wie sind die drei WissenschaftsministerInnen, die es während Ihrer Amtszeit gab, zu bewerten?

Wallerberger: Um noch eine vierte dazu zunehmen: Waren Gehrer, Hahn und Karl so unterschiedlich? Ich glaube nicht, sie waren alle sehr linientreu und haben das Parteiprogramm nach bestem Wissen und Gewissen verfolgt. Bei Töchterle ist es noch schwierig, eine Aussage zu treffen. Er hat gezeigt, dass er mit der ÖH in Kontakt treten will und er sieht, dass an uns kein Weg vorbeiführt.

Maurer: Karl war eine Frau, das ist positiv zu bemerken.

Müller: Trotz allem war das Gesprächsklima besser als bei Hahn.

Maurer: Die Studierendenpositionen hat sie trotzdem ignoriert, wie die anderen auch.

Wallerberger: Karl hat ein Pflichtprogramm abgespult, das macht sie jetzt im Justizressort auch. Es waren immer die gleichen Aussagen. Es war nicht mehr spannend, was sie in den Interviews gesagt hat.

Maurer: Ich würde weitergehen: Es war nie spannend.

derStandard.at: Von Karlheinz Töchterle erwartet sich die ÖH und die Uniko mehr. Wie schätzen Sie die Möglichkeiten ein?

Müller: Es hängt zum großen Teil vom Rest der Regierung ab, ob er es schafft, stärker aufzutreten. Karl hat es nie geschafft, sich hinzustellen und zu sagen: 2011 haben wir das Jahr der Bildung, es müssen Taten folgen. Ob Töchterle sich angesichts einer neuen Finanzministerin und einer sehr einbetonierten Regierung durchsetzen kann, ist fraglich. Ich traue es ihm mehr zu als Karl.

Wallerberger: Er muss die Ellbogen einsetzen dazu. Nur mit Freundlichkeiten wird er sich nicht durchsetzen gegenüber Fekter.

derStandard.at: Was erwarten Sie von Fekter?

Maurer: Wir haben Fekter als menschenverachtende Ministerin kennengelernt. Ich weiß nicht was von ihr zu erwarten ist. Wir appellieren natürlich auch an sie, Wissenschaft und Universitäten entsprechend auszustatten.

Wallerberger: Als Humanistin glänzt sie sicher nicht.

derStandard.at: Ende des Monats finden ÖH-Wahlen statt. Was wollt ihr euren Nachfolgern mit auf den Weg geben?

Maurer: Wir haben da so ein Buch geschrieben, das werden wir ihnen mit auf dem Weg geben. (Präsentation am kommenden Dienstag, Anm.)

Müller: Mut, und dass sie sich trauen, laut zu sein gegen die Regierung. Es zahlt sich aus, nicht nur im Kämmerchen zu bleiben.

Wallerberger: Und eine bewegliche Bundesregierung, vor allem in Finanzierungsfragen ...

Maurer: ... am besten gleich eine neue.

derStandard.at: Und wenn ihr in 20 Jahren auf eure Tätigkeit zurückblicken werdet, was habt ihr gelernt?

Wallerberger: Ich werde mich fragen wie es möglich war, Wochen hindurch achtzig Stunden zu arbeiten.

Maurer: Es ist schon jetzt unerklärlich. Wenn ich mir anschaue, was wir alles organisiert haben. Das waren Demos mit Zehntausenden Menschen. Auch die dichte Abfolge der Ereignisse. Was ich gelernt habe, ist eine enorme Flexibilität, zum Beispiel innerhalb einer Stunde eine Medienaktion auf die Füße zu stellen.

Wallerberger: Was auf jeden Fall übrig bleibt: Man kann als Einzelperson Ohnmacht überwinden. Wenn man etwas tut, passiert etwas.

Müller: Ich habe gelernt, überzeugt für eine Sache einzustehen und nicht zu kuschen wenn ein Bundeskanzler vor einem steht.

Maurer: In den meisten Situationen kann man auch nicht anders.

Müller: Wenn Josef Pröll uns beim Brötchenessen zum Beispiel erklärt, dass die Familienbeihilfe eh vollkommen wurscht ist.

Maurer: Weil er gearbeitet und schon ein Kind gehabt hat, als er studiert hat.

Wallerberger: Wir haben im gesagt, dass nur 18 Prozent Studienbeihilfe beziehen und das sozial problematisch ist. Er hat geantwortet: "Seien wir froh, dass nur so wenige sozial bedürftig sind." Das war der Anstoß, den Tisch zu verlassen.

derStandard.at: Wie geht es in Zukunft weiter bei Ihnen? Frau Maurer, gerade bei Ihnen wird gemutmaßt, dass sie schon bald in der Parteipolitik wieder treffen könnte?

Maurer: Mir geht das schon ziemlich auf die Nerven. Es ist klar, dass so etwas gestreut wird. Dass wir politisch weiterarbeiten werden, liegt auf der Hand. Ich kann nicht anders. Ich bin so wütend, ich kann nicht zusehen bei den Ungerechtigkeiten dieser Welt. Ob das in Form eines Mandates in irgendeiner Partei, in einer NGO oder im Rahmen einer Universität, das weiß ich nicht. Ich will jetzt einmal meinen Abschluss machen, alles Weitere entscheidet sich später. Ich lehne Karriereplanungen, die so aussehen, dass ich in eine Organisation eintrete und dann komme ich bei der und der Position heraus, wie uns das der eine oder andere Staatssekretär vormacht, ab.

Wallerberger: Bei Kurz könnte man den Lebenslauf schon vorher auf Wikipedia schreiben.

derStandard.at: Zum Abschluss: Wird es in naher Zukunft wieder Studiengebühren geben?

Wallerberger: Nein, und wir kämpfen dagegen.

Maurer: Wir werden es verhindern. Also nicht mehr wir, sondern die andern ...

Wallerberger: Auf den Fachhochschulen gibt es ja noch immer Studiengebühren, wir wollen sie auch für die FHs abgeschafft wissen. (Sebastian Pumberger, Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 5.5.2011)

Sigrid Maurer (26, Grüne und Alternative StudentInnen) studiert Politikwissenschaft an der Uni Wien.

Mirijam Müller (23, Verband Sozialistischer StudentInnen) studiert Medizin an der Med-Uni Wien.

Thomas Wallerberger (24, Fraktion engagierter StudentInnen) studiert "Soziale Arbeit" (FH Campus Wien) und Politikwissenschaft an der Uni Wien.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 132
1 2 3 4
shangl
11
ich habe...

...die bundes-öh (die anderen levels der öh leisten ja wirklich was) noch nie irgendwie verhandeln gesehn...die sind immer nur nach 1-2 tagen aufgestanden und haben anderen dann gesprächsverweigerung vorgeworfen...im grossen und ganzen kann man den öh-vorsitz von gras wie folgt zusammenfassen --> demo, dagegen und nochmal demo...es gab 0 kompromissbereitschaft und die studentenschaft steht schon lange nicht mehr hinter dieser öh...man wird bei den wahlen sehn

ei padauz
00
27.5.2011, 15:04

wenn der "kompromiss" darin bestehen soll, brav alles weiter so zu fressen, wie es das finanzministerium (wissenschaftsministerInnen haben in Ö sowiso nix zu sagen) ausspuckt. dann ist das auch gut so.

selbst der hort der reaktion, der sich rektorenkonferenz nennt, hat die von ignoranz bis zur absichtlichen zerstörung akademischen lebens reichende politik seitens der övp nicht mehr ausgehalten - aber der öh wird das vorgeworfen....

Rigi Ragi
00
Recht so!

Liebe Sigi, bitte mach weiter in der Politik und bitte bleib so ehrlich und unabhängig wie du dich in diesem Interview gezeigt hast!

Linus Tintifax
11
recht offenes interview

schön, dass maurer und co. klarmachen wie eindeutig die uni-problematik dem unwillen der politik zu verdanken ist.
überhaupt machen ihre offenen aussagen alle drei befragten sehr sympatisch, vor allem was erlebnisse mit ministern betrifft. schade eigentlich, dass die interviewer nicht da und dort nachgehakt haben. sicher, man will sich ja keinen stress mit den zeitungseignern machen. schließlich sind das in der regel die selben leute, die u.a. mit wahlspenden in unbekannter höhe sowas wie die vp an der macht halten und die sp sukzessiv korrumpieren.

W.Hammerl
21

Die Forderungen der jungen Leute sind ganz schön heavy. Vor allem dafür, dass sie in ihrem Leben ja noch nicht viel geleistet haben. Sollten Sie Erfolg haben, braucht niemand mehr zu arbeiten sondern nur zu studieren.

Linus Tintifax
12
sehen sie

würden alle sich soviel trauen und hätten annähernd soviel verstand wie die drei interviewten, könnten wir die leistungsfrage auf motoren (für z.b. roboter=arbeiter) beschränken. was bliebe wär viel zeit für bildung, kunst und vor allem füreinander. wär das nicht der hammer...l?

shangl
00
und dann fassen...

...wir uns an der händen und tanzen im kreis *sing*...natürlich wär das der hammer, aber irgendwann muss man auch mal kapieren, dass es physikalische grenzen gibt...und wie das halt so ist, mit physikalischen grenzen --> man kann nicht mit ihnen diskutieren

Cynicism
11
"Wallerberger: Nein, und wir kämpfen dagegen"

Süß. Wollen sie mit den mit Tränen bedeckten Taschentuchkugeln werfen?

Linus Tintifax
01
what's that smell?

ihr zynismus riecht nach sarkasmus

ja zur gesamtschule <=> ja zu studiengebühren
00
hat sicher viel geleistet, die maurer!

Jujilla
00

Die ÖH hat unibrennt "gemacht". Mh. Ja. Genau.

Voestler
00
Der Blick hinter die Kulisse der Gespräche mit der Regierung sind erhellend

und decken sich mit dem Eindruck:

Bildung ist nur bei den Sonntagsreden ein Thema.
Auf die Konsequenzen, die mit dem Verlust der Familienbeihilfe verbunden sind, dachte die Regierung gar nicht - so weit sind sie vom Leben weg.

Der Österreicher
73

Bilderbuch Bobos.

Linus Tintifax
11
eh

aber hirn hams

shangl
00
das wage ich zu bezweifeln...

...maurer glänzt zumindest jedes mal entweder mit falschen zahlen oder der misinterpretation ebendieser...maurer hat noch kein einziges "duell" mit einem rektor argumentativ überstanden (und davon gabs viele)

Tethys
02

Inhaltlich haben Sie auch etwas beizutragen?

smea_gol
12

forum-spammer.

Rudl Kudlmudl
43

Warum sich die ÖVP in dieser Regierung schon wieder das Wissenschaftsministerium umhängen hat lassen, versteh ich nicht. Sollen die Roten und deren weltfremde Klientel doch selber schauen, wies mit dem Wahlversprechen der frei zugänglichen und kostenlosen Unis zurecht kommen, ohne die Qualität der Absolventen ins bodenlose absacken zu lassen (und ohne das Geld den Deutschen nachzutragen).

Da könnten sich diese supergscheiten ÖHler mal mit Ihresgleichen beim "sozial sein" messen, und gemeinsam rausfinden, dass ihre Rechnung einfach nicht aufgeht.

gridrunner478
01

das würde ihnen so passen: der schwarze finanzminister verweigerte dann dem roten wissenschaftsminister das budget das die unis dringend benötigen, den schwarzen peter bekämen aber natürlich die roten weil ihr minister ja "nichts" tut.

btw. wenn ihnen kostenlose hochschulbildung nicht zusagt, dann gehen's doch nach UK oder US.

smea_gol
00

haha,...
so als ob die schwarzen so arm wären, weil sie das innen-, finanz-, wissenschafts- und wirtschaftsministerium bespielen müssen.

hier geht es nicht um politische versprechungen, hier geht es um inhalte und sinnhaftigkeiten. und die würden von der spö vermutlich besser kommen, als von so leuten wie fekter oder karl.
auch wenn ich zugeben muss, dass das niveau nur ein wenig höher wäre.

Anticitizen1
713
Naja

Nur dagegen sein und sich kämpferisch geben ist mir persönlich zu wenig.

Abgesehen von sehr vielen Demos, einem Hausverbot im Parlament, weil sie Gegestände in Richtung Abgeordnete geworfen hat, und dem vollständigen Scheitern der (anfangs) berechtigten unibrennt-Bewegung, ist ihr nichts gelungen.

Sitzungen mit Regierungsvertretern hat sie nach kurzer Zeit abgebrochen, diesen aber gleichzeitig Gesprächsverweigerung vorgeworfen.

Und zum Schluss nochmal schnell 400.000€ aus ÖH-Beiträgen in ein diskriminierendes Cafe investieren...

sry, aber eine politische Vertretung sieht in meinen Augen anders aus.

Eisherz
01

Warum war unibrennt nur "(anfangs)", wie Sie schreiben, "berechtigt"?

Was hat sich nach diesem Anfang in punkto Studierendeninteressen denn so Bedeutsames verändert, dass unibrennt später nicht mehr, wie Sie schreiben, "berechtigt" war?

Das klingt doch eher so, als sei in Wirklichkeit aus Ihrer Sicht unibrennt schon "(anfangs)", um Ihre Formulierung aufzugreifen, nicht "berechtigt" gewesen.

Anticitizen1
24

weil die bewegung am anfang berechtigte missstände, wie das geringe budget, das schlechte betreuungsverhältnis usw. angeprangert hat, und so die schlechte situation der unis erst der öffentlichkeit bewusst wurde.

aber im verlauf wurden nur noch unrealistische, und vor allem politisch bedenkliche forderungen gestellt, sowie der (zugegeben erst spät) seitens des ministeriums angebotene dialog abgelehnt. zum zeitpunkt der polizeilichen räumung waren praktisch nur noch obdachlose anwesend, und die nach den protesten notwendige renovierung hat viel geld verschlungen.

die ersten diskussionen habe ich per live-stream mit gegeisterung verfolgt - deshalb das 'anfangs'.

shangl
00
also genau genommen...

...hat unibrennt ganz am anfang eher zu warmes bier (weil keine kühlschränke im hörsaal) angeprangert...erst später haben sich dann forderungen gebildet ;)

Anticitizen1
00

*begeisterung

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