Bundesheer soll 1.600 "Cyber Defender" bekommen

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"Konventionelle Angriffe gegen Österreich sind auf absehbare Zeit unwahrscheinlich geworden", heißt es in einem Dossier

Das Wochenblatt "News" veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe ein angebliches "Geheimdossier des Verteidigungsministeriums, das Mitte April der ÖVP zugestellt wurde." Titel des Dossiers lautet "Leistungsfähigkeit ÖBH ohne Wehrpflicht bezogen auf Aufgaben gemäß Sicherheitsstrategie". Stefan Hirsch, Sprecher des Verteidigungsministers Norbert Darabos, bestätigte gegenüber dem WebStandard, dass ein solches Dossier existiert. Es handele sich dabei um Darabos' Reformkonzept für das Bundesheer.

1.600 Mann

Demnach soll das Bundesheer einen "Cyber Defense"-Bereich bekommen, der mit rund 1.600 Mann ausgestattet werden soll. Die "Cyber Defense" soll demnach "durch Abwehramt, Heeresnachrichtenamt, Führungsunterstützungszentrum und Führungsunterstützungsbataillon sichergestellt werden. Das Thema Cyber Defense "hat einen hohen Stellenwert für Minister Darabos", erklärte Hirsch im Gespräch und bestätigte die vorgesehene Abteilungsstärke von 1.600 Mann.

"Cyberkriminalität, Cyber-Angriffe oder der Missbrauch des Internets für extremistische Zwecke"

Die Aufstellung dieses Bereichs beruht auf der neuen Sicherheitsstrategie, die von der Regierung beschlossen wurde. Dort heißt es wörtlich: "Konventionelle Angriffe gegen Österreich sind auf absehbare Zeit unwahrscheinlich geworden. Umso mehr sind Österreich und die EU von neuen Herausforderungen, Risiken und Bedrohungen betroffen." In der darauf folgenden Aufzählung werden dann auch "Angriffe auf die IT-Sicherheit" genannt. 

Auf Seite 8 der Sicherheitsstrategie heißt es: "Cyberkriminalität, Cyber-Angriffe oder der Missbrauch des Internets für extremistische Zwecke oder Netzwerksicherheit stellen besondere neue Herausforderungen für alle betroffenen Akteure dar und erfordern ein breites Zusammenwirken im Rahmen eines Gesamtkonzeptes", meldet das Magazin.

NATO mahnt seit Jahren

Die NATO mahnt schon seit Jahren die Entwicklung von Abwehrmaßnahmen gegen Angriffe aus dem Netz an. Vor drei Jahren legte eine Attacke auf den Mitgliedsstaat Estland viele Webseiten von Behörden und Unternehmen lahm. Ein Jahr später gründete die NATO ein Forschungszentrum in der estnischen Hauptstadt Tallinn, in dem an Abwehrstrategien gearbeitet wird.

Wann Darabos Vorschläge zur Bundesheerreform beschlossen würden, könne Hirsch nicht prognostizieren. Nach der Umstrukturierung der ÖVP-Spitze sollen die Verhandlungen mit dem Koalitionspartner aber schnellst möglich wieder aufgenommen werden. (red)

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