Bundesheer soll 1.600 "Cyber Defender" bekommen

4. Mai 2011, 13:50
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    foto: bundesheer.at

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"Konventionelle Angriffe gegen Österreich sind auf absehbare Zeit unwahrscheinlich geworden", heißt es in einem Dossier

Das Wochenblatt "News" veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe ein angebliches "Geheimdossier des Verteidigungsministeriums, das Mitte April der ÖVP zugestellt wurde." Titel des Dossiers lautet "Leistungsfähigkeit ÖBH ohne Wehrpflicht bezogen auf Aufgaben gemäß Sicherheitsstrategie". Stefan Hirsch, Sprecher des Verteidigungsministers Norbert Darabos, bestätigte gegenüber dem WebStandard, dass ein solches Dossier existiert. Es handele sich dabei um Darabos' Reformkonzept für das Bundesheer.

1.600 Mann

Demnach soll das Bundesheer einen "Cyber Defense"-Bereich bekommen, der mit rund 1.600 Mann ausgestattet werden soll. Die "Cyber Defense" soll demnach "durch Abwehramt, Heeresnachrichtenamt, Führungsunterstützungszentrum und Führungsunterstützungsbataillon sichergestellt werden. Das Thema Cyber Defense "hat einen hohen Stellenwert für Minister Darabos", erklärte Hirsch im Gespräch und bestätigte die vorgesehene Abteilungsstärke von 1.600 Mann.

"Cyberkriminalität, Cyber-Angriffe oder der Missbrauch des Internets für extremistische Zwecke"

Die Aufstellung dieses Bereichs beruht auf der neuen Sicherheitsstrategie, die von der Regierung beschlossen wurde. Dort heißt es wörtlich: "Konventionelle Angriffe gegen Österreich sind auf absehbare Zeit unwahrscheinlich geworden. Umso mehr sind Österreich und die EU von neuen Herausforderungen, Risiken und Bedrohungen betroffen." In der darauf folgenden Aufzählung werden dann auch "Angriffe auf die IT-Sicherheit" genannt. 

Auf Seite 8 der Sicherheitsstrategie heißt es: "Cyberkriminalität, Cyber-Angriffe oder der Missbrauch des Internets für extremistische Zwecke oder Netzwerksicherheit stellen besondere neue Herausforderungen für alle betroffenen Akteure dar und erfordern ein breites Zusammenwirken im Rahmen eines Gesamtkonzeptes", meldet das Magazin.

NATO mahnt seit Jahren

Die NATO mahnt schon seit Jahren die Entwicklung von Abwehrmaßnahmen gegen Angriffe aus dem Netz an. Vor drei Jahren legte eine Attacke auf den Mitgliedsstaat Estland viele Webseiten von Behörden und Unternehmen lahm. Ein Jahr später gründete die NATO ein Forschungszentrum in der estnischen Hauptstadt Tallinn, in dem an Abwehrstrategien gearbeitet wird.

Wann Darabos Vorschläge zur Bundesheerreform beschlossen würden, könne Hirsch nicht prognostizieren. Nach der Umstrukturierung der ÖVP-Spitze sollen die Verhandlungen mit dem Koalitionspartner aber schnellst möglich wieder aufgenommen werden. (red)

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Leider viele blödsinnige Kommentare hier zu lesen...

Kritische Infrastrukturen wie Strom, Telekom, Verkehr, Wasser, etc. müssen entsprechend geschützt werden. Für diese Infrastruktur wird immer mehr IT eingesetzt. Daher ist es schon sinnvoll "Cyber Defender" vorzusehen - das ist nat. die Aufgabe des Bundesheeres und nicht der Polizei.
In vielen Ländern gibt es bereits entsprechende Spezialisten/Abteilungen beim Heer die sich (notwendigerweise) mit den Themen CIP, CERT bzw. kritischer IT-Infrastrukturen im Allgemeinen beschäftigen.
Bitte einfach ein bissal nachdenken vor dem posten...

Wahrscheinlich ist das alles nur.....

..um die Homepage des Darabosschen Fußballvereins zu schützen; vor den Recken der Nachbarortschaft. :))))

Cool - welches Land greifen wir als erstes an?

Na wumm ÖBH Cyber Seals

warum so viele Spezialisten für den einen Bundesheer 486er? Einer kann lesen, einer schreiben, einer die a Taste, zwei für die Entertaste (die ist größer) drücken..... und pro Zeile der Bildschirmauflösung braucht man ja auch einen dafür ausgebildeten Beobachter.

Die Bsoffenen als Stasi..

.. mir wird ganz schlecht. Wenn ich daran denke dass die ständig betrunkenen Unteroffiziere kurz ZV (Zivilversager) jetzt Internet Sherrifs werden, krieg ich echt Angst.
Neue Leute werden sie nicht einstellen können, also gehts um die Existenzberechtigung der vorhandenen Truppe. Aner viele von denen können nichtmal tippen, geschweige ein E-mail schreiben. Will man die in einen AMS Computerkurs schicken? Hilfe! Bitte bitte nicht!

Abhörapparat gegen eigenes Volk? Warum Verteidigungsministerum/Geheimdienst zugeordnet???

Cyber-Kriminalität, Bekämpfung von Betrug usw. im Internet ist für meine Begriffe eindeutig Aufgabe des Innenministeriums.

Bleiben diese mysteriösen "Cyber-Attacken". Wer soll diese gegen welche österreichische Infrastruktur führen? IT-Sicherheit ist vorwiegend Aufgabe von Unternehmen und Organisationen, dazu braucht es kein zusätzliches "Cyber Defense" Heer an 1.600 IT-Experten. Wer glaubt, dass die im Krieg unsere Infrastruktur schützen könnten, hat keine Ahnung von globalen Netzwerken.

Angesichts Gerüchte zur Schaffung eines "Kill Switch" ist es wirklich sehr befremdlich, wenn ein derartige Einheit dem Geheimdienst (Nachrichtendienst) anstatt der Polizei nahestehend installiert wird! Kann in der Form nur Überwachung beabsichtigen.

Es wäre interessant wieder einmal Zugriff auf Behördennetze zu bekommen.

Transparente Proxies in deren Logfiles man dann die Pornoseiten die von den Behörden aufgerufen werden.

Eigentlich müsste man eine Bürgerwehr bilden und die Leute welche den Staat organisieren zum Teufel jagen.
Korruption, Lügen und Wichtigtuerei sind dort an der Tagesordnung. Seit dem 2. Weltkrieg wurden nur mehr Schulden gemacht und ein paar Skandale aufgedeckt.
Kein Wunder dass die Staatsgauner die Finanzexekutive verstärken müssen ansonsten würden die Unternehmer bald mal den Steuerhahn zudrehen. Ohne hartes durchgreifen würde es diesen Staatsfreakhaufen wohl nicht lange geben.

"Missbrauch des Internets für extremistische Zwecke"

Da sollten Journalisten mal stutzig werden, was damit konkret gemeint sei und warum das nicht Aufgabe unserer IT-Experten der Polizei sein kann!

Das Militär gegen das Volk?

Die Frage ist, ob das Cyber-Militär unsere Freiheit lediglich vor Gefahren von Aussen schützen soll oder ob es sich gegen die Bevölkerung richtet und Freiheiten einschränkt. Sieht mir eher nach Zweitem aus, da Cyberkriminalität nichts mit dem Militär zu tun hat.

Extremistische Zwecke? - Das macht am meisten Angst. Hier kann man dann jede unliebige Meinung zensieren und personen verfolgen.

"...Cyberkriminalität, Cyber-Angriffe oder der Missbrauch des Internets für extremistische Zwecke oder Netzwerksicherheit..."

"Cyberkriminalität" =>
Defence-Abteilungen für
IllegWett (wetten),
BomBa (Bombenbastelanleitungen),
SchadWare (Malware),
PostMüll (Spam),
KinderPo, ...

Hat ja viel mit Militär zu tun.

"Cyber-Angriffe" =>

wer "wirklich kritische" Infrastruktur dauerhaft un/mittelbar an öffentliche Netze anschliesst muss sich natürlich 1600 Wachhunde leisten

:-)

händeringend hoffentlich

http://www.google.de/search?q=... tandard.at

10.900 x auf derstandard.at :)

dank an big-burger weiter unten

Ein Gegner greift immer den schwächsten Punkt an.
Das beginnt damit, dass der kleine Kung Fu-Kämpfer seinem 2m-Rivalen den Finger bricht, weil dafür auch seine kleine Hand groß genug ist.
Und zieht sich durch bis zur Idee mit Falschgeld die Wirtschaft des Gegners durcheinander zu bringen.

Defence vs. Attack

Bevor jetzt viele über diese Idee herfallen.... Es geht nicht um Cyber Krieger sondern um Verteidiger. Ein Teil der Kriegsführung wird in der Zukunft darin liegen, dass man versucht, die Infrastruktur der Länder zu zerstören. Dazu braucht man auch nicht vor Ort sein, da reicht ein Hack auf die Steuerungsrechner und Licht aus. Nur weil das ÖBH in der Vergangenheit eine miese IT Ausstattung hatte heisst das ja nicht, dass das immer so bleiben muss.
Dieses Angriffsszenario ist jedenfalls wesentlich wahrscheinlicher als dass irgendwer mit dem Panzer an unserer Grenze steht.
Einfach mal nach Stuxnet googlen.

Gegen wen spielen die ?

Österreich gegen Deutschland, mal sehen wieviele die haben, und danach check ma uns noch bei den Schweizern ein, und stehlen das Urrezept vom Emmentaler.

;=) das Bundesheer wird für Hacker dann interessant...

endlich bietet das Bundesheer zeitgemäße Aufgaben auch für Jugendliche und macht was Sinnvolles..

Dennn mit veralterten Panzern in der Gegendherumfahren und mit veralterten Pinzgauern die Umwelt zerfahren...interessiert niemanden..

Aber Landesverteidigung am Datensektor klingt sogar inovativ und macht Sinn.

Landesverteidigung geschieht immer im Kontext der Zeit.
So gibt es z.B. schon lange keine Ritter in Rüstungen mehr, sondern Panzer.
Zum Teil ist die Landesverteidigung auch ein wesentlicher Motor neuer technischer Entwicklungen.
siehe Computer und Internet, siehe Flug- und Fahrzeugtechnik
Manche Sachen bleiben aber im Prinzip erhalten und verändern nur die Form.
z.B. die Verschlüsselung, die Spionage und die psychologische Kriegsführung

Für das haben wir Geld? Für die Unis leider nicht. Das nenne ich wirklich zukunftsorientierte Politik.

Die SPÖ bemüht sich außerordentlich das die Ohrfeige bei der nächsten Wahl eine schallende wird. Mit allen Mitteln wird versucht unter die Prozente der FPÖ zu kommen, um nur ja keine Regierungsverantwortung mehr übernehmen zu müssen. So, oder so ähnlich lese ich solche Aussagen von SPÖ Politikern. Schade. Das war mal eine richtig gute Partei.

1600 Internetkrieger für Österreich!
Die Frage ist nur: Allianz oder Horde?

stelle frei?

wuerde sofort dort anfangen. ab 6k brutto bin ich dabei!

Wow...Darabos im Cyber-War...

... da wird man echt feucht in der Hose! - Prrrrrrrrräsentiert den RAM!

1600 IT- Experten in Österreich, da wird das Heer ohne Söldner nicht auskommen...

1600 ECDLs :D

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