Von Gasen und über Fülle im Darm

11. Mai 2011, 15:46
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    foto: apa/armin weigel

    Was oben hinein kommt, muss in weiterverarbeiteter Form wieder hinaus. Was dazwischen passiert betrachten wir genauer.

Ballast im Darm, "schweres" versus "leichtes" Essen und die dazugehörigen Gase

Gibt es absolut unverdauliche Lebensmittel?

"Du bist was du isst" mag in gewisser Weise auf Stoffe zutreffen, die der Körper durch die Nahrung aufnimmt, es gibt aber auch Unverdauliches, das unser Inneres passiert. Es besteht zum Großteil aus so genannten pflanzlichen Zellwandbestandteilen, die der Mensch aufgrund fehlender Enzyme nicht verdauen kann. Gernot Faustmann vom Human Nutrition & Metabolism Research and Training Center an der Grazer Karl-Franzens-Universität erklärt die Vorteile dieses - nur vermeintlich - nutzlosen Ballasts: "Ballaststoffe tragen mit ihrem hohen Volumen wesentlich zur Füllung des Magens bei, sie verlängern die Verweildauer des Speisebreis im Magen und wirken dadurch auf das individuelle Sättigungsgefühl ein. Vor allem die wasserunlöslichen Vertreter regen die Darmmotilität an, verkürzen somit die Transitzeit der Nahrung durch den Darm und können vor Verstopfung schützen", so der Wissenschafter. Ballaststoffe beeinflussen daher wesentlich, wie schnell der gesamte Speisebrei wieder zum Vorschein kommt.

Zur Gruppe der unverdaulichen Stoffe zählt die wasserunlösliche Zellulose - enthalten in Obst, Gemüse und Getreide. Aber auch die wasserlöslichen Pektine, die in der Lebensmittelproduktion als Gelier- oder Verdickungsmittel verwendet werden, sind definitionsgemäß Ballaststoffe. In der Natur kommt Pektin in Obst und Gemüse vor.

Was ist schweres, was leichtes Essen?

Wenig anfreunden kann sich der Wissenschafter mit den umgangssprachlichen Begriffen "schweres" oder "leichtes" Essen und zwar aufgrund "seriöser Definitionsprobleme". Mit schwer kann schwer verdaulich oder kalorienreich gemeint sein. "Das stimmt dann überein, wenn es sich um fettreiche Lebensmittel handelt", so Faustmann. Doch ganz so einfach sei es auch wieder nicht: Ballaststoffreiche Mahlzeit vor dem Sport wird von Athleten auch als schwer, weil schwer verdaulich empfunden, obwohl die Mahlzeit wenig Energie liefert.

Ähnlich sieht die Sache bei leichtem Essen aus: Als besonders "leicht" verdaulich gelten zwar fett- und proteinarme, aber zuckerreiche Lebensmittel. Die Banane ist so ein Beispiel, nicht umsonst gilt sie als Krankenkost. "Die Magenverweildauer einer Mahlzeit kann aber subjektiv zur Charakterisierung leichtes versus schweres Essen beitragen", weiß Faustmann. Durchschnittlich werden pro Minute zwei bis vier Kilokalorien vom Magen in den Dünndarm abgegeben. "Verzehrt man einen Hamburger und mittlere Pommes (255 + 340 kcal) ist der Magen, entsprechend dieser Faustregel, nach zweieinhalb bis fünf Stunden wieder leer. Da dieses Fastfood eine hohe Energiedichte aufweist und wenig Ballaststoffe enthält, ist deren Verweildauer eher im unteren Bereich dieser Zeitspanne angesiedelt und somit der Sättigungseffekt weniger lang anhaltend im Vergleich zu Lebensmitteln mit gleichem Energiegehalt aber niedriger Energiedichte und höherem Ballaststoffgehalt", so der Wissenschafter. Es hängt also nicht nur davon ab was wir essen, sondern auch vom Volumen und Energiegehalt (Kalorien) der Lebensmittel, wenn es um das subjektive Gefühl der Verdaulichkeit geht, denn je mehr Kalorien Nahrung hat, desto länger verweilt sie im Magen.

Klarer sind die Richtlinien für die Lebensmittelkennzeichnung in der EU: Produkte dürfen nur dann als "light" gekennzeichnet werden, wenn sie um mindestens 30 Prozent eines bestimmten Inhaltsstoffes (Zucker, Fett, Gesamtenergie) weniger enthalten als das handelsübliche Vergleichsprodukt.

Kann Nahrung auch zu lange im Verdauungstrakt bleiben und ab wann ist das ein Gesundheitsrisiko?

"Grundsätzlich gibt es keine kritische Passagezeit von Nahrungsbrei durch einen gesunden Verdauungstrakt allerdings kann es notwendig sein bei krankhafter Verstopfung die Darmentleerung durch einen Einlauf herbeizuführen", so Faustmann. Er bewertet eine längere Verweildauer ballaststoffreicher Lebensmittel im Magen und das damit verbundene Sättigungsgefühl als durchaus positiv. Andererseits gebe es aber auch Hinweise darauf, dass eine verkürzte Verweildauer des Nahrungsbreis im Dickdarm das Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken reduzieren kann. "Studien aus den 1980er und 90er Jahren legten nahe, dass eine häufige Verstopfung das Dickdarmkrebsrisiko erhöhe. Allerdings sind die Ergebnisse von späteren qualitativ hochwertigeren Studien widersprüchlich", erklärt der Wissenschafter.

Warum entweichen Gase wie sie entweichen?

Aufstoßen wird durch Gase im Magen verursacht. "Diese Gase sind etwa verschluckte Luft bei hastigem Essen oder Trinken oder Kohlendioxid nach dem Konsum kohlensäurehaltiger Getränke", erklärt der Ernährungsexperte. Im Gegensatz zum Aufstoßen entstünden die Gase bei Blähungen während - bakterieller - Verdauungsprozesse im Darm.

Die Datensammlung im Buch "Der Mensch in Zahlen" hat zu diesem Thema im Kapitel "Die Darmgase" noch Detaillierteres zu bieten: Rund 15 Mal am Tag gibt ein Erwachsener körpereigene Gase ab - mit einem Durchschnittsvolumen von 40 Millilitern. Bemerkenswert: 99 Prozent der Menge sind geruchlos, nur ein Prozent trägt zum schlechten Raumklima bei. Schuld daran ist Schwefelwasserstoff und Methylsulfate, ist nachzulesen. Noch ein Detail am Rande: beim Genuss von Bohnen erhöht sich das Darmgasvolumen beträchtlich, das wird in der Statistik extra angegeben. Insofern hat der Ausspruch gewissen Wahrheitsgehalt: "Jedes Böhnchen ein Tönchen". (mat, derStandard.at, 12.5.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 66
1 2
Grüner Kakadu
01
25.5.2011, 14:12

Mit meinen Gasen könnt' ich ein Auto antreiben!

skipper2002
00
19.5.2011, 17:43
muss ja lustig sein

in einem Großraumbüro.

Sinfioetli
02
18.5.2011, 06:58

ich hab auch grad einen bob in die bahn glegt...

ARO5
00
18.5.2011, 09:02

Ha ha, der war gut.

ATHARAXIS
 
00
17.5.2011, 23:07

Schei..en und der Tod, die einzige Konstate im Leben und wohl auchdas Einzige wo der Satzt." Wir alles sind GLEICH" seine Berechtigung hat.

Sinfioetli
00
18.5.2011, 06:56

und was is mit der golden shower???

hadioread
01
16.5.2011, 11:15
Frage an Mediziner, Ernährungswiss. und Biologen:

Wie sieht es eigentlich mit den Firmicuten und ihrer Erforschung aus? In der Öffentlichkeit hört man nämlich selten dass Salat auch dick machen kann ;)

Das Kapital ist die wahre Macht
03
13.5.2011, 11:18
Meine Blähungen möchte ich gegen nichts eintauschen!

Auch nicht gegen einen Haufen Gold.

ein Kornfeld im Bett
00
16.5.2011, 20:22
freie Heizung...

... dann auf das Feuerzeug nicht vergessen und die Gase abfackeln!

Emil Sacklinger
 
05
13.5.2011, 11:58

... da bin ich wesentlich pragmatischer.

(für einen haufen gold ließe ich meine blähungen geräuschvoll entweichen)

armerschwarzerkater
00
16.5.2011, 08:54

ja, ich wäre diesbezüglich auch sehr offen und freigiebig eingestellt.

Dagmar Rehak Wien
 
42
12.5.2011, 18:20

Der Artikel ist blöd, aber das Foto ist geil.

wider Indifferenz
01
26.5.2011, 00:19
geniales foto sogar!

wenn das in 5.000 jahren wer findet, glaubt er, wir haben in einer rituellen stätte teile unserer nahrung den göttern geopfert. die nach unten weisende hand eines priesters oder adeligen auf der rechten seite weist den betrachter scheinbar an, wie die rituelle kultstätte zu "benutzen" wäre. der sympathische lichtschein von links hingegen signalisiert die zufriedenheit der götter über das gelunge Nahrungsopfer.
sie scheinen eindeutig von rechts nach links gelesen zu haben..
XD

Bambi, die Sau
02
12.5.2011, 17:31

In Amerika gibts ja jetzt angeblich dieses Pulver, damit das Gacksi nicht so stinkt.

hellfast
01
12.5.2011, 18:14

kokain?

Chien de Pique
00
12.5.2011, 18:42

Würde mich jetzt wirklich interessieren, was das genau ist.
Chlorophyll-Tabletten sollen einen entsprechenden Effekt haben.
http://www.nutritional-supplements-health-guide.com/chlorophy... efits.html
Aloe-Vera-Saft soll auch diesen Effekt haben.
Dieses nette Produkt habe ich auch gefunden, wird aber nicht oral eingenommen:

http://www.mintyass.com/

hellfast
00
13.5.2011, 10:34

mein ansatz wär ja ein anderer...

Emil Sacklinger
 
08
12.5.2011, 13:21
das entweichen der darmgase ist eine enorme erleichterung

sofern es nicht ausgerechnet und unüberhörbar während einer wichtigen geschäftlichen besprechung - verbunden mit massiven olfaktorischen irritationen - passiert.

(mensch, hatte ich da plötzlich eine dunkelrote birne !)

(°)(°)
02
18.5.2011, 14:58

Ah jeder an Schnapper und schon ist er weg...

jumpingjack flash
04
12.5.2011, 16:10
...............

.............und jetzt meine damen und herren stellen sie sich vor wenn wir diese gase thermisch verwerten und in elektrische energie umwandeln könnten....

(klingt professioneller als "der drückt mich nicht mehr" :-))

mostbirn
00
18.5.2011, 20:49
Kraftwerk

Sogenanntes Schaskraftwerk.

Dirty Sanchez
 
020
12.5.2011, 15:31
Kann bisweilen aber ziemlich spannungslösend sein,

auch oder gerade in Geschäftsbesprechungen.

Das Angebot ist inhaltsleer,
der CEO schaut blöd umher,
da läßt der Bilanzbuchhalter einen krachen,
die Vorstandsmitglieder fangen an zu lachen;
so kann man auch mit kleinen Dingen
Manageraugen zum Leuchten bringen.

lumpi08
00
18.5.2011, 15:05
Seit wann können Sie auch 6-Zeiler,

Herr Großruck?

chelene chirsch
01
13.5.2011, 11:34

der nickname hat in kombination mit thema und gedicht auch was unterhaltsames... :)

letztens hatten wir im haus eine besprechung bis etwa 23.00 - mit buffet zwischendurch. die bohnen mit speck sind ziemlich gut weggegangen, gottseidank war ich in der zweiten halbzeit nicht mehr dabei...

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