Bis Montag keine Opfer aus Österreich bekannt
Die deutsche Justizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger hat Sony aufgefordert, die
Datenpannen so schnell wie möglich aufzuklären. "Es ist beunruhigend,
dass Sony nur wenige Tage nachdem einer der größten Datenskandale der
Geschichte bekanntgeworden ist, bereits die nächste schwere Panne
einräumen muss", sagte Leutheusser-Schnarrenberger dem "Handelsblatt". Sony müsse vor allem erklären, wie derartige
Pannen zukünftig verhindert werden sollen, forderte die
FDP-Politikerin. Sensible persönliche Daten müssten gesichert und vor
dem Zugriff Dritter geschützt werden.
Drängende Probleme bei Datenschutz
Nach den Worten von Leutheusser-Scharrenberger zeigen die
Datenpannen bei Sony, Apple und der Unesco erneut, dass man die
drängenden Probleme beim Datenschutz nicht mehr auf die lange Bank
schieben könne. Um solche Datenskandale künftig zu verhindern, solle
die geplante Stiftung Datenschutz vorangetrieben werden. "Die
Stiftung Datenschutz setzt bei der Datenschutzfreundlichkeit der
Unternehmen und öffentlichen Stellen an und zertifiziert sie
entsprechend", sagte die Justizministerin.
Datenschutzsiegel
Die Unternehmen würden mehr auf Datenschutz und -sicherheit
achten, wenn sie durch eine Herabstufung beim Datenschutzsiegel
massive Einbußen bei den Kundenzahlen und beim Renommee fürchten
müssen. Der Krimi um den Datenklau beim japanischen
Unterhaltungselektronik-Riesen Sony hatte sich zuletzt ausgeweitet:
Nach dem Diebstahl der Daten von bis zu 77 Millionen PlayStation Netzwork- und
Qriocity-Nutzern gab der Konzern am Montag bekannt, dass auch rund 24
Millionen Spieler von Sony Entertainment Online betroffen sind.
Noch keine Betrugsopfer
Bei den großen österreichischen Kreditkartenanbietern Card
Complete und Paylife hatten sich bis Montag Mittag
noch keine Betrugsopfer gemeldet. Bei Card Complete (ca. 1.1 Mio.
Karteninhaber in Österreich) habe es keinen Hinweis darauf gegeben,
dass ein Kunde des Unternehmens betroffen sein könnte, so Georg
Huemer für das Unternehmen. (APA)