Deutsche Justizministerin: Sony muss Datenpanne aufklären

4. Mai 2011, 09:31

Bis Montag keine Opfer aus Österreich bekannt

Die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat Sony aufgefordert, die Datenpannen so schnell wie möglich aufzuklären. "Es ist beunruhigend, dass Sony nur wenige Tage nachdem einer der größten Datenskandale der Geschichte bekanntgeworden ist, bereits die nächste schwere Panne einräumen muss", sagte Leutheusser-Schnarrenberger dem "Handelsblatt". Sony müsse vor allem erklären, wie derartige Pannen zukünftig verhindert werden sollen, forderte die FDP-Politikerin. Sensible persönliche Daten müssten gesichert und vor dem Zugriff Dritter geschützt werden.

Drängende Probleme bei Datenschutz

Nach den Worten von Leutheusser-Scharrenberger zeigen die Datenpannen bei Sony, Apple und der Unesco erneut, dass man die drängenden Probleme beim Datenschutz nicht mehr auf die lange Bank schieben könne. Um solche Datenskandale künftig zu verhindern, solle die geplante Stiftung Datenschutz vorangetrieben werden. "Die Stiftung Datenschutz setzt bei der Datenschutzfreundlichkeit der Unternehmen und öffentlichen Stellen an und zertifiziert sie entsprechend", sagte die Justizministerin.

Datenschutzsiegel

Die Unternehmen würden mehr auf Datenschutz und -sicherheit achten, wenn sie durch eine Herabstufung beim Datenschutzsiegel massive Einbußen bei den Kundenzahlen und beim Renommee fürchten müssen. Der Krimi um den Datenklau beim japanischen Unterhaltungselektronik-Riesen Sony hatte sich zuletzt ausgeweitet: Nach dem Diebstahl der Daten von bis zu 77 Millionen PlayStation Netzwork- und Qriocity-Nutzern gab der Konzern am Montag bekannt, dass auch rund 24 Millionen Spieler von Sony Entertainment Online betroffen sind.

Noch keine Betrugsopfer

Bei den großen österreichischen Kreditkartenanbietern Card Complete und Paylife hatten sich bis Montag Mittag noch keine Betrugsopfer gemeldet. Bei Card Complete (ca. 1.1 Mio. Karteninhaber in Österreich) habe es keinen Hinweis darauf gegeben, dass ein Kunde des Unternehmens betroffen sein könnte, so Georg Huemer für das Unternehmen. (APA)

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