Wachsen mit der Sonne

3. Mai 2011, 20:13
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Die Förderung solarer Großanlagen und Grundlagenforschung soll den Marktanteil der Solarthermie weiter steigern

Was Solarthermie angeht, das betonten die am Dienstag auf einem einschlägigen Workshop in Wien anwesenden Experten, sei Österreich Exportmeister. So schilderte Roger Hackstock, Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar: "80 Prozent der hierzulande produzierten Sonnenkollektoren gehen ins Ausland."

Hackstock leitet und koordiniert gemeinsam mit Werner Weiss von AEE Intec, dem Institut für nachhaltige Technologien, die Österreichische SolarthermieTechnologie-Plattform, ASTTP, die diesen Workshop im Haus der Forschung veranstaltete. Dieser stand dementsprechend ganz im Zeichen internationaler Projekte mit heimischer Beteiligung - von Singapur bis Saudi-Arabien.

Dort, in Riad, konnte das Kärntner Solarunternehmen Greenonetec, der weltweit größte Produzent thermischer Sonnenkollektoren, den Auftrag für das derzeit größte Solaranlagenprojekt der Welt für die Princess-Noura-Bint-Abdulrahman-Universität für Frauen gewinnen. Die Solaranlage ist mit 36.305 Quadratmeter Kollektorfläche fast doppelt so groß wie die derzeit größte solarthermische Anlage in Marstal, Dänemark, mit knapp 20.000 Quadratmetern.

Heizen und kühlen

Solare Großanlagen, die als Pilotprojekte ein Bindeglied zwischen Forschung und Markt darstellen sollen, seien derzeit auch im Fokus der Förderaktivitäten des Klima- und Energiefonds, sagte dessen Geschäftsführerin Theresia Vogel. Der Fonds, angesiedelt beim Umwelt- und Verkehrsministerium, wurde 2007 ins Leben gerufen, um die Klima- und Energiestrategie des Bundes umzusetzen .

So errichtet beispielsweise der Schinkenproduzent Berger für sein Werk in Sieghartskirchen (NÖ) eine Solaranlage mit 1200 Quadratmetern Solarkollektorfläche zur Prozesswärmeunterstützung. Damit soll der Heizölverbrauch um jährlich rund 537 Megawattstunden reduziert werden, 146 Tonnen Kohlendioxid sollen so vermieden werden.

In Graz wiederum plant die AVL List Aspach GmbH, eine Solaranlage zu installieren, die nicht nur als Heizung dient, sondern auch zur Kühlung der Bürogebäude und zur Erzeugung von Prozesskälte für die Prüfstände.

"Forschung und Industrie zusammenzubringen, das ist auch Ziel der ASTTP", ergänzte Werner Weiss und wies darauf hin, dass - nachdem die Marktimplementierung der angewandten Forschung bereits gut funktioniere - weitere Grundlagenforschung notwendig sei. Vor allem im Bereich der Speichertechnologie, wie er erklärte: "Es muss darüber nachgedacht werden, langfristig einen Ersatz für das Speichermedium Wasser zu finden." (max/DER STANDARD, Printausgabe, 04.05.2011)

 

  • Insgesamt sind in Österreich derzeit 4,3 Mio. Quadratmeter Kollektorfläche in Betrieb.
    foto: david

    Insgesamt sind in Österreich derzeit 4,3 Mio. Quadratmeter Kollektorfläche in Betrieb.

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