Weltbevölkerung beschleunigt ihr Wachstum

3. Mai 2011, 18:46
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Im Jahr 2100 leben voraussichtlich 10,1 Milliarden Menschen auf der Erde

Berlin - Die Weltbevölkerung wächst bis zur Mitte des Jahrhunderts schneller als bisherige Berechnungen vermuten ließen. Leben derzeit knapp sieben Milliarden Menschen auf der Erde, so werden es 2050 nach einer Schätzung der UNO 9,3 Milliarden sein. Das sind 200 Millionen mehr als noch 2009 prognostiziert worden war. Im Jahr 2100 werden voraussichtlich 10,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wie die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) am Dienstag in Berlin bekanntgab.

Ab 31. Oktober 2011 werden den Prognosen zufolge erstmals sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben, wie der stellvertretende Direktor der UNO-Bevölkerungsabteilung, Thomas Büttner, sagte. Er räumte ein, das Datum sei als Symbol zu verstehen, um auf das stetige weltweite Bevölkerungswachstum hinzuweisen. Es sei eine statistische Hochrechnung, exakt könne der Tag nicht bestimmt werden.

Nach zehn Jahren um eine Milliarde mehr

Während es 13 Jahre gedauert habe, bis die Weltbevölkerung von fünf auf sechs Milliarden gestiegen sei, habe es jetzt nur zehn Jahre gedauert, bis sie erneut um eine Milliarde gewachsen sei, sagte Büttner. 1962 noch seien drei Milliarden Menschen gezählt worden. Das Bevölkerungswachstum findet fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt, wie es weiter hieß.

Allein in Afrika wird sich die Bevölkerung von heute 1,02 Milliarden auf voraussichtlich knapp 3,6 Milliarden Menschen im Jahr 2100 mehr als verdreifachen. Indien wird China voraussichtlich im Jahr 2021 als bevölkerungsreichstes Land der Erde überholen.

Europa schrumpft

In Europa hingegen wird die Bevölkerung abnehmen: Leben hier heute noch 738 Millionen Menschen, werden es in 90 Jahren voraussichtlich nur noch 674 Millionen Menschen sein, wie aus der Prognose hervorgeht.

Das rasante Weltbevölkerungswachstum verschärfe nicht nur die Armut, sondern sei zudem ein wichtiger Grund für die weltweiten Umweltprobleme, hieß es bei der Präsentation der Zahlen. Auch steigende Weltmarktpreise für Nahrungsmittel seien unter anderem auf die zunehmende Weltbevölkerung zurückzuführen. (red/APA)

  • Varianten der Bevölkerungsprojektionen mit unterschiedlichen Annahmen über die zukünftige Geburtenentwicklung.
    foto: stiftung weltbevölkerung (dsw)

    Varianten der Bevölkerungsprojektionen mit unterschiedlichen Annahmen über die zukünftige Geburtenentwicklung.

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