Teilen und gefallen

3. Mai 2011, 13:35
2 Postings

Wir sind jetzt auch auf Facebook. Na, und?

Gegründet wurde Facebook ja bekanntlich von dem damals 20-jährigen Mark Zuckerberg. Heute "gefällt" die Plattform sozusagen schon praktisch jedem Neugeborenen, deswegen muss der Mann auch nicht mehr Marketing machen, sondern kann sich seiner mehr als vier Millionen "Freunde" erfreuen. Und weil das eben so seine Zeit in Anspruch nimmt, blieb uns wohl die ultimative und suprigste Antwort des Gründers versagt. (Auch jede andere, übrigens.) Gefragt hatten wir ihn hochoffiziell um ein paar Argumente, die derStandard.at/Wirtschaft noch schneller davon überzeugen hätten können, den beschwerlichen Weg auf den Zuckerberg, also den Olymp des Social Media, in Angriff zu nehmen. Schmecks!

Wir haben nun - quasi um Zuckerberg ein wenig zu ärgern - trotzdem einen Facebook-Account eingerichtet, um unsere journalistischen Groß- und Kleinode zu ökonomischen Fragen zu teilen, mitzuteilen, umzuverteilen, aufzut ... ja, was denn noch alles? Da ist man durchaus geteilter Meinung. Irgendwie hat jedenfalls alles mit teilen zu tun, was hier passiert, und das ist durchaus in Ordnung, schließlich hat dieser Begriff heute selbst in der Ökonomie nicht mehr unbedingt den schlechtesten Ruf.

Denn nicht notwendigerweise wird alles weniger, sobald es geteilt wird - dazu hat Elinor Ostrom zahlreiche Überlegungen angestellt, und die wurde bekanntlich 2009 dafür mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. "Was mehr wird, wenn wir teilen", lautete ihr Forschungsansatz. Das Wissen der derStandard.at-Wirtschaftsredaktion ist dabei nachweislich nicht vorgekommen.

Aber das soll sich eben ändern. Deswegen "gehen" wir nun doch zu Facebook - und heißen alle herzlich willkommen, die uns dort begleiten und verfolgen, studieren und im Auge behalten wollen. Und nun also der unvermeidliche Aufruf: Teilen wir uns, vermehren wir uns! Gemeinsam sind wir gar nicht so wenige.

Wem "gefiele" das nicht? Na also! (derStandard.at, 3.5.2011)

Share if you care.