Belastendes Schulbuffet

Österreichs Kinder sind mit Pestiziden belastet

4. Mai 2011, 10:52
  • Artikelbild
    foto: apa/peter steffen

    Aus Angst vor Pestiziden auf Obst grundsätzlich verzichten, ist der falsche Weg.

Global 2000 will Belastungsquelle Schulbuffet ausschalten und fordert verpflichtende Bio-Buffets

Wien - Österreichs Schüler sind laut einer von Global 2000 untersuchten Stichprobe mit Pestiziden belastet - zwar keineswegs so stark, dass eine direkte gesundheitliche Relevanz bestünde, doch könnten durchaus Langzeitfolgen drohen, wie es heute, Dienstag, bei einer Pressekonferenz in Wien hieß. Die Umweltorganisation verlangt daher verpflichtende Bio-Schulbuffets, um zumindest eine Belastungsquelle auszuschalten. Dafür würde ein einfacher Erlass von Unterrichtsministerin Claudia Schmied genügen.

Nachdem im September 2010 eine Untersuchung an Schulbuffets ziemliche Belastungen des konventionellen Obstes ergeben hatte, testete Global 2000 nun - nicht repräsentativ - die Kids. Dabei wurde der Urin von fünf Wiener Schülern analysiert, was bei allen Belastungen mit Organophosphorverbindungen ergab.

Obst aus unbedenklicher Landwirtschaft

Die entsprechenden Pestizide werden in Österreich großräumig in der Landwirtschaft eingesetzt. Verschiedene Studien würden laut der Global 2000-Mitarbeiterin Daniela Hoffmann nahelegen, dass die Aufnahme von Organophosphaten negative Effekte hat - insbesondere auf die Hirnentwicklung und damit auch auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen.

Keinesfalls will man bei der Umweltorganisation, dass die Heranwachsenden aus Angst vor Pestiziden noch mehr Würstel und Pommes verspeisen. "Wir sind froh, wenn sie überhaupt Äpfel essen", betonte Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien. Allerdings sollten diese nach Möglichkeit aus einer unbedenklichen Landwirtschaft stammen. Und dies könnte durch einen einfachen Erlass des Unterrichtsministeriums, der Bio-Schulbuffets vorschreibt, gewährleistet werden. Damit würde der Bio-Gedanke auch in den Familien verbreitet werden, glaubt man bei Global 2000. (APA)

Kommentar posten
23 Postings
Graugans
02
Kinder mit Pestiziden belastet!

Na gut, dann ess ich halt was Anderes!

angelvoices
20
und dann wundert man sich, daß man keine

Kinder in die (Pestizid)welt setzen will...

marty fink
01
Was mich am meisten stört hier im Standard.

Selten werden Links zu den Studie beigefügt. Weder kann man aus einem Kommentar, und nichts anderes ist dieser Beitrag, die Qualität der Studie oder etwaige Schlussfolgerungen bewerten!
Im positiven wie im negativen Sinne...

Liebe_voll
00
30.5.2011, 16:18
Link Artikel Pestizide

Welche Studien Global 2000 anführt, konnt ich zwar nicht recherchieren, anbei aber ein interessanter Artikel zum Thema "Pestizide, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe": http://gesund.co.at/pestizide... ffe-12496/ - vielleicht ein bisserl polemisch, aber sich nicht giftig ;-)

Bastardl
00
Raiffeisen frisst seine Kinder

Rosenholzer
01

Und das beste: scheinbar werden über den Urin mehr Organophosphate ausgeschieden als über das Obst aufgenommen werden: http://www.springermedizin.at/artikel/4... t-ungesund

Herzerzog Johann
92
Ein Erlass ...

... auf Grund unbewiesener Behauptungen würde juristisch wohl nicht lange Bestand haben.

pewa
11

Welche unbewiesenen Behauptungen meinen Sie?
Dass Organophosphate in geringen Dosen die Gehirnentwicklung stören - darüber gibts ja Studien (siehe Pubmed).
Und nach dem Essen von Äpfeln wurden die enstprechenden Metaboliten der Pestizide im Harn nachgewiesen.

utarefson
00
Wissen Sie überhaupt was alles in Pubmed veröffentlicht wird?

Der Standard von Pubmed ist gleich dem Standard von vom Med-Standard!

peak oil
02
ein erlass

brauch gar keine begründung.

Herzerzog Johann
10
Nachdem ein Erlass ...

... immer nur auf Grundlage eines Gesetzes erfolgen kann, wird man ihn auch irgendwie begründen müssen. Andernfalls wäre er wohl willkürlich - und das goutieren die Höchstgerichte eher nicht.

monoton
113

klar kein wunder wenn der politik immer wichtiger ist die interessen der industrie durchzusetzen als die interessen der menschen zu vertreten.
vor ein paar jahren hat die övp gesundheitsministerin die grenzwerte für pestizide massiv heraufgesetzt, damit das tolle spanische gemüse noch weiterhin verkauft werden kann...

Godesberg
12

99% aller Pestizide erzeugt die Pflanze selbst - je mehr sie sich mit Schädlingen herumschlagen muss, desto mehr...

Oskar102
213
Profit wichtiger als Schutz der Kinder

Zinnmo
 
232
Reine Panikmache

Heute verwendete Pestizide sind zwar nicht gerade gesund, aber sicher weit weniger giftig als das, was in der 60ern oder 70ern verspritzt wurde. Wo sind da die Langzeitschäden?

Global 2000 ist eine dieser unseriösen Pseudoumweltorgnisationen, die regelmäßig aufgebauschte Bedrohungen aufbauen um spenden zu lukrieren.

moejoe187
00

Sie reden von Langzeitschäden und 40 Jahren....ab wann beginnen Langzeitschäden? Etwa schon nach 10 Jahren?

Bürger Europas
17

Die langfristigen Auswirkungen auf die Hirnentwicklung kann man doch eindeutig an den Forumbeiträgen hier ablesen!

Never
13
Das ändert

aber nun mal nichts an der Tatsache, dass auch wenig Gift immer noch Gift ist und den Körper schädigt ;-).

Herzerzog Johann
34
Die Dosis ...

... macht das Gift.

ecologyst
03

Deswegen habe ich mich gegen Pestizide impfen lassen. Damit sollte ich für die nächsten Jahre geschützt sein.

The_new_number_2
00

Wie? Hast du einen der "Kinderäpfel" vom Billa gegessen?

Oskar102
27

Immer wieder gibt es Untersuchungen die Krebserkrankungen aufgrund der langfristigen Folgen des Pestizideinsatzes zumindest nahelegen. Wahrscheinlich sind Krebskranke für sie aber auch nicht existent sondern reine Panikmache?

krendl
05
Schulobstlieferant?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.