Die 38 größten "Feinde der Pressefreiheit"

3. Mai 2011, 11:21
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Insbesondere religiöse und terroristische Gruppen sehen Medien nur als Propagandainstrumente

Berlin - Reporter ohne Grenzen (ROG) hat eine Liste mit den 38 größten "Feinden der Pressefreiheit" veröffentlicht. Dazu gehören Staats- und Regierungschefs, Könige, paramilitärische Gruppen, kriminelle Netzwerke und extremistische Organisationen. Sie missbrauchten ihre Macht, um kritische Medien zu zensieren, Journalisten zu entführen, zu foltern und zu ermorden, sagte die Menschenrechtsorganisation anlässlich des Internationalen Tags der Presse an diesem Dienstag in Berlin.

"Die Gewalt solcher Gruppen ist unberechenbar", sagte Michael Rediske, ROG-Vorstandssprecher, laut einer im Voraus verbreiteten Mitteilung. "Die Unantastbarkeit von Berichterstattern wird nicht akzeptiert. Insbesondere religiöse und terroristische Gruppen stützten sich häufig auf Argumentationen, in denen Medien nur als Propagandainstrumente auftauchen. Kriminelle Gruppen sehen die Entführung und Ermordung von Reportern als legitimes Mittel an", fügte Rediske hinzu.

In Europa wird diese Liste von den Präsidenten Usbekistans, Turkmenistans, Aserbaidschans, Kasachstans, Tschetscheniens und Weißrusslands angeführt. Auch der russische Regierungschef, Wladimir Putin, die italienische Mafia und die baskische Separatistenbewegung ETA gelten als "Feinde der Pressefreiheit".

Während der tunesische Machthaber Zine el-Abidine Ben Ali aus der Liste verschwand, stagniert die Lage in anderen arabischen Staaten oder hat sich verschlimmert. "Die Niederschlagung der Demonstrationen in Syrien, Jemen oder Bahrain geht mit Gewalt gegen Pressevertreter und massiver Zensur einher", sagte Rediske. König Abdullah Al-Saud aus Saudi Arabien verhängte ein rigides Berichtsverbot, und in Libyen sind seit Februar 2011 vier Journalisten getötet worden. Muammar al-Gaddafi zählt schon seit Jahren zu den größten "Feinden der Pressefreiheit".

Auf der Liste stehen außerdem nicht-staatliche Gruppierungen wie private Milizen auf den Philippinen, islamistische Gruppen wie die Taliban in Afghanistan und Pakistan sowie die Drogenkartelle in Mexiko. Die kolumbianische FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) ist von der Liste gestrichen worden, da die Guerilla-Gruppe in den vergangenen drei Jahren keine größeren gezielten Angriffe mehr gegen Medienmitarbeiter unternommen hat. (APA/dpa)

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