Fahrradfahren

Ein unterschätztes Risiko

3. Mai 2011, 11:00
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    foto: apa/jens meyer

    Viele Radfahrer sind nach wie vor ohne Licht oder mit defekten Lampen unterwegs.

Helm, Alkoholverzicht und die Beachtung von Fahrradsicherheitsanforderungen schützen Radfahrer vor schweren und tödlichen Unfällen

Berlin - Die amtliche Unfallstatistik zeigt nur die halbe Wahrheit. So das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Münster, in der die erschreckend hohe Dunkelziffer verletzter Radfahrer erstmals klar präsentiert wurde. Während im Studienzeitraum lediglich 723 Fahrradunfälle in die amtliche Statistik eingingen, konnten die Unfallforscher insgesamt 2250 Unfälle dokumentieren. Besorgniserregend ist, dass 25 Prozent der Verletzten eine Kopfverletzung erlitten, aber umgekehrt nur sechs Prozent einen Fahrradhelm trugen. Vielfach war Alkoholkonsum die Ursache der schweren und tödlichen Fahrradunfälle.

Lebensgefährlicher Trugschluss

Die Experten sind sich einig, dass die Verantwortung des Fahrradfahrers für seine eigene Gesundheit zukünftig noch deutlicher im Zentrum konkreter Präventionsmaßnahmen stehen muss. Dies umzusetzen, auch im Kontext der vielfältigen Präventionsstrategien der öffentlichen Hand, ist das erklärte Ziel der neu gegründeten interdisziplinären "Arbeitsgruppe Fahrradfahrer" des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Dazu der Leiter der Arbeitsgruppe, Unfallchirurg Professor Johannes Sturm: "Wer glaubt, dass zwei Räder sicherer sind als vier Räder, der unterliegt einem lebensgefährlichen Trugschluss. Gerade der Fahrradhelm ist im Bewusstsein der breiten Bevölkerung noch nicht angekommen".

Zukünftige Präventionsarbeit, so die einhellige Ansicht der Expertengruppe, muss sich auf drei Säulen stützen. Dazu gehört das eigenverantwortliche Tragen eines Fahrradhelms, und zwar in jedem Alter und bei jeder Fahrt. Ein nach den strengen Prüfkriterien zertifizierter Fahrradhelm ist die einzige "Knautschzone" des Radfahrers. So wird das Risiko einer schweren Schädelhirnverletzung um mindestens 50 Prozent reduziert.

Zweitens muss über die trügerische Sicherheit beim Radfahren unter Alkoholkonsum aufgeklärt werden. Richtig ist es, das Auto nach Alkoholkonsum stehen zu lassen. Dann mit dem Rad zu fahren, ist falsch. Die eigenen Studienergebnisse sprechen eine klare Sprache: das höchste Risiko für tödliche Fahrradunfälle tragen alkoholisierte Radfahrer, ganz gleich ob sie stürzen oder mit einem motorisierten Fahrzeug kollidieren. 

Gut sichtbar fahren

Als dritte Säule der Prävention gilt eine noch weiter gehende Verbesserung der technischen Sicherheitsstandards. Dabei kommt der Sichtbarkeit von Fahrzeug und Fahrer eine zentrale Bedeutung zu. "Wer ohne Licht fährt, der fährt auch ohne Verstand" stellt Johannes Sturm unmissverständlich klar und ergänzt: "Ob jung oder alt, wir empfehlen jedem Radfahrer auch beim Stehen und Schieben des Rades für gute Sichtbarkeit zu sorgen, am Besten durch Reflektoren, helle Kleidung und Standlicht". (red)

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Posting 1 bis 25 von 205
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Dodelbert Engfuss
00
Das Beste,

was ein Radfahrer zum Schutz seines Hirnes tun kann, ist nicht der Helm, sondern die Benutzung des zu schützenden Hirns. Leider ist es darum meist schlecht bestellt. Die Aufklärung sollte daher hier ansetzen.

sternwerk
02

Die größte Gefahr für Radfahrer bleiben immer noch irre Autofahrer, die unbedingt ein paar Sekunden schneller am Zielort sein, ihren Geschwindigkeitsrausch ausleben oder was weiß ich was müssen und dafür halt in Kauf nehmen, dass wer stirbt oder zumindest eine schwere Verletzung davonträgt.

Aber "alles was kein Auto ist g'hört sowieso nicht auf die Straße, das kann man auch ruhig niederführen".

Roky Erickson
20
Das Letzte

RadfahrerInnen sind das Letzte auf der Straße. Unsere Gesellschaft tut alles, damit das so bleibt.

tignosa
00
Gratuliere, sternwerk

dieses blöde Gerülpse von Rock Erickson als "Antwort" hat Ihre These soeben verifiziert!

Ewigkeit
10
20.5.2011, 06:47
Mein Wunsch - ein Ebyke!

Ein Tag ist für die Tests vorgesehen.

Termine vereinbart - die Geschäfte sind alle winzig und die Auswahl nur im Web groß.

Das Testen auf einer Runde um den Block erweist sich als schwierig - ich komme nicht zurecht.

Die Fahrkünste seit Herbst eingerostet und die Beschleunigung fantastisch mit Herzklopfen.

Mir ist klargeworden, ich muß im Kraftkammerl die Wadln trainieren.

Die Straße mache ich zu unsicher.

hmmmm!!!???
00
10.5.2011, 11:25

wurde letzte woche mit dem bike aufgehalten und musste ein alkoholtest machen - ergebnis : 0,9 promille - strafe 880 euro.fazit:auch wenn man sich nicht betrunken fühlt sollte man das fahrrad trotzdem stehen lassen.da hab ich wohl mein urlaub weggeblasen :-(((

das kleine Massnahmenpaket
11
Apropos: das sicherste Bremssystem im innerstädtischen Nahverkehr war der gute alte Rücktritt.

Der funktionierte nämlich immer, auch bei nasser oder schmieriger Fahrbahn. Es gab auch nie ein Problem mit falschen Einstellungen (außer bei den wirklich schon schrottreifen Rädern).
Heute, mit den modernen Shimano-Bremsen ist es immer die gleiche Leier: wir stellen sie ein, so fest wie nur möglich, nach 3-4 Wochen sind sie so locker, dass sie schon fast nicht mehr greifen. Dabei habe ich erst vor einem Jahr vorne und hinten neue Bremsen machen lassen.
Aber an so Verschleißteilen verdient die Sportartikelindustrie natürlich mehr als an einer Rücktrittbremse, die praktisch nicht kaputt wird: deshalb wird sie nicht mehr hergestellt.

a ad - das kann man auch anders sehen
00
26.5.2011, 00:31

Geh bitte, ein paar Bremsschuhe kosten 15 Euro und halten Jahre, glauben Sie wirklich, die Industrie macht das, weil sie sich damit eine goldene Nase verdienen will?

Die Rücktritssbremse macht Probleme mit der Gangschaltung und man kann die Pedale an der Ampel nicht in Position bringen. Außerdem ist beim sicheren Bremsen sowieso die Vorderradbremse wichtiger, weil dort mehr Gewicht drauf ist.

legal eagle
 
02
als stadtradler seit ca. 15 jahren

halte ich mich so weit es irgendwie ohne gefährdung meiner körperlichen sicherheit geht an die straßenverkehrsregeln. das reicht vom regelmäßigen handzeichen bis zum schieben des rades am gehsteig.

aber ein helm kommt mir nicht auf den kopf.

--: SID :--
01
13.7.2011, 09:29

Hätte ich vor 2 Jahren ebenso gedacht, wäre ich jetzt tot ! *schauder*

Freigeistin1
52

Naja, wer ein Hirn hat, der schützt es ;-)

baroli
32

Dann können Sie jedenfalls gefahrlos unbehelmt fahren.

The_new_number_2
00

Klar, sie ist ja frei von Geist...

Rodrigo Martínez
010
Ganz im Gegenteil: ÜBERschätztes Risiko

Viele überschätzen das Unfallrisiko, meistens jene die selber nicht radfahren. Sie trauen sich mit dem Rad nicht auf die Straße, und wenn, dann machen sie sich fast an. Fußgeher-Fahrrad Mischverkehr wird oft als "lebensgefährlich" bezeichnet, tatsächlich gibts praktisch keine tödlichen Unfälle. Und Helme werden als Wundermittel angepriesen, Hauptsache die Leute glauben fest daran.

Objektiv betrachtet sind Radfahrer_innen (innerorts pro Weg gerechnet) egal ob mit oder ohne Styroporkapperl deutlich sicherer unterwegs als mit dem Auto und auch sicherer als zu Fuß.

Die Diskussion ist stark emotionalisiert und strotzt von subjektivem Bauchgefühl und Einzelbeobachtungen. Wahrscheinlich alles nur um vom Unfallrisiko Nr. 1 abzulenken: dem KFZ

mozi1
31
Mit dem Auto ist man zumindest in der Stadt sehr sicher unterwegs,

mit dem Rad - sofern man die gleichen Strecken fährt - wesentlich gefährdeter.
Oder wurden Sie im Auto schon einmal umgestoßen? Ich nicht.
Erst letzte Woche kam ich mit dem Rad zu Sturz, weil mir durch einen Autofahrer (per Kavalierstart) die Vorfahrt genommen worden war. Ca. einmal/woche erlebe ich als Biker mit ca. 20km/werktags gefährdende Gesetzesüberschreitungen von Vierradlenkern, bei denen ich zu Brems- und Ausweichmanövern genötigt werde. Selbst FS-B-Besitzer kenne ich die Ärgernisse über Radfahrer sehr wohl und verhalte mich als solcher entsprechend umsichtig. Dennoch fürchte ich immer wieder um meine Sicherheit auf meinen täglichen Wegen am Rad. Aber niemals im Auto! Zumindest nicht im Stadtverkehr.

jumpingjack flash
32

ich wills ja nicht verschreien - aber mit dem auto hatte ich noch nix - mit dem rad knochenbrüche, sehnenrisse, abschürfungen - also schon mehrere unfälle mit verletzungen - wenn ich die kinder/jugendzeit dazuzählen würde ein vielfaches.

amendo
01

wirklich? negative stricherln für die beiden vorigen beiträge? So schwer zu verstehn, dass ein Auto mehr Masse und Beschleunigung als Fahrrad/Mensch hat? Ergo auch mehr Schaden anrichten kann?

widiwutsch
32
Derzeit läuft hier in München eine Erziehungsaktion der Polizei,

die die Radfahrer wieder daran erinnern soll, dass auch für sie Verkehrsregeln gelten. Obwohl ich selber in der Stadt fast nur noch radelnd unterwegs bin, begrüße ich das sehr.
An der Ampel stehend, warnte mich neulich eine Frau, sie habe fürs Überfahren einer roten Ampel kürzlich €150,- gezahlt. Ich heuchelte zwar Empörung, aber in Wirklichkeit war ich positiv überrascht.

Hörsturz
 
00
ich

beneid euch nicht. aber sei ma ned bös, die höhe der strafe ist so schwachsinnig, ich kann des ned glauben.

wer bleibt den da noch stehen? da heutige tage hätte mich mein monatslohn gekostet!

widiwutsch
00
Ich war über den hohen Betrag auch ziemlich erstaunt.

Ich denke, dass die hohe Geldstrafe eine Kompensation für das Fehlen anderer Sanktionen ist, die sonst bei Autofahrern greifen, wie etwa Führerscheinpunkte, da man bei einem Radler annehmen könnte, dass er keinen Führerschein (mehr) hat.
Abhauen würde ich trotzdem nicht, ich nehme an, dass die Leute entweder in Zivil gestaffelt stehen, ziemlich humorlos darauf reagieren und einen so oder so vom Rad holen würden. Zumindest habe ich kürzlich gesehen, dass sie einem Radler im dicht bevölkerten Fußgängerzonen-Bereich Marienplatz/Weinstraße sogar mit dem Streifenwagen nachgesetzt sind, da er auf Hupen nicht reagierte.
Mich ärgern besonders "Geisterradler", die gegen die Fahrtrichtung auf dem Radweg entgegenkommen und nichteinmal ausweichen.

R. Lexer
00
18.5.2011, 09:17

Kann eigentlich nicht sein.

Im Bußgeldkatalog werden die Strafen für Radfahrer halbiert.

widiwutsch
00
22.5.2011, 21:24
Vielleicht hat sie mich auch angeschwindelt -

vielleicht sind auch gleich mehrere Sachen zusammengekommen. Sie wirkte jedenfalls einigermaßen glaubwürdig.

so so....
01
Ein Drittel aller Unfälle passierte an Ampeln!

Auch dieses interessante Detail wird in o.g. Artikel nicht erwähnt!
Die Studie dient schließlich zum Aufzeigen sinnvoller Maßnahmen und nicht zur Einführung einer Radhelmpflicht.

Es ist bezeichnend, dass das Instrument zur Regelung des Vekehrs - DIE AMPEL - Hauptverursacher für Unfälle ist - darüber sollte man (Politik und Verkehrsplaner) mal nachdenken und Konsequenzen ziehen!

http://www.adfc-nrw.de/aktuelles... r-fah.html

jumpingjack flash
01

grün für alle!

so so....
04
bei 2.250 Unfällen 3 Tote = 0,001 Prozent

"Vielfach war Alkoholkonsum die Ursache der schweren und tödlichen Fahrradunfälle.“

Schön reißerisch geschrieben, das ist Boulevardniveau und kein ernsthafter Journalismus. Lt. Studie - nachzulesen auf der ADFC Homepage - sind 3 Radler an den Unfallfolgen verstorben - bei wohlgemerkt 2.250 Unfällen sind das 0,0013 Prozent. Ob letztere einen Helm trugen oder nicht, geht aus dem Artikel leider nicht hervor.

Jeder Unfall - vor allem die mit Todesfolge - ist sehr bedauernswert, aber die Propaganda für eine Radhelmpflicht wird das Unfallrisiko nicht mindern.

http://www.adfc-nrw.de/aktuelles... r-fah.html

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