Zöliakie

Sich gesund essen mit glutenfreier Diät

Regina Philipp, 3. Mai 2011, 13:46

Die Zöliakie ist ohne Einsatz von Medikamenten heilbar - Die glutenfreie Diät fordert von den Betroffenen lebenslange Disziplin

Einfach, aber wirkungsvoll: „Die Zottenatrophie der Zöliakie ist unter glutenfreier Ernährung vollkommen reversibel", so Harald Vogelsang, Leiter der Spezialambulanz für Zöliakie am Wiener AKH, und bezeichnet die Zöliakie als Veranlagung und nicht als Erkrankung. Eine Diät als alleiniges Heilmittel? Das klingt zu schön, um wahr zu sein und ist für viele betroffene Patienten trotzdem nicht genug. 

Reisschleim statt Haferflockensuppe, Hirselaibchen statt Weizenbrot - Der konsequente und lebenslange Verzicht auf viele Nahrungsmittel ist eben nicht jedermanns Sache, und so bemühen sich Forscher seit Jahren Medikamente ins Spiel zu bringen. Das gestaltet sich schwierig, denn als Behandlungsmethode ist die glutenfreie Ernährung praktisch unschlagbar, richtet sie sich doch exakt gegen das zugrunde liegende Problem - die fehlerhafte Reaktion af Gluten im Dünndarm.

Unverträgliches Gluten

Menschen mit Zöliakie reagieren überempfindlich auf Gluten, ein Getreideprotein, das in Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Dinkel und Grünkern enthalten ist. Kommt das Klebereiweiß Gluten mit der Dünndarmschleimhaut der Erkrankten in Berührung, dann gehen die Zotten zugrunde. Diese feinen Ausstülpungen der Dünndarmschleimhaut machen 95 Prozent der Darmoberfläche aus und dienen der Aufnahme diverser Nahrungsbestandteile. Ohne Zotten ist diese Resorption gestört. Die Folgen sind gravierend. 

Im Kindesalter fällt die Zöliakie in der Regel dann auf, wenn der Übergang von der glutenfreien Muttermilch hin zur glutenhältiger Formulanahrung erfolgt. Die kleinen Patienten leiden unter Durchfall und Gewichtsverlust und fallen Kinderärzten durch aufgeblähte Bäuche und einen sogenannten Perzentilenknick auf. Das bedeutet: Im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern ist das Körpergewicht und die Körpergröße der erkrankten Säuglinge verringert. Verantwortlich für diese Entwicklung ist der Mangel an Vitaminen, Kalzium, Eiweiß und anderen Mikronährstoffen.

Aktiv oder stumm

40 Prozent der erkrankten Kinder präsentieren diese aktive Form der Zöliakie und sind auch der Grund warum die glutensensitve Enteropathie noch vor 20 Jahren als reine Kinderkrankheit betrachtete wurde. Niemand ahnte damals, wie weit verbreitet die Erkrankung tatsächlich ist und wie viele Erwachsene auch unerkannt davon betroffen sind. „Erst in den letzten Jahren ist man draufgekommen, dass die Zöliakie ganz unterschiedliche Ausprägungen zeigt", so Vogelsang, der vor 25 Jahren gerade mal 30 Patienten mit Zöliakie behandelte. Mit einer Prävalenz von 1/10000 zählte die Zöliakie damals zu den seltenen Erkrankungen. Heute gehen Experten weltweit von einer Krankheitshäufigkeit von 1/100 aus. 

So simpel die Therapie, so komplex ist also das klinische Bild einer Zöliakie und so langwierig oft der Weg hin zur Diagnose. Der Begriff Zöliakie-Eisberg wurde geprägt. Seine Spitze schwimmt sichtbar auf der Wasseroberfläche und wird von jenem Anteil der Erkrankten gebildet, die aufgrund ihrer Symptome leicht zu erkennen sind. Viel häufiger und wesentlich schwieriger zu diagnostizieren, weil stumm oder uncharakteristisch, ist der unter dem Wasser befindliche Anteil des Eisbergs. „Die Betroffenen zeigen oft kaum Bauchbeschwerden und kommen über eine Eisenmangelanämie, oder Osteoporose zur Diagnose Zöliakie", weiß Vogelsang.

Diätrefraktärer Verlauf

Auch die Dermatitis herpetiformis Duhring (blasenbildende Hauterkrankung, Anm. Red.), Lymphdrüsenkrebs im Dünndarm, Diabetes Typ 1, und Früh- bzw. Fehlgeburten werden mit der Zöliakie assoziiert. Langzeitfolgen, die sich Zöliakie-Patienten bei frühzeitiger Diagnose meist ersparen könnten. 

Asymptomatische Verläufe lassen Mediziner jedoch oft jahrelang im Dunkeln tappen. Die frühe Diagnose ist deshalb in Fällen noch nicht Realität. Zwar werden mit Hilfe serologischer Antikörpertests und nachfolgenden Gewebebiopsien bereits 60 Prozent aller stummen Verläufe als Zöliakie identifiziert - nur leider häufig erst im Erwachsenenalter. „Erfolgt die Diagnose erst im 50. oder gar 60. Lebensjahr, dann leiden viele Betroffenen bereits an einer Folgeerkrankung und besitzen außerdem mitunter das Risiko, dass es auch unter glutenfreier Diät zu keiner Abheilung mehr kommt", weiß Vogelsang und setzt deshalb verstärkt auf die Sensibilisierung niedergelassener Ärzte. 

Kleine Verdachtsmomente müssen wahrgenommen und hinterfragt werden. Die voreilige Verordnung einer Diät ohne Sicherstellung der Diagnose hält er aber für einen groben Fehler: „Die Antikörper im Blut sind dann nicht mehr verwertbar, die Gewebeuntersuchung ist verwischt und für die Betroffenen sind wieder unangenehme Glutenbelastungen nötig". (derStandard.at, 03.05.2011)

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18 Postings
Energetischer Heiler
20
10.5.2011, 22:58
Verzicht hat mit Heilung nichts zu tun!

Was ist denn daran bitte Heilung? Verzichten auf Gluten sicher nicht. Zöliakie ist eine "einfache" Autoimmunerkrankung die man energetisch wenn man weiß wie genau so einfach "löschen" kann wie jede andere Allergie auch. Egal um welche es sich dabei handelt. Ich weiß das glauben jetzt viele nicht, macht nichts es stimmt trotzdem. Über 600 Allergieklienten in meiner Praxis stimmen mir zu das es so ist. Mit besten Grüßen...

susanne kleedorfer
00

eine meiner besten freundinnen hat zöliakie.ihr mann ißt ihre diät mit,obwohl er gesund ist-es gibt herrlichste produkte und möglichkeiten,ohne gluten auszukommen.
die einzige frechheit daran ist,daß alles verdammt teuer ist.das ist eine gemeinheit,obwohl die sachen sterulich absetzbar sind.das ist die gemeinheit.

A Voice
03
Oida! Bitte!

Die Zöliakie ist NICHT heilbar.
Die Zottenatrophie kann wieder geheilt werden. Durch konsequente Ernährungsumstellung, das stimmt.

MARTIN FREUKES
 
34
ÜBERZÜCHTUNG

Meine Tochter ( 4 Jahre ) ist davon betroffen und wir haben die Ernährung für die ganze Familie dem Problem angepasst. Es ist sehr einfach sich dem Problem zu stellen und die Kinder sind sich dem Problem sehr bewusst und handeln sehr Verantwartungsvoll, auch ausser Haus. Die Wahrheit kommt nicht von den Medizienern über die Glutenunverträglichkeit sondern von den Technikern der Saatkonzerne, denn es ist in diesen Kreisen bekannt das durch überzüchtung der Getreidesorten sich der Glutenanteil in der Frucht verdreifacht hat. Das heisst das Leute mit Unverträglichkeit mit den alten Getreidesorten mit weniger Glutenanteil in der Frucht nicht so darunter leiden würden. Mit Gemüse und Obst und Maismehl ist eine gesunde Ernährung bestens möglich.

A Voice
00
Weizen ist eine

sehr, sehr alte Züchtung. Da von Industrie zu sprechen halte ich für übertrieben.

Auch bei Zöliakie gibt es Abstufungen. Manche Leute kommen bequem damit aus, Weizen zu vermeiden, andere müssen penibelst alles meiden was in die Weizengruppe fällt. Da gehören Emmer und Kamut dann genauso dazu.

capuccina
03

zöliakie ist trotzdem schon eine sehr alte krankheit.

hier der link zu einem interessanten artikel:
http://www.spektrum.de/artikel/1026690

h 90
00

Muesste nicht China+thai Food helfen?
Davon kann man ja scheinbar leben.

capuccina
00

es kommt drauf an, soja-sauce ist normalerweise glutenhaltig, da mit weizen gemacht. für zuhause gibt es glutenfreie soja-saucen, aber in restaurants verwenden sie normalerweise die billigere glutenhaltige.

ausserdem sind gewürzmischungen problematisch, auch die sind oft (aus stablisierungsgründen) mit weizen versetzt.

h 90
00

Thailand:
An Soja Sauce hab ich nicht gedacht.
In Thailand wird eher Nam Plah verwendet. Verfaulte Fisch sauce. Frage ob das auch Weizen drinnen ist. Sonst wird zumeist Natriumglutamat als weisses Pulver zugesetzt.
Ich denke man ist relativ sicher aber nicht 100 %

china da sind viel verdickte Saucen, da kanns schlechter ausschauen.

A Voice
00
wenn mit Reisstärke

verdickt wird, kein Problem.

h 90
00

Ja da gibts noch ein paar Produkte zum verdicken, aber das Problem ist wenn die einfach irgendwas verwenden. zB.: Maggi (schreibweise) Suppenwuerferl sind auch ueblich und da liest sicher keiner vorher was da drinnen ist.

Meiki
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Gibt es eigentlich...

... im nervigen Werbeblock MEHR ZUM THEMA innerhalb des Artikels auch wirklich mal Inhalte, die zum Thema passen????

Mr. Bubbles
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nö - wie schon richtig erkannt ist es werbung...

IchWarIch
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Die Zöliakie ist ohne Einsatz von Medikamenten heilbar

was für ein Schwachsinn
Nur weil ich nicht Auto fahre, werde ich nicht in einen Unfall verwickelt

Tatsache ist, man hat es und damit muss man leben - Verzicht auf Lebensmittel ist für mich nicht geheilt!

c.buchegger
 
04
kein Schwachsinn

Unter Zöliakie versteht man konkret die Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, d.h. das Absterben der Darmepithelzellen, und alle daraus resultierenden Folgeerscheinungen, die hervorgerufen wird durch Verzehr von Gluten trotz Überempfindlichkeit.

Das Krankheit Zöliakie ist somit durch Glutenverzicht heilbar. Was man aber nicht a priori annehmen kann, es könnten ja auch irreversible Schäden bzw. Lamgzeitschäden vorhanden sein, die man nur durch medikamentöse Behandlung wieder los wird.

Also zusammenfassend: Die Unverträglichkeit bleibt natürlich bestehen, die Zöliakie als Krankheitsbild ist jedoch heilbar. Somit ist auch der Artikel kein Schwachsinn.

A Voice
00
jetzt habe ich Google angeworfen

und die Definitionen die ich dort finde (zB http://www.netdoktor.at/krankheit... kie.shtml) lauten alle auf chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, unheilbar, aber therapierbar.

Haben Sie eine andere Quelle?

pfeffergurke
00

man muss damit leben, richtig. und seine ernährung umstellen. aber dann lässt es sich beschwerdefrei leben, also gesund (wenn auch mit einschränkungen "dank" mühsamer inhaltsstoffe-checkerei).

capuccina
10

und "dank" nicht angabe der inhaltsstoffe in speisekarten.

aber sonst mit ein bisserl organisation schaffbar.

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