CSI bin Laden: Wie US-Truppen Verdächtige identifizieren

3. Mai 2011, 09:51
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Eigener biometrischer Rekorder sammelt Iris-Scan, Fingerabdrücke und Co. - In wenigen Sekunden identifiziert

Im Zusammenhang mit dem Militäreinsatz gegen Osama bin Laden stellt sich natürlich auch die Frage, wie die US-Truppen eigentlich die Identität des weltweit meist gesuchten Terroristen sicherstellen konnten. Eine Frage, der nun auch das US-Magazin Wired in einem eigenen Artikel auf den Grund geht.

Vergleich

Von offizieller Seite heißt es dazu, dass man verschiedene Charakteristika herangezogen hat, aus der sich eine mehr als 99-prozentige Wahrscheinlichkeit ergibt, tatsächlich die "richtige" Person erwischt zu haben. So sollen unter anderem ein Gesichtsscan, ein Vergleich der Körperabmaße als auch eine DNA-Analyse herangezogen worden sein. Letztere soll am Montag von Spezialisten aus diversen US-Geheimdiensten vorgenommen worden sein, und eine "beinahe hundertprozentige Übereinstimmung" gebracht haben.

DNA

Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie man eigentlich zu einer Vergleichsprobe gekommen ist. US-Medien spekulieren, dass man hier die DNA einer der Schwestern von Osama bin Laden herangezogen haben könnte, die laut Berichten vor rund einem Jahr in einem US-Spital in Boston verstorben sein soll.

SEEK

Laut einer Quelle von Wired aus dem Verteidigungsministerium, dürften aber noch weitere Parameter überprüft worden sein. So setzen die US-Truppen schon seit Jahren massiv auf die Sammlung von biometrischen Daten. Aktuell kommt hier ein Gerät namens Secure Electronic Enrollment Kit (SEEK) zum Einsatz, eine Art mobiler biometrischer Rekorder.

Leicht

Dieser kann unter anderem Gesichts- und Iris-Scans sowie Fingerabdrücke sammeln, und in wenigen Sekunden mit einer Datenbank in den USA abgleichen. SEEK wiegt keine zwei Kilogramm, kann von den Truppen also immer mitgeführt werden. Hergestellt wird das Gerät von einer Firma namens Crossmatch, die aktuellste im Einsatz befindliche Version nennt sich SEEK II.

Daten

Gegenüber früheren, ähnlichen Devices, zeichnet sich SEEK II vor allem durch sein rasche Datenübertragung aus, selbst bei schlechter Netzanbindung gibt es praktisch immer umgehend eine Antwort aus den USA. Dazu nutzt man eine Wireless-Verbindung oder alternativ 3G-Datentelefonie. Geht auch das nicht, kann das Gerät per USB an andere Computer angehängt werden, das SEEK II läuft übrigens mit Windows XP. Zudem kann es eine - beschränkte - lokale Datenbank nutzen, etwa in Situationen wo die Truppen nach einer bestimmten Person suchen.

Fingerabdruck

Der von dem Magazin zitierte Experte, betont übrigens, dass Fingerabdrücke noch immer ein der zuverlässigsten Formen der Identifizierung sind. Gerade Gesichtsscans hätten sich in den letzten Jahren zwar deutlich weiterentwickelt, es gebe in diesem Bereich aber noch immer zu viele potentielle Störfaktoren, selbst ungünstige Lichteinstrahlung könnte einen Vergleich zunichte machen. (red, derStandard.at, 03.05.11)

Link

SEEK II

  • Ein US-Marine überprüft mit SEEK II einen Mann auf einer Taliban-Basis in Afghanistan.
    foto: crossmatch

    Ein US-Marine überprüft mit SEEK II einen Mann auf einer Taliban-Basis in Afghanistan.

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