Krimi um Sony-Datenklau weitet sich aus

3. Mai 2011, 07:49

Bis jetzt noch keine Betrugsopfer in Österreich - VKI: Kunde haftet nicht

Der Krimi um den Datenklau beim japanischen Unterhaltungselektronik-Riesen Sony weitet sich aus: Nach dem Diebstahl der Daten von bis zu 77 Millionen PlayStation- und Qriocity-Nutzern gab der Konzern heute bekannt, dass auch rund 24 Millionen Online-Spieler betroffen sind. Bei den großen österreichischen Kreditkartenanbietern Card Complete und Paylife haben sich auf APA-Anfrage bis jetzt noch keine Betrugsopfer gemeldet.

"Verdächtige" Transaktionen

Bei Card Complete (ca. 1.1 Mio. Karteninhaber in Österreich) habe es keinen Hinweis darauf gegeben, dass ein Kunde des Unternehmens betroffen sein könnte, so Georg Huemer für das Unternehmen zur APA. Die Sicherheitsexperten seien aber natürlich zur Zeit besonders aufmerksam, was "verdächtige" Transaktionen betrifft, um Missbrauch von vorneherein zu verhindern. Es gebe ein internes Monitoringsystem, dass die meisten versuchten illegalen Transaktionen von vorneherein stoppt. Kreditkarten-Inhaber sollten aber immer ihre Monatsrechnung bei Erhalt nach verdächtigen Umsätzen kontrollieren und im Missbrauchsfall umgehend ihren Kreditkartenanbieter kontaktieren. Card Complete übernimmt im Falle eines Schadens, der durch Dritte verursacht wurde, die Haftung.

"Die Kunden haften nicht"

Ähnlich die Situation bei Paylife (rund 800.000 Karten in Österreich). Bis jetzt hätten sich keine betroffenen Kunden gemeldet, so Pressesprecherin Angela Szivatz zur APA. Das interne Monitoring laufe mit besonderer Aufmerksamkeit, sodass untypische Abläufe erkannt werden. VKI-Jurist Peter Kolba (Verein für Konsumenteninformation) beruhigt: "Die Kunden haften nicht". Er rät aber zur besonderen Vorsicht. Der Kreditkarten-Kunde müsse mitwirken, um Betrug zu vermeiden. An erste Stelle stehe die Kontrolle. Bei Verdacht soll man sofort den Fall melden und die Rückbuchung verlangen. Dafür hat der Betroffene 13 Monate Zeit. Wichtig sei die Wahl des Passwortes, niemals sollte für Spiele und Finanztransaktionen das selbe Passwort verwendet werden. Mögliche Beschwerden werde es aber frühestens geben, wenn die ersten Kreditkartenabrechnungen vorliegen.

Alte Datenbank

Der weitere Dateneinbruch bei Sony sei im Zuge der Ermittlungen zur ersten Panne entdeckt worden, teilte der Elektronikkonzern heute mit. Die Täter drangen demnach schon am 16. und 17. April in die Datenbank für den Dienst Sony Online Entertainment (SOE) ein - also einige Tage vor dem Angriff auf das PlayStation Network (PSN) und Qriocity. Die Eindringlinge verschafften sich den Angaben zufolge die Daten von 12.700 Kreditkarten und 10.700 Bankkonten. Diese stammten aus einer "veralteten" Datenbank von 2007, hieß es. Betroffen sind Kunden aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Spanien. Sony-Sprecherin Sue Tanaka schloss nicht aus, dass noch mehr Daten geklaut werden könnten. "Es sind Hacker am Werk. Wir wissen nicht, wo sie als nächstes zuschlagen werden", sagte sie.

Der SOE-Dienst wurde sofort vom Netz genommen. Hier können PC-Spieler gegeneinander im Netz antreten, etwa in einem Rollenspiel wie "EverQuest". Zu den entwendeten Daten der SOE-Kunden gehören auch Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer.

77 Millionen Nutzerkonten

Sony hatte sich erst am Wochenende bei den Kunden von PlayStation Network und Qriocity entschuldigt. Bei der zunächst bekanntgewordenen Attacke auf diese beiden Dienste ging es weltweit um 77 Millionen Nutzerkonten, davon 32 Millionen in Europa. Ob bei PlayStation Network und Qriocity auch Kreditkarten-Informationen gestohlen wurden, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Sony-Sprecher Patrick Seybold wies im PlayStation-Blog Berichte zurück, wonach die Täter dem Unternehmen angeboten haben sollen, Kreditkartendaten zurückzukaufen. Die Passwörter der Kunden seien zwar nicht verschlüsselt gespeichert worden, aber auch nicht im Klartext entwendet worden, hieß es. Sie seien vielmehr mit einer kryptologischen Funktion (Hashfunktion) verschleiert worden.

Über das PlayStation-Netzwerk können Nutzer dieser Spielkonsole miteinander spielen, chatten, Filme ansehen oder Software einkaufen. Unter dem Namen Qriocity vertreibt der Konzern Musik und Videos.

"Wie Sony mit der ganzen Sache umging zeigt, dass sie nicht in der Lage sind, mit Krisen umzugehen"

Experten werfen Sony und dem Chef Howard Stringer mangelhaftes Krisenmanagement vor. "Wie Sony mit der ganzen Sache umging zeigt, dass sie nicht in der Lage sind, mit Krisen umzugehen", sagte Michael On, Fondsmanager von Beyond Asset Management in Taipei. "Der derzeitige Vorstandschef sollte nach den Hacker-Problemen und dem Scheitern der Firma, wettbewerbsfähige Produkte zu liefern, zurücktreten." Stringer hat sich bis jetzt gar nicht zum Daten-Klau geäußert. (APA/Reuters)

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Sony

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Posting 1 bis 25 von 121
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Müllmann Mayer
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"Bei den großen österreichischen Kreditkartenanbietern Card Complete und Paylife haben sich auf APA-Anfrage bis jetzt noch keine Betrugsopfer gemeldet."
Ich hoffe dabei bleibt es auch!

.MS.
05
Sony bloßgestellt

Ich glaube nicht, dass die Kreditkartendaten verwendet werden.
Wenn ich Kreditkarten klauen will hacke ich mich bei irgendeiner russichen Porn-site (am besten mit grenzlegalen Inhalten) rein und habe gute Chancen, dass der Einbruch nicht öffentlich wird.
Mit anderen Worten:
Eine Kreditkarte missbrauchen: Geld klauen
Einen Weltkonzern bloßstellen: unbezahlbar

Spartaner13
00

ja, sehr gescheit eigentlich ;-)

footy show
12
Ist sich

der.standard.at schon bewusst, dass nicht nur PSN betroffen ist sondern auch SOE? Wahrscheinlich fallen die unter dem Hut der 24 millionen online Spieler. Sony hat 2 wochen nichts davon gemerkt/bekanntgegeben und ist nur durch die Nachforschungen im PSN-datenklau draufegekommen.

Der Österreicher
01

Es war Bin Ladens Terror Zelle. Seine IP Adresse und sein PSN Gamertag (er war leidenschaftlicher Call of Duty Spieler) hat letztendlich sein Versteck verraten.

Spartaner13
00

Und deshalb wurde er dann nicht von den Amis sondern von einer wütenden Sony-Meute erledigt ;-)

bandenchef
00

ich glaub noch immer, dass es die cia war, um es dann anonymus anzuhängen.

iGrammophon
014
Sony side up

Die Geschichte wird jetzt von Hollywood verfilmt. Der sympathische Hacker (gespielt von Nicolas Cage) verschafft sich nach einer durchzechten Nacht die Daten von unzähligen Kreditkarten von einem namhaften Unterhaltungselektronik-Riesen. Als er von einer Kreditkarte Geld abbuchen wollte, stellt er fest, dass diese einer armen Lehrerin (gespielt von Jennifer Lopez) gehört, die ganz dringend Geld für eine Nierenoperation ihres Sohnes (gespielt von Seth Green) benötigt. Er wird nun auf die Probe gestellt: soll er die Lehrerin heiraten oder erneut in die Datenbank einer Klinik einbrechen, damit er den kleinen Timmy auf die Liste der Organempfänger setzen kann

itzibitzistriezi
10

sie haben die bösewichtige vergessen.

sony schickt 4 Super Ninja Kämpfer die Nicoles Cage verfolgen und ihn zu strecke bringen müssen da auch Kredikartendaten mit illegalen Schmiergelderntransaktionen an Tepco dabei waren.

Spartaner13
00

*lol* super!

universaldilettant aka iq007
 
00

Unterdessen versucht eine kleine Gangsterbande(gespielt von wer weiß ich) im Chaos auch Sony zu hacken und es den ersten Täte unter zuschieben und sich mit dem Geld davon zu machen.

roundabout
10
Und Sie

sind der unbekannte Drehbuchautor ?

NorthAce
00

Also im Klartext: Die Paßwörter sind nicht gestohlen worden, sondern nur die Hashes. Wenn Sony also nicht eine völlig bekloppte Hashfunktion benutzt, sollte wenigstens das wurscht sein.

[[Object alloc] init];
 
02

int rand(void){
return 4;
}

Mr. Bubbles
01

//chosen by fair dice roll.
//guaranteed to be random.

frogrider
25
wenn das microsoft passiert wäre...

...na hawedere...
die ms-basher würden aus allen löchern kriechen und ms den untergang wünschen.
scheint mir hier daher ziemlich "ruhig" zur sache zuzugehen.

Spartaner13
00

Ja hab ich mir auch schon oft gedacht. Es gibt mehr Leute die sony gegenüber positiv eingestellt sind als Microsoft gegenüber.

Der Österreicher
30

Ich sag nur Ring of Death. Zum Start der Konsole waren fast jeder Besitzer irgendwann damit konfrontiert. Am Anfang musste man viele Wochen warten bis man seine Konsole wiederbekommen hat. Die hat damals immerhin 400 Euro gekostet.

Playstation Spieler können zurzeit nicht online spielen, zahlen dafür aber nichts.

Trotzdem darf soetwas in dieser Dimension nicht passieren. Warum die Hacker die ehrlichen Kunden bestrafen und nicht (wenn überhaupt) den Konzern kann ich halt überhaupt nicht verstehen.

Spartaner13
00
nicht übertreiben!

Geh komm, mehrere Wochen ... Ich hab 1,5 Wochen warten müssen, allerdings war meine Konsole so hin, dass ich ne neue bekam und dazu 2 Monate Gratis Xbox-Live. Mein Bruder hat nur 1 Woche warten müssen. Da dies alles reibungslos war ... ja mein Gott konnte man halt 1 Woche nicht spielen.

Aber im Vergleich zu dem Fun, welchen wir mit unseren 360ern haben, ist dieser ROD nur ein Tropfen auf den superheißen Stein ;-)

taktloss
03

taktloss
00

(ist bei xbox live schon mal passiert. einfach googlen) hätte oben stehen sollen ;)

klar kent
130
Anonymous klaut..

...Kreditkartendaten. Interessent...und ich dachte die wollten sowas wie "Robin Hood" spielen. Wenn wunderts, wenn es angeblich keine Führungsstruktur gibt, dann folgt daraus das es sich um eine inhomogene Personenmenge handelt. Da darf man sich nicht wundern, wenn schwarze Schafe das ausnutzen und beginnen zu klauen. Dafür ist auch Anonymous verantwortlich, ob sie wollen oder nicht.

ringo sterrn
02

Vermutlich passte "Vernebelter Wayne" besser zu ihnen!

Anonymous Austria
02

sehr geehrter herr experte vom dienst,
leider müssen wir ihnen mitteilen, dass mittlerweile sogar Sony selbst bestätigt hat, das Anonymous nicht Daten "geklaut" hat... ein Anonymous der eine Seite/ einen Server crackt um an Daten zu kommen, die ihm selbst Profit bringen können, ist kein Anonymous sondern ein Blackhat.
Und anstatt hier falsche Informationen zu verbreiten, machen Sie stattdessen mal was sinvolles, und joinen sie dem Hive ;)

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