Am Montag wieder Schusswechsel zwischen Anhängern Gbagbos und Ouattaras
Korhogo - Der frühere Präsident in Cote d'Ivoire
(Elfenbeinküste), Laurent Gbagbo, scheint die Niederlage gegen seinen
Kontrahenten Alassane Ouattara akzeptiert zu haben. Nach einem
Treffen mit Gbagbo in der nordivorischen Stadt Korhogo sagte der
südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu am Montag, der
Ex-Staatschef habe den Wunsch geäußert, dass die Elfenbeinküste "zu
einer normalen Lage" zurückkehre und "die Wunden des Landes"
verbunden würden. Gbagbo, der derzeit unter Hausarrest steht, befinde
sich in einem guten gesundheitlichen Zustand. Tutu hielt sich
zusammen mit der ehemaligen Menschenrechtskommissarin der Vereinten
Nationen, Mary Robinson, und dem früheren UN-Generalsekretär Kofi
Annan in der Elfenbeinküste auf.
Annan sagte nach dem Treffen mit Gbagbo, dieser habe nicht den
Eindruck erweckt, dass er den Wahlsieg oder die Präsidentschaft
Ouattaras infrage stelle. "Wir haben ihn ermutigt, seine Anhänger zur
Ruhe und zur Versöhnung aufzurufen", fügte er hinzu. Gbagbo zeigte
sich nach dem Treffen zwar für einen Moment mit seinen drei Gästen,
gab aber keine Erklärung ab. Noch in dieser Woche soll nach
Informationen der Nachrichtenagentur AFP auch
EU-Menschenrechtskommissar Andris Piebalgs in die Elfenbeinküste
reisen, um mit Staatschef Ouattara und dessen Regierung über
Hilfszahlungen zu verhandeln.
Gbagbo hatte sich nach der Präsidentschaftswahl im November
geweigert, seine Niederlage gegen Ouattara anzuerkennen. Am 11. April
wurde er nach wochenlangen blutigen Kämpfen zwischen seinen
Gefolgsleuten und Anhängern Ouattaras festgenommen. Nach UN-Angaben
kamen bei den Auseinandersetzungen knapp tausend Menschen ums Leben.
Ouattaras neue Regierung leitete Ermittlungen wegen "Verbrechen und
Straftaten" gegen Gbagbo und etwa 200 Vertraute ein. Ob der Prozess
aber wie geplant am Mittwoch beginnen kann, war zuletzt offen. Am
Regierungssitz Abidjan kam es im Westen der Stadt auch am Montag
wieder zu Schusswechseln zwischen Anhängern Gbagbos und Ouattaras. (APA)