Ewald Stadler

Auf dem EU-Abstellgleis

Rosa Winkler-Hermaden, 3. Mai 2011, 10:44
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    apa-foto: georg hochmuth

    As familiären Gründen und wegen seiner Tätigkeit als Anwalt möchte Stadler lieber in Österreich bleiben.

Ewald Stadler und Josef Weidenholzer warten seit 2009 auf ihren Einsatz im EU-Parlament: Den einen freut's, den anderen weniger

Seit Monaten wartet Josef Weidenholzer. Der Linzer Uni-Professor kandidierte bei der EU-Wahl 2009 für die SPÖ am fünften Listenplatz. Den Einzug hat er knapp verpasst. Das EU-Parlament wurde damals noch nach dem Vertrag von Nizza gewählt, inzwischen wurde der Vertrag von Lissabon unterzeichnet und Österreich erhält dadurch zwei zusätzliche Mandate: eines geht an die SPÖ, das andere an das BZÖ. Eine Chance für Weidenholzer. Es ist aber ungewiss, wann sein Einsatz in Straßburg und Brüssel beginnen wird. 

Die neuen EU-Parlamentarier - für das BZÖ soll Ewald Stadler einziehen - können ihre Tätigkeit erst aufnehmen, wenn ein entsprechender Zusatz zum Vertrag von Lissabon von allen 27 EU-Staaten ratifiziert worden ist. Erst dann sind sie stimmberechtigt und können an den Sitzungen teilnehmen.

In vielen Ländern ist die Ratifizierung noch ausständig, sei es aus innenpolitischen Gründen, oder, weil sich manche Länder einen Nachteil erwarten. So lassen etwa Rumänien, Belgien oder Griechenland auf sich warten.

Zukünftige Mandatare als Beobachter

SPÖ-Delegationsleiter Jörg Leichtfried kritisiert dafür nicht nur die Mitgliedsstaaten. Auch das EU-Parlament hätte einer Übergangslösung zustimmen können, sagt er im Gespräch mit derStandard.at. Er hätte sich gewünscht, dass die Kandidaten in der Zwischenzeit als sogenannte Beobachter in Brüssel fungieren können. Zwar seien sie dann nicht stimmberechtigt, könnten ihre Tätigkeit aber bereits aufnehmen und sich einarbeiten. Auch bei neuen Mitgliedsstaaten werde diese Lösung angewandt. Warum ihr diesmal nicht zugestimmt wurde, hat laut Leichtfried auch budgetäre Gründe.

Derzeit, in der Warteposition, erhalten die zukünftigen Mandatare keine Entschädigungen.

Leichtfried fiebert seinem fünften Mandatar Weidenholzer jedenfalls schon entgegen. "Er ist eine qualifizierte Ergänzung für unser Team. Dann können wir alle wichtigen Ausschüsse noch besser besetzten", sagt der Delegationsleiter.

Stadler "nicht unglücklich"

Anders als die SPÖ bewertet Ewald Stadler vom BZÖ die Warterei eher positiv. "Darüber bin ich nicht traurig", sagt er im Gespräch mit derStandard.at. Auch er soll, nachdem der Vertrag von Lissabon in allen Mitgliedsländern ratifiziert worden ist, ins EU-Parlament einziehen. Sein Mandat nimmt der Nationalratsabgeordnete, der nebenbei auch als Anwalt arbeitet, nur deshalb an, weil ansonsten ein ehemaliger BZÖler und jetziger FPKler seinen Platz bekommen würde, nämlich Jörg Freunschlag, der auf der BZÖ-Liste als Zweiter gereiht war.

"Das kann ich dem Wähler nicht zumuten", so Stadler, "dass ein Freiheitlicher ein Mandat bekommt, das eigentlich dem BZÖ zusteht". Aus familiärer Sicht und in Anbetracht seiner Arbeit in der Anwaltskanzlei würde Stadler aber lieber verzichten. "Ich bin nicht unglücklich über jedes weitere Monat, das ich warten muss."

EU-Job könnte Stadlers Politkarriere verlängern

Sollte Stadler ins EU-Parlament einziehen, so könnte er aber immerhin ein Jahr länger in der Politik verbleiben, als wenn er Nationalratsabgeordneter bleibt. Denn ein neuerlicher Einzug des BZÖ ins österreichische Parlament nach den Wahlen 2013 ist alles andere als gewiss. Für das EU-Parlament finden aber erst 2014 wieder die nächsten Wahlen statt. Darauf angesprochen meint Stadler: "Da sind Sie aber die Einzige, die noch glaubt, dass das BZÖ den Einzug ins Parlament nicht mehr schafft."

Hoffen auf den Herbst

Anders als Stadler ist Weidenholzer jedenfalls unglücklich. Seine Lehrveranstaltungen auf der Uni-Linz lassen sich schwer planen. Er ist Vorstand des Instituts für Sozial- und Gesellschaftspolitik der Johannes Kepler Universität Linz. Die SPÖ ist inzwischen vorsichtig geworden mit Mutmaßungen, wann er ins EU-Parlament aufrücken wird können. "Hoffnung besteht, dass es im Herbst soweit ist", so Leichtfried. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 3.5.2011)

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Posting 1 bis 25 von 31
1 2
ImmerSachlich
00
Stadler - ojehh

Was macht denn der Stadler im EU-Parlament? Wahrscheinlich Jagd auf Freimaurer. Oder setzt er sich für den Sittenverfall der Nicht-Katholiken ein? Könnte man nicht Martin Humer, seines Zeichens Pornojäger auch als Mandatar aufnehmen?

Rot/Grün Farbsehschwächling
00
bekommen die trotzdem ihre EU-Gehälter ausgezahlt?

star observer
00

steht im artikel: nein

Christian Eder
30
Professor Weidenholzer

Ach, Joe! Du bist ein lieber Mensch, hast aber schon beim Museum Arbeitswelt in Steyr absolut nicht durchgeblickt, was gespielt wird... Aber gut: Vielleicht ist es in Brüssel leichter für dich.

Miklaus Röchlinger
30

Hat Stadler nicht groß vor den Europawahlen getönt, dass er niemals ein Mandat annehmen würde? Offenbar sind die finanziellen Verlockungen doch mehr wert als sein Ehrenwort...

tgaog
00
dolm

bevor sie einen artikel kommentieren, sollten sie ihn erst auch durchlesen!

Andreas Sonnberger2
22

Deine Argumentation ist unsinnig, weil ein EU-Parlamentarier genau dasselbe verdient, als ein Nationalratsabgeordneter, was Stadler ja jetzt ist.
Von dem abgesehen Stadler daneben noch mit der Juristerei sein Geld verdient.

Der Grund, warum Stadler nun doch sein Mandat annimmt, ist einfach der, dass nach seiner Ankündigung, sein Mandat nicht annehmen zu wollen, der Listenzweite Freunschlag mit zum FPK, und somit zur FPÖ gegangen ist, und somit sich die Rahmenbedingungen wesentlich geändert haben. Welche Partei überläßt denn schon dem politischen Feind ein Mandat...

Hans-Georg Peitl
11
Leider

Sollte Stadler ins EU-Parlament einziehen, so könnte er aber immerhin ein Jahr länger in der Politik verbleiben, als wenn er Nationalratsabgeordneter bleibt.

Leider habe ich auch den Eindruck, dass es den meisten Politikern in erster Linie darum geht möglichst lange zu bleiben (sprich um Geld zu verdienen) als wirklich Etwas zu gestalten, oder zu verändern.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

Andreas Sonnberger2
22

Derzeit liegt das BZÖ in allen Umfragen bei 6%, also wäre klar wieder im Nationalrat vertreten.
Natürlich ist eine Wahlergebnisvorhersage für 2013 Kaffeesudleserei, das BZÖ kann natürlich auf 3% abfallen, sie können aber genauso wieder auf 10% wie bei der NR-Wahl 2008 kommen. Alles ist möglich.

ImmerSachlich
11

Ist eh egal. Dann geht der Stadler eben wieder zur FPÖ/FPK, präsentiert sich an der Schulter von Strache und beteuert, dass sie schon immer Freunde waren.
Wendehälse wie Stadler, die immer zu den vollen Futtertrögen wandern, gibt es eben vorwiegend in BZÖ/FPÖ/FPK.

koko
10
Einsatz in BRÜSSEL?

also bei aller Sympathie, das ist unglaublich peinlich!

Die Zensur funktioniert beim online Standard, da sollte auch Zeit fürs Korrekturlesen sein!

Nashwin_Fuller
 
11
Was ist daran peinlich?

Der offizielle Sitz des Parlaments ist zwar in Strassburg. De facto leben und arbeiten die Abgeordneten in Brüssel und tingeln nur 12 Mal im Jahr nach Strassburg.

koko
00
tja, der artikel wurde auch geändert. in der originalversion war von strassburg keine rede. nur von einem "Einsatz in Brüssel" zu schreiben war mit garantie kein hinweis auf den tatsächlichen aufenthaltsort der abgeordneten.

Btw. viele EU-Abgeordnete verbringen die meiste Zeit in ihrem Ursprungsland.

hotta
02
Geht Stadler

nach Brüssel gibt es einen Unterhalter weniger im Parlament. Seine Auftritte haben stets hohen Unterhaltungswert, wobei auffällt, dass er jedesmal wie eingespritzt agiert, künstlich erregtwirkt und so die Aufmerksamkeit auf seiner Seite hat. Im übrigen ist er natürlich ein Chamälion, farblich einmal da dann wieder dort.

Lord Lurch
00
Verschrobene Menschen sind oft

unterhaltsam. Das macht sie aber nicht weniger irrer.

tgaog
00

in meinen augen ist stadler der kompetenteste der bzö/fpö abgeordneten, dass seine beiträge dann auch unterhaltungswert haben ist umso besser

Wörtherseefähre Potemkin
00
Kompetent? Der Mann leidet ernsthaft an einer...

... schweren Paranoia.

ImmerSachlich
00
Unterhaltungswert

Sehr zu empfehlen ist sein Vortrag auf youtube über die Freimaurer.

Andreas Sonnberger2
22

Stadler ist aber nicht nur ein guter Rhretoriker und Unterhalter, sondern er kennt sich in seiner Materie auch gut aus.

luquas
01
"...kennt sich in seiner Materie auch gut aus..."

Ja eh! Aber die Gesinnung! Die Gesinnung...

wefwef
10
Einsatz in Brüssel?

die werden doch keine EU-Kommissare.

gundelGaukelei1
00
nur noch wenige länder ausständig

das noch "viele Länder ausständig" seien, kann man nicht sagen. Immerhin haben es schon 2/3 der 27 EU Staaten geschafft. Mit Sommer wird das wohl erledigt sein.

grottenolm
01
ja, parlament

braucht die eu auch noch. dringend. eines, das mehr als alibi ist. -ja e, wurde e schon verbessert, aber es ist noch viel zu tun, dass kommission u.a.kontrollierbar werden

EUphoriker
43
Die BZÖ Wähler haben also einen Mandatar gewählt,

der sein Mandat gar nicht annehmen möchte. Das ist gerade für diese *wir-wissen-auch-nicht-so-recht-wer-wir-sind-partei* sehr bezeichnend.

12
02

Als Grünwähler bei den vergangenen Gemeinderatswahlen habe ich auch einen Mandatar gewählt, der sein Mandat gar nicht annehmen wollte.
Leider ist die Auswahl so klein, dass ich trotzdem diese Partei weiter unterstützen werde.

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