Trotz Römer Veto

Südtirol: Zusatztafel für faschistische Relikte

2. Mai 2011, 17:11

Durnwalder lässt Tafeln trotzdem aufstellen - Für Schützen nur Übergangslösung - Zumindest werde auf "zweifelhafte Geschichte" der Bauwerke verwiesen

Bozen - Der Umgang in Südtirol mit Relikten aus der Ära des Faschismus ist um eine Facette reicher. Wie am Montag bekanntwurde, verbot das römische Verteidigungsministerium das von der Landesregierung geplante Anbringen von erklärenden Tafeln an den Beinhäusern unweit der Grenzübergänge zu Nord- und Osttirol. Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) kündigte im Anschluss an die Regierungssitzung in Bozen an, die Tafeln trotzdem aufstellen zu lassen. Das Duce-Relief am Gebäude der Finanzverwaltung soll mit einer Mattglasscheibe verdeckt werden.

Erste Tafeln werde es vor den Beinhäusern in Burgeis und Gossensass geben, kündigte Durnwalder an. Die Aufstellung der Tafeln vor dem Beinhaus bei Innichen verzögert sich, da dort der Grund nicht dem Land Südtirol, sondern dem italienischen Staat gehört.

Der Landeshauptmann berichtete, dass er am Samstag mehrere Anrufe aus Rom sowie am Montag früh ein Schreiben des Verteidigungsministeriums erhalten habe. Die dabei geäußerte Aufforderung, mit dem Aufstellen der Tafeln zu warten, wies er zurück. Der Text sei bereits im März 2009 von der Landesregierung beschlossen und dem Regierungskommissariat sowie dem zuständigen Ministerium mitgeteilt worden.

Schützen: Nur Übergangslösung

Der Südtiroler Schützenbund begrüßte die Anbringung der erläuternden Texttafeln an den faschistischen Beinhäusern in Südtirol. Dieser Kompromiss dürfe allerdings "nur als Übergangslösung gesehen werden", erklärte Landeskommandant Elmar Thaler am Montag in einer Aussendung.

Das Ziel müsse nach wie vor die Entfernung aller faschistischen Relikte sein. Zumindest werde durch den in vier Sprachen abgefassten Text "auf die zweifelhafte Geschichte dieser Bauwerke hingewiesen". Allerdings gehe aus dem Text zu wenig klar hervor, dass es dabei um eine Geschichtslüge gehe.

Dass nun plötzlich das italienische Verteidigungsministerium Einspruch erhebe und die Anbringung der Tafeln verbiete bzw. diese am Ende sogar wieder abgenommen werden müssten, zeige aufs Neue, "was von diesem Staat zu halten ist". Es helfe die beste Autonomie der Welt nichts, wenn der Staat gegen eine Aufarbeitung seiner faschistischen Vergangenheit sei. "Italien war und ist kein verlässlicher Verhandlungspartner", kritisierte Thaler.

Abgeordneter: Italien hat kein Interesse an Aussöhnung mit Südtirol

Für den LAbg. der "Süd-Tiroler Freiheit", Sven Knoll, zeige sich, "dass der italienische Staat kein Interesse an einer Aufarbeitung der Geschichte oder gar Aussöhnung mit Südtirol hat". Eine Lösung des Problems der faschistischen Relikte könne nicht in der Anbringung von "bedeutungslosen Tafeln" liegen, wenn selbst diese vom Staat untersagt würden. Diese werde erst dann einkehren, wenn auch das letzte faschistische Relikt aus der Öffentlichkeit verschwunden sei, meinte er in einer Aussendung.

Die Beinhäuser wurden von 1937 bis 1939 in der Nähe der wichtigsten Grenzübergänge des Landes errichtet, bei Burgeis (1939), bei Gossensaß (1937) und bei Innichen (1939). Obwohl die Denkmäler dem Gedenken der gefallenen italienischen Soldaten gewidmet sind, stammen die dort gebetteten Gebeine aus verschiedenen, zum Teil weit entfernten Soldatenfriedhöfen. Zum Teil enthalten sie sterbliche Überreste von Soldaten der österreichisch-ungarischen Streitkräfte. Kampfhandlungen gab es in Südtirol im Ersten Weltkrieg keine. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 65
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Gilgamesh
10
13.5.2011, 13:12

Ja die Italiener wälzen sich gerne in ihren faschistischen Relikten....

Jürgen Rembremerding
11
"Trotz Römer Veto"

Ist das Adjektiv (Eigenschaftswort) zu "Rom" nicht "römisch"?

Deutsh sprak, swer sprak!

Francetto
12

Das ist da nicht zulässig.

Würde in Wien (weil dort die Regierung sitzt) ein Veto gesprochen, wäre es auch das "Wiener Veto", und nicht das wienerische.

Jürgen Rembremerding
42
Es heißt "die Römischen Verträge"

und nicht die "Römer Verträge".

Vielleicht gibt es ja eine germanistische Diss. zur Adjektivbildung bei Eigennamen.

Francetto
00

Ich kanns leider nicht sprachwissenschaftlich erklären, dennoch hört sich für mich "Römisches Veto" im Gegensatz zu "Römer Veto" nicht richtig an.

Ich würde beipflichten, wenn die Stadt (die Bevölkerung z.B.) Einspruch erheben würde, aber in diesem Fall ist es eine Institution, die ihren Sitz (die italienische Regierung) in Rom hat, ein Veto eingelegt hat.

Ist aber subjektiv, und ich weiss es auch nicht besser.

Adolf Ogi
00
falsch

bei "Römer Veto" denkt man an die alten Römer, bei "römischem Veto" an die italienische Regierung in Rom.

Das Adjektiv zur Stadt Rom ist "römisch" und nicht "Römer".

Kopflos
00

Es ist zu hoffen, daß all diese Objekte nicht irgendwann doch entfernt werden, sondern - passend kommentiert - in der ursprünglichen Form erhalten bleiben, da sie die Geschichte begreifbar machen und die Erinnerung lebendig halten. Schlichtes Abräumen ist meiner Meinung nach Geschichtsverfälschung und kontraproduktiv, ganz im Gegenteil, dadurch wird erst Raum für Mythenbildung geschaffen.

john pell
81

gibt auch tafel für die Opfer von nazional sozialismus in süd tirol?
die Ermordung von 330 Wiederstand Kämpfer in die fosse ardeatine geht auf die kosten von eine SS Süd tirol einheit.
mit geht an käks dieses Wiederspruch, gegen die Fascios ,und dass ist gut,und gleizeitig mit die Nazi die gleiche Lied tanzen!!

mika33
21
Ja, alle Relikte entfernen, damit dieser Teil

der Geschichte schnell in Vergessenheit gerät?

double standard
72

es heißt oberetsch

michael klauser1
 
33

Nein, so heißt es nicht!
Alto Adige, also Oberetsch taucht erstmals im 19. Jahrhundert unter Napoleon auf. Vorher hatten die Italiener nicht einmal einen Namen für Süd-Tirol!
Auch alle italienisierten Ortsnamen sind eine Erfindung des unsäglichen Ettore Tolomei, welche er zu Beginn des 20.JHDT gefaked hat!
Süd-Tirol hatte nie eine italienische Geschichte und es geschah im November 1918 großes Unrecht!
Ich empfehle allen Österreichern etwas weniger "Free Tibet" zu skandieren und auf die eigenen Landsleute in Süd-Tirol zu schauen, damit dieses Unrecht wieder gut gemacht wird!

Joseph EU
10
Warum soll man deswegen weniger Free Tibet ....

skandieren soll - ob das den Südtirolern wirklich hilft????...Blödheit ist oft grenzenlos....

michael klauser1
 
12

Nun, es hilft natürlich den Süd-Tirolern nicht viel. Jedoch bin ich der Meinung, dass man nicht die "Fernstenliebe", sondern die "Nächstenliebe" praktizieren sollte.
Und die Süd-Tiroler sind uns näher als die Tibeter.
Ein "Free-Tibet" Ruf ist so herrlich unverbindlich. Ein Engagement in der Süd-Tirol Frage vor unserer Haustüre hingegen nicht.

michael klauser1
 
21

Interessant, dass man für historisch korrekt dargestellte Tatsachen ein rotes Stricherl bekommt :)

sog i eh
00
15.4.2012, 13:32

bist du einer dieser ewig gestrigen? !

Roter Baron
53
>Kampfhandlungen gab es in Südtirol im Ersten Weltkrieg keine. (APA)<

tippfehler ?

roter baron

Francetto
11

Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber waren die Hauptkampfhandlungen nicht in Welschtirol (der heutigen Provinz Trento)??

Südtirol ist nicht gleich Trentino-Alto Adige...

michael klauser1
 
21
11.5.2011, 10:56

Vollkommen richtig!
In Süd-Tirol gab es keine Kampfhandlungen, die Italiener schafften es keinen Fußbreit nach Süd-Tirol rein. Erst nach dem Waffenstillstand, bei dem sich die KuK Armee als Bedingung zurückziehen musste, marschierten die Italiener plötzlich in Süd-Tirol ein.
Es ist schon so, wie Prinz Eugen sagte: Dass die Italiener den Krieg auf der Seite beenden, auf der sie ihn begonnen haben, dazu müssen sie 2x die Seite wechseln ;)

Um der Wahrheit die Ehre zu geben ...
21
13.5.2011, 19:15

Italien hat Österreich Ungarn den Krieg erklärt und diesen auch gewonnen. Ohne deutsches Giftgas wäre das überhaupt noch ganz anders gewesen ...

Lernen's Geschichte hat einmal wer gesagt.

michael klauser1
 
11

Sein sie mir nicht böse, aber wenn sie keine Ahnung haben, dann schweigen sie bitte lieber und raten sie mir bitte nicht Geschichte zu lernen, denn das ist mein Fachgebiet, wo ich sie wahrscheinlich mit links schlage.
Italien hat keinen Krieg gegen Österreich-Ungarn gewonnen, sie kamen keinen Fußbreit nach Süd-Tirol rein. Erst nach dem Waffenstillstand marschierten die Italiener in Süd-Tirol ein, weil sich die KuK Truppen als Bedingung für den Waffenstillstand nach Nord-Tirol zurückziehen mussten. Was dann kam, das war eine Farce, denn die Alliierten haben sämtliche Worte gebrochen, die sie vorher über Präsident Wilson ( 14 Punkte Plan) zugesagt hatten.
Und jetzt gehen SIE bitte und lernen Geschichte.

00
31.5.2011, 17:01
gewonnen

hat in dem Krieg gar niemand da haben wirklich alle europäischen Länder NUR verloren, die einzigen Gewinner waren die USA

Lord Chaos
00

Und wer vergibt dafür rot?

GNU
01

hoffentlich ein apa tippfehler.
ansonsten hat der artikel-verfasser wohl noch nie einen blick in ein (seriöses) geschichtsbuch gewagt...

Julian Casablancas
91

lustige südtiroler, immer für einen aufreger gut!

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