Positiver Aspekt

Depressive Menschen besser beim Entscheiden

2. Mai 2011, 11:21
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    foto: apa/bernd thissen

    Rot, Blau oder doch Grün? Die Entscheidung fällt schwer - depressive Menschen tun sich dabei laut einer aktuellen Studie leichter.

Analytische und beharrliche Herangehensweise an das Lösen komplexer Aufgaben - Erstmals Nachweis dieser Theorie

Depressionen können laut neuesten Erkenntnissen auch positive Seiten haben - zumindest im analytischen Denken. Depression ist eine schwerwiegende Stimmungserkrankung, die mit einer Störung des emotionalen Erlebens verbunden ist und viele Bereiche des Lebens beeinträchtigt. Häufig wird davon ausgegangen, dass sich eine depressive Erkrankung auch negativ auf die Fähigkeit auswirkt, Entscheidungen zu treffen. Nun berichten Forschende der Universität Basel zusammen mit deutschen und US-Kollegen in der Fachzeitschrift "Journal of Abnormal Psychology", dass Depressive Denkaufgaben analytischer angehen und bessere Entscheidungen treffen als Gesunde. Die Erkenntnisse beruhen auf einer Studie mit klinisch depressiven Patienten.

Längere Suche

In der Studie schnitten Patienten, die an einer Depression litten, bei einer Entscheidungsaufgabe besser ab - sowohl im Vergleich zu Gesunden als auch zu Patienten, die sich auf dem Weg zur Besserung befanden. Die 54 Probanden spielten ein Computerspiel, das alltagsnahe sequenzielle Entscheidungsprobleme wie die Vergabe eines Parkplatzes, einer Wohnung oder eines Jobs simuliert. Dabei hatten sie aus einer Reihe von Bewerbern von unterschiedlicher Qualität den besten auszuwählen. Die Bewerber wurden nacheinander in einer zufälligen Reihenfolge präsentiert, und bei jedem konnten sich die Teilnehmer entscheiden, ob sie ihn einstellen oder ablehnen und weitersuchen möchten. Die Studie ergab, dass die depressiven Teilnehmer bessere Entscheidungen trafen: Während sich nicht depressive Teilnehmer nur wenige Bewerber ansahen, bevor sie einen von ihnen akzeptierten, gaben sich Depressive nicht so schnell zufrieden - sie suchten länger und wählten im Mittel die besseren Bewerber aus.

Die Frage, ob eine Depression zu einer schlechteren Leistung bei Denkaufgaben führt, wird in der Psychologie seit Jahrzehnten diskutiert. Zum einen gibt es Befunde, die dafür sprechen, dass eine Depression die kognitive Leistungsfähigkeit wie etwa die Gedächtnisleistung verschlechtert. Zum andern vertreten Forscher vor allem aus den USA die Meinung, dass Depression als eine Anpassung an die Lösung von komplexen Problemen verstanden werden kann. Demnach fördert eine depressive Verstimmung eine analytische und beharrliche Herangehensweise an Probleme, die das Lösen von komplexen Aufgaben fördert - zum Beispiel in Entscheidungssituationen. Die nun erschienene Studie bringt nun erstmals einen Nachweis dieser Theorie, basierend auf einer Stichprobe mit klinisch depressiven Patienten. Ein besseres Verständnis der Konsequenzen von Depressionen kann dazu beitragen, die evolutionären Wurzeln dieser Erkrankung zu verstehen. (red, derStandard.at, 2.5.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 83
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No_lD
00
19.12.2011, 20:11
meines wissens...

...ist das keine theorie, sondern eine hypothese.

Martin Major
 
00
23.5.2011, 15:03

54 probanden ... wow.

das kleine Massnahmenpaket
00

Wieder einmal ein herrlich positivistischer Ansatz, der haargenau an der Sache vorbeigeht. Kann es nicht einfach sein, dass die Nachdenklichen und Grübler auch häufiger zu Depressionen neigen - also genau umgekehrt wie hier behauptet?

No_lD
00
19.12.2011, 20:17
stimmt in etwa.

das ist nämlich so:
pessimisten wägen öfter und genauer ab als optimisten. dazu sollte man aber wissen, wie genau pessimismus und optimismus definiert sind, z.b. hat optimismus genau null mit positivem denken gemeinsam...
pessimisten werden aufgrund ihres hangs zu globalem, permanenten (negativ)-denkens leichter depressiv, sind aber die besseren realisten und treffen daher die klügeren entscheidungen. das optimale "entscheidungs-team" besteht aber aus gleichwertigen und gleich vielen optimisten wie pessimisten.
ist aber viel komplexer, viel zu komplex für den knappen platz, den ein posting auf derstandard.at bereitstellt...
Mein buchtip, für interessierte: "pessimisten küsst man nicht".

Mynnia
00
22.5.2011, 22:56

Überall anders habe ich circa das gelesen.

xxx...yyy...
00
fragt sich, ob ein depressiver die entscheidung dann auch in die tat umsetzt

das glaube ich jedenfalls nicht

Jeenyus
20
Depressive Menschen besser beim Entscheiden

Ich sags mal einfach: glaubt nicht diesen Mist.

"Depressive Menschen sind besser beim Entscheiden" aus Sicht der Wissenschaft vielleicht, versteh ich, aber nicht aus meiner Sicht...

No_lD
00
19.12.2011, 20:22
mist?

warum mist?
Ihre sicht muss ja nicht die allgemein richtige sein...
Wären Sie von selbst drauf gekommen?
Warum sollten nicht-depressive, die öfter blauäugig und ohne spätfolgen zu bedenken, bessere entscheidungen treffen als depressive, die überwiegend mögliche folgen ihrer entscheidungen mit berücksichtigen?

thailandpeter2
00
18.6.2011, 19:46

ich hatte in meinem leben 2 depressive phasen - und ich kann nicht behaupten, dass mir da das entscheiden - oder ueberhaupt irgendwas - leicht(er) gefallen waere. eher schwerer als im 'normalzustand'...

tut mir leid, aber MMn ist die studienaussage einfach ein grosser bloedsinn...

No_lD
00
19.12.2011, 20:25
der blödsinn ist das resultat ihrer auffassungsgabe.

...denn da steht: bessere entscheidungen. Sie argumentieren mit leichteren entscheidungen, das ist etwas völlig anderes.
die beste entscheidung ist nicht selten die am schwierigsten getroffene, sollte retrospektiv auch so gut wie jedem menschen einsehbar sein.
Sie haben die aussage der hypothese einfach anders interpretiert, als sie im artikel geschildert wird. Ein einfacher kommunikationsfehler...

Jeenyus
01
20.6.2011, 11:40

Das muss Ihnen nicht leid tun

thailandpeter2
00
29.6.2011, 09:16

DANKE! :)

die rote baronin
04
Was man aus den Postings hier so lernen kann:

Depressive Menschen sind meist intelligent, weil Intelligente eher depressiv werden. Und weil Depressionen in den Industrieländern weiter verbreitet sind, als in unterentwickelten Ländern, können wir schließen, dass.... ??
Menschen mit Depressionen denken auf eine ganz spezifische (schnell erklärbare) Weise. Eh klar.
Mit IQ-Tests kann man messen, wie intelligent Menschen sind. So simpel kanns sein.

Echt - das ist mir alles vieeeeel zu hoch.

No_lD
00
19.12.2011, 20:32
nicht nur das...

depressive besitzen einfach weniger selbstsicherheit, auch ihre entscheidungen betreffend. deshalb wägen depressive, aus angst vor negativen folgen, weit genauer ab, ob eine (noch zukünftige) entscheidung gegenüber einer anderen (auch zukünftigen) entscheidung mehr sinn macht oder nicht. die daraus gewonnenen erkenntnisse werden dann in weitere (zukünftige) entscheidungsmodelle eingebracht, bis eine variante gefunden wurde, die es dem depressiven wert ist, ob ihrer sinnhaftigkeit und erfolgsaussichten festgelegt (getroffen) zu werden.
so schaut des aus.
der nicht-depressive hingegen entscheidet einfach mal aufgrund seiner bisherigen erfahrungen und sieht danach, ob was sinnvolles rausgekommen ist oder nicht.
was finden sie besser?

gesund bleiben
00
19.5.2011, 12:57

wer testet den tester?

. Watchman
00
Viel zu einfach.

ca ramba
42

Die Melancholie ist ein wesentliches Merkmal der Hochintelligenz (vielleicht nicht immer, aber sehr oft). Melancholie wächst sich schnell in Depression aus.

Loewenzahn
00
So ein Schmarrn aber!

Günther Hase
 
02

das Bedienen von chlichés hingegen ist selten ein wesentliches Merkmal von Hochintelligenz.

agent provokateur
11

da haben sie sicher recht! ich kann ihnen gar nicht sagen wie melancholisch ich bin. und sentimental. viel zu sentimental für die welt.

Flann O'Brien.
310
Tja, Optimismus ist eben ein Mangel an Information.

Pessimisten haben also mehr Informationen und entscheiden deshalb besser.

Jeenyus
02
Optimismus + Pessimismus = Realität

Optimismus speisst sich aus den selben Informationen wie der Pessimismus.. es fällt den meisten Menschen nur schwer dass (anzu-) erkennen. Realismus ist: Das Glas ist halb leer UND das Glas ist halb voll.. so gesehen fehlt dem Pessimisten eine wichtige Information, wenn er das Glas nur halb leer sieht (genauso dem reinen Optimisten).. Verstehst du?

Und zweitens machen mehr Informationen Menschen nicht gescheiter (im Gegenteil) das ist der größte Irrglaube unserer Zeit.

Wolkengedanken
00
20.6.2011, 12:58

Das ist eine ausgesprochen gescheite Sichtweise.

Melodie *
02

Genau so habe ich auch einmal gedacht.
Aber jetzt halte ich, Mangel an Information und Intelligenz mit Optimismus in Zusammenhang zu stellen,für falsch.
Optimismus heißt nicht dass man krampfhaft davon ausgeht dass sich alles zum Guten wenden wird, für mich heißt es nur, dass man die Hoffnung nicht so leicht aufgibt.
Wenn es Frauen aus Israel und Palästina, deren Söhne und Ehemänner getötet wurden, schaffen sich zu einem Bündnis zusammenzuschließen und teilweise unter Lebensgefahr vor Schulklassen treten um Aufklärungsarbeit für den Frieden zu leisten, weil sie noch Hoffnung haben, dann denke ich mir, kann ich mich auch zusammenreißen.
Natürlich kann jede Situation schlechter werden, aber sie kann sich auch verbessern.

Selfdefense
11
Gilt das auch für die Wahl des Tatmittels bei Selbstmord?

Depressive suchen länger nach einer Möglichkeit, sich selbst zu töten und geben nicht auf, nur weil das erste ins Auge gefasste Tatmittel nicht verfügbar ist.

Das würde erklären, warum die Selbstmordrate insgesamt nicht mit der Verfügbarkeit bestimmter Tatmittel korreliert

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