Umfrage: Gesinnung beeinflusst Angst vor Kriminalität
Bern - Wer politisch rechts steht, fürchtet sich mehr vor
Kriminalität, als wer sich in der Mitte oder links positioniert. Zu diesem
Schluss kommt das Kriminologische Institut der Universität Zürich, welches das
Angstbarometer des Forschungsinstituts gfs- zürich einer Analyse unterzogen hat.
Wie gfs-zürich am Sonntag mitteilte, zeigt die statistische Detailanalyse, dass
die politische Orientierung einen stärkeren Zusammenhang mit Kriminalitätsfurcht
aufweist als das Geschlecht und das Alter.
Dieser Befund widerspricht der gängigen Meinung, dass das Geschlecht die
Angst vor Kriminalität am meisten beeinflusst. Eine Erklärung für den
Zusammenhang zwischen rechter Politik und Angst vor Kriminalität erklärt das
Kriminologische Institut damit, dass rechtsgerichtete Parteien immer wieder vor
diversen Bedrohungen warnen.
"Es könnte sein, dass sich Personen, die mit Rechtsparteien sympathisieren,
durch solche Aussagen stärker beeinflussen und einschüchtern lassen", schreibt
das Forschungsinstitut. Denkbar sei aber auch, dass sich Personen mit erhöhter
Kriminalitätsfurcht eher rechten Parteien anschließen - in der Hoffnung, diese
nähmen ihre Ängste ernst.
Ein Resultat der Detailanalyse des Angstbarometers ist auch, dass
konfessionslose Menschen weniger Angst haben als solche, die einer Kirche
angehören.
Frauen und ältere Menschen haben ebenfalls mehr Angst vor Kriminalität als
Männer und Jüngere. Das Paradox, wonach aber Frauen und Ältere weniger Opfer von
Kriminalität werden, lasse sich mit ihrer Verwundbarkeit erklären.
Weiter haben gemäß der Analyse auch Menschen mit geringerer Bildung und
tieferem Einkommen eine höhere Furcht vor Kriminalität. Nicht vergessen will das
Institut andere Faktoren wie die Kriminalitätsrate im Wohnquartier, eigene
Opfer-Erfahrungen oder die Präsenz bestimmter Personengruppen.
Das Angstbarometer von gfs-zürich widerspiegelt die subjektive Bedrohungslage
der Schweizer Bevölkerung. Jährlich werden rund 1.000 Personen zu 30
Themenbereichen befragt. Eine dieser Frage bezieht sich auf den Themenbereich
Kriminalität. Dieser Themenbereich wurde nun vom Kriminologischen Institut
Zürich einer multivariaten Analyse unterzogen. Finanziert wird das
Angstbarometer von der Aduno Gruppe, die Produkte und Dienstleistungen für
bargeldloses Zahlen anbietet. (APA/sda)