Spindelegger erteilt Steuerreform eine Absage

30. April 2011, 11:50
90 Postings

Zuerst sollen die Staatsfinanzen in Ordnung gebracht werden

Wien - Vizekanzler und ÖVP-Chef Spindelegger erteilt einer Steuerreform zum jetzigen Zeitpunkt eine Absage. Zuerst müssten in nächster Zeit die Staatsfinanzen wieder ins Lot gebracht werden. Dass die ÖVP selbst eine Steuerreform ins Spiel gebracht hat unter dem Slogan "einfacher, weniger, leistungsgerecht", begründete er im APA-Interview mit dem "Aufzeigen von Perspektiven".

Zuletzt hat Finanzministerin Fekter einen entsprechenden Vorstoß vor der nächsten Nationalratswahl 2013 angekündigt. Wer davon profitieren könnte, ist noch unklar. Spindelegger sprach neben den Familien von "jenen, die sich besonders anstrengen" und etwa viele Überstunden machen oder neben dem Beruf auch privat etwas leisten. Man wolle "Leistungsgerechtigkeit in ein Steuersystem gießen", ein Konzept habe die ÖVP aber noch nicht. Das sei lediglich eine Perspektive.

Debatte um Wehrpflicht geht weiter

In Sachen Wehrpflicht liegen ÖVP und SPÖ unverändert weit auseinander. Diese "Frage steht nicht vor einer Lösung". Bei der Truppenstärker, die reduziert werden soll, sei man hingegen auf gutem Weg. Mit der Präsentation eines eigenen Wehrpflicht-Modells will sich der VP-Chef Zeit lassen, aber ein Konzept gebe es. Wenig begeistert zeigt sich Spindelegger von den Rechenkünsten von Verteidigungsminister Darabos, dessen Modell mit jeder Neuberechnung billiger wird. Es gebe "Zweifel", ob das der richtige Weg sei. Er werde sich diese Modelle dennoch ansehen.

Spindelegger tourt derzeit durch die Bundesländer, um sich die Wünsche und Anregungen der Funktionäre anzuhören. Nach zwei Bundesländern, Burgenland und Kärnten, habe er zwei einheitliche Rückmeldungen bekommen: Die ÖVP solle sich als Familienpartei positionieren und zeigen, dass sie mit Geld umgehen und die Staatsfinanzen sanieren könne. (APA)

Share if you care.