Martin soll 832.800 Euro an befreundeten Psychologen bezahlt haben

30. April 2011, 10:57
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Martin bestreitet alle Vorwürfe

Wien - Von dem Europaabgeordneten Hans-Peter Martin (Liste Martin) soll ein in Tübingen angesiedeltes Unternehmen namens "Support and Solutions" nach Informationen des Nachrichtenmagazins "profil" laut Rechenschaftsbericht 832.800 Euro aus der Wahlkampfkostenrückerstattung erhalten haben. Hinter dem "Dienstleistungsunternehmen" stehe ein mit Martin befreundeter Psychologe, berichtet nun das Magazin.

Beide betonen laut "profil", das Unternehmen habe die "Liste Martin" mit "Projektbegleitung, strategischer Planung und Beratung, Supervision und Coaching unterstützt", entsprechende Belege wären den Wirtschaftsprüfern vorgelegt worden. Laut der Sachverhaltsdarstellung, welche der Staatsanwaltschaft vorliege, bestehe der Verdacht der "Täuschung der Wirtschaftsprüfung durch Vorlage von Scheinbelegen".

Martins Frau soll laut "profil" erst im September 2010 ein Verzeichnis der angeblichen Leistungen des Psychologen erstellt haben - darunter auch die regelmäßige "Vor- und Nachbereitung" von Martins Kolumne in der "Kronen-Zeitung". Der Psychologe selbst lieferte Martin erst, nachdem die Wirtschaftsprüfer Nachweise verlangt hatten, allgemeine Konzepte etwa über "Gesprächsführung" und "Präsentation", die keinen Bezug zur "Liste Martin" aufweisen, heißt es in dem Artikel.

Martin bestreitet die Vorwürfe. Er hat der "Support and Solutions" nach eigenen Angaben nur 694.000 Euro bezahlt. Der EU-Abgeordnete erklärte am Samstag, "Support and Solutions" sei eine "Dienstleistungsfirma, die mit verschiedenen Consultern und Firmen zusammenarbeitet, aber selbst nicht an die Öffentlichkeit tritt." (APA)

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