"Ollas Zigeuner"

29. April 2011, 19:51

Zum Rauswurf eines Straßenzeitungsverkäufers aus einem Lokal im "Alten AKH"

Im städtischen Naherholungsgebiet "Altes AKH" haben sie jetzt aus einem dortigen Lokal einen der bekannten Straßenzeitungsverkäufer hinausgeschmissen. Auf Nachfrage fiel seitens der Geschäftsführung der Satz: "Des san ollas Zigeuner!"

Ja, und wenn? Unter den Bettlern und eben auch unter den Verkäufern diverser Straßenzeitungen befinden sich offenkundig auch Sinti und Roma. Manche geben Anlass zu Bürgerunmut (und zu entsprechenden behördlichen Bettelverboten). Sie sind manchmal aufdringlich (nicht die Verkäufer des Augustin), manchmal hat man das Gefühl, sie seien gar keine offiziellen Verkäufer und hätten sich die Zeitungen aus dem nächsten Müllcontainer besorgt. Das ist trotzdem kein Grund, so vorzugehen, wie die Pächterin des Lokals im "Alten AKH" (die sich entschuldigte, nachdem die Salzburger Bierfirma, die den Laden verpachtet hat, richtig reagierte).

Unter Hitler wurden "die Zigeuner" umgebracht (250.000 von ihnen). Briefbomber Franz Fuchs tötete 1995 vier von ihnen mit einer Sprengfalle. Viele Zeitgenossen würden sie am liebsten deportieren, auch wenn sie sich legal hier aufhalten. Aber solche Hasslösungen lösen nichts. Die Bürger haben ein Recht darauf, nicht ungebührlich angemacht zu werden; das muss man behördlich sicherstellen, so gut es geht. Aber die "Zigeuner" haben auch ein Recht darauf, nicht wie der letzte Dreck behandelt zu werden. (Hans Rauscher, DER STANDARD; Printausgabe, 30.4./1.5.2011)

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kommt drauf an

wars so ein Zeitungsverkäufer, der offensichtlich abgegriffenen Magazine, die man vorher in anderen Lokal entwedendet hatte? Man kann nicht einmal sagen, ohne dem an die Brust gehefteten Ausweise, denn die haben die ja auch schon ... selbst gemacht.

Aber man kann sie insbesondere daran erkennen, dass sie sich nciht damit zufrieden geben, dass man die verschnudelte Zeitung nicht kaufen möchte. Nein, denn dann könnte man ja noch spenden- und sie gehen nicht, bis man sich scharf abweisend mit bösem Blick äussert.

Die können sein und bleiben, wer und was sie wollen, mir jedenfalls auf jeden Fall gestohlen. Der Toleranz Grenzen zu setzen ist oft notwendig und sicher nciht immer unmenschlich.

ich war

heute den ganzen tag mit karl-heinz grasser, fiona swarovski und ihrem hund (den sie übrigens wilhem molterer nennen) unterwegs.
keiner von ihnen bettelte auch nur um einen cent. nicht einmal der hund. es geht also auch anders. wer reich ist, braucht nicht betteln. und arme haben eh nichts verloren.

Ich glaube, wir sind einfach zu

gesellig. In meinem Zimmer stört mich kein unangenehmes Subjekt.
Allerdings, könnte mir in einem Lokal viel eher der Eintritt eines Burschenschafters, korrupten OeVPlers, Sozialverraeters der Krone SPOe, ... das Essen oder Bier völlig verderben, als ein Augustin Verkäufer.

Mein sozio-ökonomischer Index ist eben anders.

Keine Angst,

die Wirtin sorgt schon für ihre Umfeld-Hygiene!

bravo

dafür ist ihre psycho hygiene in ordnung,....aber wir wissen ja alle, wo sich das rechte volk vergnügt,...man kann es sehr leicht vermeiden, von ihnen abgeschmust und umarmt zu werden.

gleich und gleich gesellt sich gern

Ach so, jetzt verstehe ich erst,

wieso der FPÖ Winerib den gewalttätigen Neonazi Gottfried Küssel so verteidigt:

http://derstandard.at/plink/129... 8/19307760

EU-Toleranz Edikt

Schengen und co; geschützte Mitarbeiter usw.

Mehr Differenzierung Postulat

Sg. Herr Rauscher, hier gehts um organisiertes mafiöses Verbrechen, nicht wie die tierschützer, sondern um ECHTE Mafia!
Und wenn ich die angeheuerten Typen wie auch immer schimpfe, ist das eine message an ihre auftraggeber, die irgendwo im bentley in bukarest oder sofia sitzen! Und solange die österreichische Polizei nicht in der lage ist, die Hintermänner/Frauen fetszunageln, müssen sich die armen mißbrauchten den unmut der österreichischen gesellschaft gefallen lassen müssen!

leicht gemacht...

sehr geehrter herr paul_vie
so einen unreflektierten schwachsinn hab ich schon lang nicht mehr gehört.
schon ein bisschen traurig, wie sie einerseits annehmen, dass die armen straßenverkäufer von einer angeblichen MAFIA mißbraucht werden (oder viell. verwechseln sie die jetzt grad mit den verbrecherischen bettlerbanden? ach wuuuaaarscht, ist eh das gleiche in grün, nicht?) und andererseits ihre beschimpfungen als „message“ rechtfertigen. das schreit einfach nach sich-absichtlich-blödstellen (ist ja auch so heerrrrlich einfach!).
so als würden diese ihre sogenannte message stellvertretend für ihre ausbeuter entgegennehmen und dann in den MAFIA-kummerkasten werfen od. vielleicht sogar höchstpersönlich an den MAFIAboss vortragen: sehr geehrt

das war nicht das thema. gebettelt hat gar niemand im lokal.

ende der märchenstunde

und ein guter tipp: nicht alles glauben, was die krone-leserbriefschreiber absondern!

interessant ...

... dass sich das mit der bettelmafia noch immer so hartnäckig hält (via gratis boulevard?), obwohl
selbst die exekutive nichts davon weiss ...

Nein. Hier geht es um einen Gast des Lokals, der einem Augustinverkäufer ein Bier spendieren wollte.

"Und wenn ich die angeheuerten Typen wie auch immer schimpfe, ist das eine message an ihre auftraggeber, die irgendwo im bentley in bukarest oder sofia sitzen!"

.
na DIE werden sich dann aber fürchten ...

Beweise für die gewagten Behauptungen?

Wenn ja, warum sind die Beweise noch nicht bei der Staatsanwaltschaft? Oder reichen Ihre Beweise nicht für eine Anklageerhebung? Hm, dann sind vielleicht die Beweise schlecht oder die Unterstellungen falsch?

Und wenn es die Mafia wirklich gibt, dann würde ich Ihnen nicht wünschen das die mal bei Ihnen zu Hause vorbeischauen? Wäre sicher lustig?

Mehr Differenzierung Nachsatz

Ich war heute mittags am Brunnen/Yppenmarkt, um aus meinem ghetto rauszukommen: da waren türken, ex, österreicher, steirer, usw :-) ! aber KEINER von dieser bettelmafia! welch wohltat! ein ort zum wohlfühlen!

vermutlich deshalb..

weil sich dort niemand eine zeitung leisten kann ;-)

Mehr Differenzierung 3/3

Es ist zweifellos nicht korrekt, Bettler ausländischer Herkunft pauschal mit diskriminierenden Bezeichnungen zu beschimpfen; aber auch ich habe das recht, nicht permanent von ganz offensichtlich illegal organisierten bettlern mit mafiösem Hintergrund (zB. DVD-Raubkopien etc.) blöd angemacht zu werden, sonder meine suppe in aller ruhe zu schlürfen. Und ich habe verständnis für alle, denen nach 10 penetranten anmachen innerhalb einer stunde mal der faden reißt. Und ich habe das recht, einen kriminellen DVD-Verkäufer, der mich anmacht, zu schimpfen und mit der Polizei zu drohen; oder soll ich ihn etwa mit "SIR" anreden?
Ich lade sie gerne auf ein sushi oder sashimi ein, zwecks lokalaugenschein. Und gedankenaustausch.
Danke!

dvd bettler?

also wo bleibt die differenzierung?
wer einen augustin verkuft tut das um eben nicht zu betteln. wer dvds verkauft bettelt auch nicht, genau so wenig wie eine musikant_in...
und wenn schon, betteln ist absolut legitim und harte arbeit, reich wird man davon nicht. und die mär von der bettelmafia glaubt auch niemand..
es mag organisierte bettelei geben wo dann auch menschen instrumentalisiert und ausgenutzt werden, aber das als mafia zu bezeichnen ist verfehlt. ja, ich finds auch nicht gut, das problem sind aber nicht die bettler_innen sondern die armut, und die ist grenzenlos.

ps: wo am yppenplatz essen sie sushi? etwa beim zielpunkt gekauft? da wundert mich ihre verdrehte weltsicht nicht...

haben wir in wien jetzt die grundsicherung, oder nicht? wenn ja, wieso muß dann jemand augustin verkaufen oder betteln gehen?

abgesehen davon, ...

dass es bei uns die bedarfsorientierte mindestsicherung (bMS) -keine grundsicherung - (begriffsklarheit schafft auch inhaltsklarheit) gibt, ist trotz dieser (wie auch durch einen oder vielleicht mehr "jobs") niemand in diesem land vor armut gefeit (aus welchem grund auch immer)

die gründe, warum jemand bettelt (besser als stehlen, oder?) oder augustin oder andere zeitungen verkauft sind so unterschiedlich/vielfältig wie die menschen

dvd bettler?

ich bin in meinem ganzen leben noch nie zwei mal hintereinander von bettlern angesprochen worden, bin auch viel in wien unterwegs, auch am naschmarkt. das is doch alles blödsinn. als ob wir keine andern sorgen hätten..

Ich bin in manchen lokalen schon mehr als drei mal in einer stunde

Angequatscht worden, des is doch alles blödsinn, was Sie schreiben...

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