Außeruniversitäre Umbauarbeiten vor Abschluss

29. April 2011, 18:57
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Drei-Säulen-Modell bleibt unter Töchterle - Neuigkeiten vom IWM und dem IFK

Wien - Bundesministerin Beatrix Karl hat zwar den Ministersessel gewechselt, an ihren Plänen zur Neuorganisation der außeruniversitären Forschungseinrichtungen wird aber festgehalten. Zumal man mit der "zügigen Umsetzung" auch schon sehr weit sei, wie es aus dem Ministerium heißt. Für zwei der renommiertesten Einrichtungen, die davon betroffen sind - das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) und das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) - gibt es Neuigkeiten zu vermelden.

Zur Erinnerung: Nach der Budgetklausur im Herbst schien es zunächst so, als ob für die rund 70 außeruniversitären Einrichtungen, die vom Wissenschaftsministerium mitfinanziert sind, das Aus drohen könnte. Nach heftigen Protesten arbeitete man im Ministerium eine Neuorganisation dieser vor allem geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Institute aus, als Lösung wurde ein sogenanntes Drei-Säulen-Modell gefunden, dessen dickste und wichtigste die Eingliederung vieler Einrichtungen in Universitäten ist. Zudem gibt es eine Säule für die internationale Projektunterstützung im geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Bereich und schließlich noch die Archiv-Säule, mit der die zeitgeschichtlich relevanten Archive unterstützt werden sollen.

Aufwändiges Nichtsparen

Das alles bedeutet einen riesigen organisatorischen Aufwand, viel Umwidmung und keine Einsparung. Wie sich die Einrichtungen im Rahmen der Universitäten in den nächsten drei Jahren (und vor allem danach) entwickeln werden, bleibt außerdem vage.

Die ersten Einrichtungen, für die diese Lösung unter Dach und Fach gebracht wurde, waren das Erwin-Schrödinger-Institut und das Institut Wiener Kreis, die an die Uni Wien gingen. Zahlreiche weitere "Adoptierungen" folgten, zum Teil mit relativ überraschenden Uni-Eltern. So ging das von Ex-Vizekanzler Erhard Busek (ÖVP) gegründete Institut für den Donauraum und Mitteleuropa an die Boku in Wien, mit der indes "bestes Einvernehmen" herrscht, wie Erhard Busek bestätigt. Weitere Institute wurden im Rahmen eines "Friedensclusters" der Uni Klagenfurt zugeteilt, so etwa das Friedenszentrum Schlaining oder das Institut für Konfliktforschung.

Für das IFK, das ursprünglich der Uni Graz eingegliedert werden sollte, wird es nach neuen Informationen aus dem Ministerium doch eine andere Lösung geben. Da steht eine Angliederung an die Kunstuni Linz vor dem Abschluss, die ihre philosophische und kulturwissenschaftliche Kompetenz stärken will.

Eine Sonderlösung dürfte es schließlich für das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) geben, heißt es aus dem Ministerium. Da ist bis Ende Juni mit dem Abschluss eines für drei Jahre gültigen Vertrags unter Einbindung von George Soros und der Central European University in Budapest zu rechnen. (Klaus Taschwer, DER STANDARD; Printausgabe, 30.4./1.5.2011)

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