Deutschland besiegt zum Auftakt Russland

29. April 2011, 19:12
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2:0 ist der erste deutsche Sieg gegen Sbornaja in der Geschichte - Nachbarn träumen nun vom Aufstieg - Schweiz schlägt Frankreich

Zum Auftakt der Eishockey-WM in der Slowakei feierte Deutschland einen historischen 2:0 (0:0, 1:0, 1:0)-Sieg gegen Rekordweltmeister Russland und verbuchte damit ihren ersten WM-Erfolg gegen die "Sbornaja" in der Geschichte. Thomas Greilinger erzielte vor 9049 Zuschauern in der Ondrej Nepela Arena in Bratislava in der 25. Minute das Führungstor, für die Entscheidung sorgte Patrick Reimer in der 58. Minute, der einen schnellen Alleingang erfolgreich abschloss.

"Wir geben keinen Platz zum Spielen und lassen wenig zu", sagte Greilinger zum denkwürdigen Erfolg gegen den einst übermächtigen Rivalen. In den 37 WM-Duellen zuvor mit dem 25-maligen Weltmeister war die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) immer als Verlierer vom Eis gegangen - zuletzt bei der Heim-WM 2010, als sie sensationell ins Halbfinale eingezogen war.

Den historischen Triumph kann Deutschland in den nächsten Vorrundenspielen am Sonntag (20.15 Uhr/Sport1) gegen den Gastgeber Slowakei und am Dienstag (16.15 Uhr/Sport1) gegen Aufsteiger Slowenien veredeln. Sollte die DEB-Auswahl die Zwischenrunde erreichen, würde sie die Punkte gegen Russland mitnehmen - und hätte wieder das Viertelfinale im Visier.

Gecheckt

"Brust raus und die Jungs über den Haufen rennen", hatte Torwart Dennis Endras vor der Halbfinal-Revanche gefordert. Seine Vorderleute, von denen 15 schon vor elf Monaten dabei gewesen waren, nahmen sich das zu Herzen. Mit viel Selbstbewusstsein und Schwung gingen sie ins Spiel, setzten die mit nur vier NHL-Profis angetretenen Russen im eigenen Drittel unter Druck und ließen so die Angriffsmaschine der "Sbornaja" gar nicht auf Touren kommen. Mit vielen Checks brachte die Deutschen aber nicht nur die Russen aus dem Rhythmus. Die Aggressivität übertrug sich auch auf die Offensive. Gleich mehrmals hatte die DEB-Auswahl im ersten Drittel das Führungstor auf dem Schläger. Der Berliner André Rankel scheiterte zunächst mit einem Solo (7.), dann gelang es ihm nicht, den Puck über die Linie zu stochern (10.).

Die schönste Kombination des ersten Durchgangs schloss der Kölner Christoph Ullmann ebenfalls nicht erfolgreich ab - Torwart Jewgeni Nabokow parierte (11.). Erst als der Mannheimer Nikolai Goc die erste Strafzeit kassierte, kamen die Russen besser zur Entfaltung. Endras hatte Glück, als Danis Saripow im Powerplay den Pfosten traf (14.). Gerade als der 25-malige Weltmeister das Spiel etwas besser in den Griff bekam, fiel die Führung für den Außenseiter: Nach einem genialen Pass des Berliners Constantin Braun setzte sich Greilinger gegen zwei Russen durch und überwand Nabokow.

Danach war sogar schon früher das 2:0 möglich: Bei einem Konter scheiterte der Düsseldorfer Patrick Reimer nur knapp (29.), ehe er es in der Schlussphase besser machte. Nach der Hälfte der Spielzeit legten die Russen endlich ihre Überheblichkeit ab und erhöhten den Druck auf das deutsche Tor. Doch Endras knüpfte an seine überragenden Leistungen bei der letzten WM an und machte selbst hochkarätige Chancen zunichte. "Dennis hat überragend gehalten", sagte Torschütze Greilinger. Pech hatte auf der Gegenseite der Wolfsburger Kai Hospelt. Bei einem Konter traf der Vizemeister den Pfosten (44.). Danach wuchs Endras über sich hinaus. Der WM-Held von 2010 wehrte im Minutentakt Schüsse der Russen ab. 

Slowakei dreht Spiel

Im zweiten Spiel der Gruppe A lag die Slowakei durch einen Treffer von Ales Kranjc (Szekesfehervar) gegen Außenseiter Slowenien mit 0:1 zurück. Doch Miroslav Satan (36.), Peter Podhradsky (48.) und Lubos Bartecko (60./empty net) sorgten noch für einen gelungenen Auftakt des WM-Gastgebers.

Schweizer Sieg gegen Frankreich

Im zweiten Auftaktspiel gab es in der Gruppe B einen 1:0-Erfolg der Schweiz gegen Frankreich. In Kosice gab es eine zwölfminütige Unterbrechung wegen eines Stromausfalls, das Spiel wurde außerdem auch sportlich verlängert. Die Schweizer durften nach 1:46 Minuten der Obertime über den Siegtreffer jubeln. Julien Vauclair verhalf den Eidgenossen zu einem Einstand nach Maß. 

Kanada siegt nach Plan

Kanada kam durch Tore von Jordan Eberle (2., 49.) und den Jungstars Jeff Skinner (31.) und John Tavares (45.) zu einem 4:1 gegen Weißrussland. Bei den Kanadiern kam auch ein ehemaliger Österreich-Legionär zum Einsatz. Verteidiger Mario Scalzo, in der Saison 2008/09 bei Red Bull Salzburg und nun in Mannheim, ist der einzige seines Teams, der nicht aus der NHL kommt. (SID/APA/red)

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    Dennis Endras hielt seinen Kasten sauber, auf der Gegenseite schlug es zweimal ein

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