Radhelmpflicht und Co.

Grünen-Kritik an Verkehrsnovelle: "Eine Katastrophe"

29. April 2011, 18:15

Radfahrorganisationen gegen verpflichtenden Helm

Graz/Wien - Ganz und gar nicht zufrieden mit der am Donnerstag im Parlament beschlossenen Novelle der Straßenverkehrsordnung (SfVO) ist die Grazer Bürgermeister-Stellvertreterin und Verkehrsreferentin Lisa Rücker (Grüne). Wie Rücker in einer Aussendung am Freitag meinte, sei diese Gesetzesnovelle "für den Radverkehr schlichtweg eine Katastrophe".

Weder die Fahrradstraßen noch die Aufhebung der Radwegepflicht sei von Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) durchgesetzt worden, so Rücker: "Für uns in Graz ist das ein herber Rückschlag, zumal wir mit den ersten Fahrradstraßen schon in den Startlöchern stehen." Bures habe sich im Verkehrssicherheitsprogramm für die Förderung des Radverkehrs ausgesprochen und lasse nun keine Taten folgen, was auch aus umweltpolitischer Sicht "eine Farce" sei.

"Konsens übergangen"

Scharfe Kritik kam auch von den Radfahrorganisationen radlobby.at, IG Fahrrad und Argus: Von dieser Seite stößt man sich auch an der Einführung der Radhelmpflicht bis zum Alter von zwölf Jahren, eine Maßnahme, mit der die Ministerin "den fast einstimmigen und mehrmals bestätigten Konsens im von ihr selbst einberufenen Unterausschuss Radverkehr" übergangen habe.

Die Eckpunkte der StVO-Novelle: Bodenmarkierungen sollen anstelle von Halte- und Parkschildern künftig den Schilderwald lichten. Dazu kommen neue Regeln, die den Radverkehr betreffen, darunter die Helmpflicht für Kinder bis zwölf Jahre. Und künftig gilt ein "Rücksichtnahmegebot" für alle Straßenverkehrsteilnehmer. (APA, mro, DER STANDARD; Printausgabe, 30.4./1.5.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 164
1 2 3 4
Ausländischer Extremraser
00
11.5.2011, 18:32
Tempolimit is Sheisndreck.

heißluftgebläse
00
11.5.2011, 18:30
Ich fordere Tempo 30 auf Autobahnen!

Erstens, weil Autobahnen eine Erfindung der Nazis sind und ihre Benützung daher politisch bedenklich;
zweitens, weil bei höheren Geschwindigkeit die Unfallgefahr dramatisch zunimmt;
drittens, weil sonst nicht sichergestellt werden kann, dass Radfahrer Autos überholen können.

Helmut Jiranek
03
Danke ÖVP!

Der Standard sollte vielleicht noch den Verantwortlichen für diese misslungene STVO-Novelle angeben: Dr. Ferry Maier, NR-Abgeordneter, Verkehrssprecher der ÖVP. Er hat sich erfolgreich gegen die Möglichkeit der Aufhebung der Radwegebenützungspflicht sowie die Verhinderung der Einführung von Fahrradstraßen eingesetzt. Damit erweist sich die ÖVP wieder mal als Bremser bei sinnvollen Reformen. DANKE Herr Maier! DANKE ÖVP!

http://lobby.ig-fahrrad.org/bundespol... e-voellig/

Briefmarkenkleber
20
Danke, Vassilakou

Interssant: Vor einem Monat ist die Maria noch hausieren gegangen mit dem tollen Paket, einschließlich Fahrradstraßen. Was wurde daraus? Warum betreibt die Radverweigerin jetzt Kindsweglegung. Warum liegt den Grünlingen nicht einmal das Fahrradthema (realpolitisch)?

Helmut Jiranek
01

Was bitte können die Grünen dafür wenn die Schwarzen auf Bundesebene Verhinderungspolitik betreiben und die Roten nicht standhaft genug sind, um sinnvolle Reformen durchzusetzen?

Kra Wuzikabuzi
01
Grüne: "Eine Katastrophe"

so ist es.

gaisbock
11
Suche

noch schnell Aktionäre zur Gründung einer Bodenmarkierungsfirma (auch dringend Lobbyisten gesucht).

Hermann Weiler
85
Die Helmpflicht greift zu kurz

Es sollte auch zulässige Höchstgeschwindigkeiten eingeführt werden, die selbstverständlich von der Exekutive überwacht werden sollen.

Eine Höchstgeschwindigkeit von 20km/h Überland und 15km/h in der Stadt ist für Fahrräder absolut ausreichend. Darüber steigt das Unfall- und Verletzungsrisiko erheblich an.

Eine jährliche Tüv-Überprüfung des Fahrrades wäre ebenfalls wünschenswert. Gegen ein lächerliches Entgelt von - sagen wir - 50 Euro erhält man ein Pickerl mit Datum, das zeitlich befristet ist.

Für Radwege Überland sollte man ein Radwegpickerl einführen. Ein Pickerl für 50 oder 60 Euro, mit dem man ein Jahr diese Radwege benutzen kann, bringt keinen finanziell um.

Helmut Jiranek
13

Die Unfall- und Verletzungsgefahr ist für Radfahrer in erster Linie durch den bedeutend schnelleren KFZ-Verkehr gegeben. Daher muss eine seriöse Reduktion der Unfall- und Verletzungsgefahr von Radfahrern im Mischverkehr auch beim KFZ-Verkehr ansetzen.

Eine Reduktion der Geschwindigkeit des Radverkehrs würde die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen KFZ- und Radverkehr weiter erhöhen und damit zu mehr Konflikten führen.

Falls ihre Aussagen ernst gemeint sind gehe ich davon aus, dass Sie einem Hass auf Radfahrer entspringt mit dem Wunsch, diese zu schikanieren, um den Radverkehr einzudämmen. Dagegen gibt es ein wirksames Mittel: Auto stehen lassen und Rad fahren. Aber Achtung: Radfahren kann Ihre Gesundheit fördern ;-)

Listed
00
Sehr guter Vorschlag..

...und auch gleich eine 50 kmh Beschränkung für Autos auf allen Autobahnen und Schnellstraßen, den über 50 kmh steigt das Unfallsrisiko erheblich an.

Sonst noch obskure Vorschläge?

Al Borland
01

Und dann am besten noch für jede einzelne Fahrt eine Sondergenehmigung einholen müssen, komplett mit Stempelmarken, ja? :-)

amber103
00

Samstag Wien nach OÖ, Regen ab dem Strudengau, bis Linz mindestens nasse Straßen. 210,2km Fahrzeit 8h10' (wegen des höheren Luftwiderstands mit Regensachen)
Höchstgeschwindigkeit ~65, Mittlere Geschwindigkeit auf ebener Strecke ~30-32 bei Rückenwind knapp 40kmh. Alles mit 20kg Gepäck am 14kg schweren Fahrrad.

Sind sie schon mal weiter als 30km am Stück gefahren mit einem Fahrrad gefahren?

aleph null
00
Schon interessant!

Diesselben Leute, die am liebsten hätten, dass die Autos nur noch 80 km/h fahren dürfen, geben an, dass sie mit dem Fahrrad 65 km/h fahren.

amber103
01

Wo habe ich irgendwann gepostet, dass Autos nur noch 80 fahren dürfen?

Hin und wieder habe ich schon mal gepostet, dass ich ein Limit in der Stadt von 30kmh unterstützen würde, nicht wegen des Radverkehrs, sondern wegen der Menschen die in den Städten leben, die Straßen überqueren, den Lärm ertragen müssen.

aleph null
00
Eben!

Warum sollen die Autos 30 km/h fahren, wenn Sie mit 65 km/h daherkommen?

amber103
00

Du willst, dass alle gleich schnell oder langsam fahren?

die 65 waren auf einer Bundesstraße. Das Geschwindgkeitslimit liegt dort bei 100kmh

aleph null
00
Ich bin selbst Fahrradfahrer

aber 65 km/h auf einer Bundesstraße sind Selbstmord. Braucht nur ein Hase die Fahrbahn zu kreuzen und vorbei ist es.

Ich finde das nur ziemlich bemerkenswert. Wenn jemand mit dem Auto statt 130 km/h satte 170 km/h fährt, dann ist er ein Raser, der streng bestraft gehört. Wenn man mit dem Fahrrad 65 km/h fährt, dann ist man ein toller Hecht.

Warum eigentlich?

amber103
00

und was ist anders bei einem Motorrad, das 100 fährt?

Gute Fahrräder werden übrigens mit zunehmender Geschwindigkeit stabiler. Mit einer Baumarktgurke würde ich auch keine 65 in der Spitze fahren wollen, die flattern oft schon bei 35. Gute Fahrräder kosten bekommst du nur in extremen Ausnahmefällen um 1000€. Normalerweise wird es noch teurer.

aleph null
11
Ein Motorrad hat eine andere Masse,

einen günstigeren Schwerpunkt und außerdem ist ein Motorradfahrer anders gekleidet als ein Fahrradfahrer.

Mit einem schweren Motorrad fahren Sie mit 65 glatt über einen Hasen drüber und selbst wenn Sie einen Stern reißen, schützen die Stabilisatoren ihre Wirbelsäule, der Vollvisierhelm ihren Kopf und die dicke Lederkluft schützt vor Schürfwunden.

Mit dem Fahrrad sieht das dramatisch anders aus. Ich habe auch ein recht wertvolles Rennrad, aber mit der Straßenlage eines Motorrades ist das nicht zu vergleichen.

amber103
01

Ich habe noch nie gehört, dass jemand mit einem Rad einen Hasen erwischt hätte. Es kommt schon recht selten vor, dass man vom Rad aus überhaupt einen Hase sieht, weit weg von der Straße.

65 Spitze <>200 Spitze mit Motorrad.

aleph null
00
Von mir aus ersetzen Sie Hase durch Hund, Katze u.ä.

Außerdem: es gibt auch Motorräder, bei denen bei mehr als 300 km/h nichts flattert.

Trotzdem darf man nur 130 km/h auf Autobahnen und 100 km/h überland fahren. Schon einmal überlegt, warum das so ist?

amber103
01

Nimm eine beliebige unübersichtliche Kurve ohne zusätzlicher Geschwindigkeitsbegrenzung. Stell dir vor, die Polizei überprüft ab sofort das Sichtfahrgebot, und nimmt jedem den Führerschein ab, der die Radarfalle hinter der Kurve, die auf das Sichtfahrgebot eingestellt ist, übersieht. Da wären dann bald ganze Gegenden in Österreich den Deckel los.

Hermann Weiler
11
Unverantwortlich!

Eine saftige Geldstrafe wäre fällig. Ich fahre mit dem Auto ja auch nicht 180, wenn nur 130 erlaubt sind.

amber103
11
Wer ko, der ko

Du bist ein lieber Troll. Du willst eine saftige Geldstrafe wen du 35 kmh langsamer fährst als erlaubt. LOL

Nur weil du nicht Radfahren kannst, oder nur ein chinesches Schrottfahrrad zuhause hast, dass schon bei 25 Flattert, bedeutet das nicht, das das auch für andere gilt.

Wie sagte Fanz Xaver Krenkl zum König Ludwig I., als er ihn überholte: "Wer ko, der ko!"

OberWaldMeister
 
02
Netter Versuch,

aber Ihr Vorschlag greift entschieden zu kurz! Ich bin fuer ein generelles Fahrradverbot. Ausserdem sollten sich alle Fussgaenger kriechend fortbewegen muessen, zur eigenen Sicherheit und zur Belustigung der Exekutive! Ist auch leichter zu ueberwachen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 164
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.