Schärferes Fremdenrecht beschlossen, nur eine Rote gegen Parteilinie

29. April 2011, 18:27
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    foto: der standard/cremer

    Starke Konkurrenz aus London für den Nationalrat: Die Debatte übers Fremdenrecht fand vor schütter besetzten Bänken statt.

Die Kritik am "Unrechtspaket" blieb fruchtlos: Die Koalitionsmandatare beschlossen das neue Fremdenrecht - mit einer Ausnahme - Die SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger verweigerte ihre Stimme - Sie blieb die Einzige

Wien - Der "Star" des Nachmittags kam nicht zu Wort. Aus Protest gegen die Härten des neuen Fremdenrechtspakets verließ die SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger bei der Abstimmung demonstrativ den Sitzungssaal - ein in den Klubs der Regierungsparteien seltener Akt der Dissidenz. Einen Platz auf der Rednerliste gab es aber nicht. Offiziell, weil Ablinger kein Vollmitglied des zuständigen Ausschusses ist.

Das Sammelsurium an neuen Fremdengesetzen, das die Koalition am Freitag beschlossen hat, ist nicht nur in der SPÖ, wo die oberösterreichische Landespartei in einem offenen Brief ihren Unmut bekundete, umstritten. Auch die Opposition findet an den geplanten Maßnahmen nichts Gutes - aus höchst gegensätzlichen Motiven.

"Des hamma net notwendig"

Während FPÖ-Erstredner Walter Rosenkranz seine Kritik im Wesentlichen auf die Rot-Weiß-Rot-Card und einen Satz - "sie eröffnet der Zuwanderung ins Sozialsystem Tür und Tor" - fokussiert, hebt die Grüne Alev Korun zu einer langen Anklage gegen das "Unrechtspaket" an. "Recht muss Recht bleiben" gelte offenbar nicht für diverse Politgünstlinge, kritisiert die Abgeordnete, "bei Schutzsuchenden aber lässt die Regierung die Muskeln spielen" .

Korun meint damit nicht nur die Anwesenheitspflicht für Asylwerber während der ersten Tage ihres Verfahrens, die sie als "Lagerhaft" qualifiziert. Sie meint auch, dass "Kinder, Jugendliche, Säuglinge" laut Novelle nach wie vor in Schubhaft landen könnten: "Das wird weiter passieren." Einen Verbündeten sucht die Grüne auf der Regierungsbank. Jetzt sei für Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz "der richtige Zeitpunkt aufzustehen und zu sagen: "Nicht mit mir! Spuckt mir am Anfang nicht so in die Suppe!"

Die Antwort übernimmt aber Otto Pendl. Wiewohl in Krawatte und Anzug angetreten, trägt der SPÖ-Abgeordneter seinen Konter hemdsärmelig vor: "Des hamma alles net notwendig, dass wir uns da hinstellen und Worte wie Lagerhaft in den Mund nehmen." Wer die Hilfe der Republik suche, dem könne zugemutet werden, "im eigenen Interesse fünf Tage den Behörden zur Verfügung stehen", argumentiert Pendl.

Dass Minderjährige in Schubhaft landen könnten, bestreitet er: "Es gibt keine Kinder in Gefängnissen." Genau das zweifelt aber Pendls Parteifreundin Ablinger im Gespräch mit dem Standard an: "Wenn man dies ausschließen will, hätte man es klar ins Gesetz schreiben können." Weiters gehen der Oberösterreicherin die Anwesenheitspflicht und die angedrohten Sanktionen für Zuwanderer, die beim Deutschlernen scheitern, gegen den Strich. Ablinger votierte letztlich auch für den Antrag der Grünen, das entsprechende Gesetz zurück in den Ausschuss zu schicken.

Von Peter Westenthaler erntet die SPÖ dafür Häme. Wer sich bei Abstimmungen verziehe, habe auch kein kräftigeres Rückgrat als ein Gartenschlauch, ätzt der BZÖ-Mandatar. Und zur Zustimmung der restlichen Sozialdemokraten: Mittlerweile seien alle zwölf Punkte des freiheitlichen Ausländervolksbegehrens aus den Neunzigern umgesetzt - obwohl man dagegen seinerzeit ein "Lichterlmeer" organisiert hatte.(Gerald John, DER STANDARD; Printausgabe, 30.4./1.5.2011)

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schneebrunzer
 
03
traurig:

Mittlerweile seien alle zwölf Punkte des freiheitlichen Ausländervolksbegehrens aus den Neunzigern umgesetzt - obwohl man dagegen seinerzeit ein "Lichterlmeer" organisiert hatte.

und den Wapplern bei der SP fällt nicht mal auf, dass sie umfallen......

Ernst Hirschmugl
 
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umfallen ...

Die Einen nennen das umfallen, andere: Endlich vernünftig geworden.
Frau Korum argumentiert immer mit "Schutzsuchenden". Das Fremdenrecht richtet sich nicht gegen Schutzsuchende, sondern gegen jene, die etwas anderes suchen.

schneebrunzer
 
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liebe SPÖ, das ist zum kot*en:

Dass Minderjährige in Schubhaft landen könnten, bestreitet er: "Es gibt keine Kinder in Gefängnissen." Genau das zweifelt aber Pendls Parteifreundin Ablinger im Gespräch mit dem Standard an: "Wenn man dies ausschließen will, hätte man es klar ins Gesetz schreiben können."

Ernst Hirschmugl
 
00

Den Unterschied zwischen Gefängnis und Verwahrung zur Abschiebung ignorieren Sie.

Hubert Ungeist
 
02
Und warum landen diese in Schubhaft?

Weil die Eltern monatelang der Aufforderung nicht nachgekommen sind, das Land zu verlassen.

Irgendwann muss man halt die Gesetze durchsetzen, sonst können wir gleich das Faustrecht einführen (wer die medial bssere NGO hat gewinnt!)

sainty1
00

dumm dümmer Rosenkranz..

Jetzt weiß ich woher die Frau Rosenkranz ihre Dummheit her hat..

denke
01

Wie begrüssen sich zwei Fachkräftemangel-Phantasierer?
Sie ringen mit den Händen.

Alexander Patjomkin
00
Es wird sich nichts ändern.

bis zum bitteren Ende..

badat
21
Die wievielte Novelle in den letzten 10 Jahren war das eigentlich schon? Und ich wette, die nächste ist schon in Vorbereitung.

Und wieder mal kapieren SPÖ und ÖVP nicht, dass die Anbiederung an den rechten Rand
1.) Die Wähler Straches nicht zurückholen und sattdessen nur diejenigen vertreiben wird, die sich eher die Hand abhacken würden, als die FPÖ zu wählen
2.) Nie ein Ende finden kann, weil egal wie hart das Fremdenrecht ist, es wird den Rechten IMMER zu weich sein. Selbst wenn bei der überüberüberüberüberüberübernächsten Novelle (also in ca. 8 Monaten) beschlossen wird, dass jeder Einwanderungswillige eine Niere spenden und jede Einwanderungswillige 6 Monate als Prostituierte arbeiten muss, werden dir Rechten zwei Nieren und 10 Monate fordern. Wenn einem ein Gegener über eine Klippe jagen will, ist es eine schlechte Idee vor ihm in Richtung Klippe wegzulaufen

Ernst Hirschmugl
 
00

Mit den paar Handabhackern kommen wir in Österreich zurecht.

academius
23

Wenn Grüne ("zu rechts") und Blaue ("zu links") dagegen sind, kann es nur richtig sein.

Die ÖVP forciert die seriöse, ausgeglichene und nachhaltige Politik der Mitte - hier gibt es keine linken Träumerein und rechten Hetzereien. Und das ist gut so.

franz s.
20
was hast den du geraucht?

seriös, ausgeglichen und nachhaltig?

Gehrer, Strasser, GRasser, Schüssel, Fekter.......

guter Mann, musst du breit sein!

Mike Freeman
00
Als ÖVPler sauft man!

Ernst Hirschmugl
 
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und als Grüner hascht man. Da hält das Delirium länger an.

Hans Funkelfels
01

Denken sie immer noch die Politik in "Rechts" und "Links"? Hören sie mal ihrem Schüssel zu, hier hat er außnahmsweise recht. Politik ist nicht mehr rechts oder links. Das ist alles so 1980er.

Derpeitschenpeter
02

Die schlechten Umfragewerte dürften die ÖVP dazu motiviert haben, mehr "Öffentlichkeitsarbeit" in diversen Foren zu betreiben ;)

Herzerzog Johann
01

Das lohnt sich nicht. In Foren ist nichts zu holen, auch wenn sich das manche Leute einbilden und deshalb dort "wichtige" Reden halten.

teuerzahler
11
die politik in öst. ist nur mehr mafiös

kein freies mandat
keine offene mehrheitsfindung
keine demokratie!

David Zot
10
Der Futterneid

Dieser Futterneid, ausgedruckt durch diese Gesetzgebung, richtet sich gegen die sozial schwächeren .ca 40,000 Ausländer dim im Produktions und Dienstprozess die heimisch nicht bevorzugten Aufgaben erfüllen und wesentlich mehr in die Sozialkassen einzahlen als sie bekommen, und nicht gegen gut situierte Ausländer die oft nicht einzuzahlen und auch kein Deutsch zu lernen brauchen.

Ernst Hirschmugl
 
00

Was geben Sie denn selbst ab; anderen Futterneid zuweisen aber selbst versteckt für sich allein fressen wollen? Mit der Grundsicherung, die anderre erarbeiten?

Hubert Ungeist
 
02
260.000 Arbeitslose

die man mitversrogen muß - meinens nicht -dass es da günstig wäre nur noch solche Einwanderer zu holen, die am Arbeitsmarkt gesucht werden?

Betrifft natürlich nicht Asyl, da darf jeder kommen, der ienen Asylgrund hat.

atomkraft neindanke
06
Klubzwang ade!

ich verlange, dass
1. alle Debatten sich ans Volk richten müssen und daher auch im Fernsehen mitangeschaut werden können, und zwar nämlich ohne Schnitt und in der ganzen Länge, auch vor dem Parlament sollte ein Screen sein, wo live übertragen wird.
2. alle Abstimmung geheim und nicht per Handzeichen erfolgen, sodass die für uns alle schädliche Parteidisziplin inklusive Klubzwang eingeschränkt wird! jetzt könnte auch gleich der Clubvorsitzende für seine Schafe mitabstimmen, das brächte das selbe Ergebnis und wäre erheblich billiger für die Seuerzahler,
warum auch der Versuch unternommen wird den politschen Gegner zu überzeugen, begreife ich nicht, die Politiker_innen sollten uns überzeugen! und als Personen zur Wahl stehen.

Herzerzog Johann
10
Super Idee

Der Politiker redet öffentlich was das Stimmvieh hören will, stimmt dann gegenteilig ab, die Dumben merken nichts, jubeln und wählen ihn wieder.
Also wie gesagt: Super Idee ...

Alexander Patjomkin
00
30.4.2011, 21:53
Mit offenen Grenzen wird keine Einwanderungsregelung was bewirken.

Kommt jeder, der will, so wie bisher.

Comedian
02
30.4.2011, 21:47
Dagegen stimmen, hätte sie meine Hochachtung, ...

... aber rausgehen interpretier ich simpel. "Ich will 2013 auch noch im Parlament sitzen".

Wir haben keine Demokratie! Wer von seinem demokratischen Recht Gebrauch macht, ist weg vom Fenster. Ich will wieder die Habsburger! Mit denen kann man wenigstens Kohle machen.

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