De Maizière beschwört in den USA das transatlantische Verhältnis

29. April 2011, 16:59
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Warnung vor "arrogantem Anti-Amerikanismus"

Washington - Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat bei seinem ersten Besuch in den USA in seinem neuen Amt die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft beschworen. "Wir sind die wichtigsten Partner füreinander - oder zumindest sollten wir es sein" , sagte de Maizière am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Veranstaltung des American Jewish Committee in Washington. Beide Seiten müssten so handeln, dass diese enge Beziehung auch künftig erhalten bleibe, und dürften sie nicht einfach als gegeben hinnehmen.

Die Europäer dürften keinen intellektuellen und arroganten Anti-Amerikanismus kultivieren, mahnte de Maizière. "Und die amerikanische Seite sollte bedenken, dass Europa auf lange Sicht ihr stabilster und berechenbarster Partner bleibt - obwohl es manchmal ein bisschen langsam ist und mit Differenzen kämpft."

Zuletzt hatte es zwischen den USA und Deutschland Unstimmigkeiten über den Umgang mit dem Libyen-Konflikt gegeben. Als einziger westlicher Staat enthielt sich Deutschland bei der Abstimmung über den Militäreinsatz im UN-Sicherheitsrat und zog sich damit den Ärger der Verbündeten zu. Die Deutschen wüssten, dass sie den USA ihre Freiheit, die Demokratie und den Rechtsstaat verdankten, sagte de Maizière. "Es ist uns sehr wohl bewusst, dass die Freiheit geschützt und falls nötig vielleicht sogar verteidigt werden muss, falls sie bedroht ist."  (DER STANDARD, Printausgabe, 30.4/1.5.2011)

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