Drei Männer nach Anschlag auf Minsker Metro angeklagt

29. April 2011, 15:56
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Verdächtige sollen gestanden haben

Minsk - Die weißrussische Justiz hat am Freitag drei Männer wegen des Minsker Metro-Anschlags angeklagt. Zwei der Verdächtigen werden des Terrorismus beschuldigt, der dritte ist wegen illegalen Sprengstoffbesitzes angeklagt, wie der stellvertretende Generalstaatsanwalt Andrei Schwed im Staatsfernsehen sagte. Die beiden 1986 geborenen Hauptangeklagten seien Schulfreunde aus der Stadt Witebsk.

Die Anklage wegen Terrorismus erfolge aufgrund von Geständnissen, teilten die Ermittlungsbehörden in Minsk am Freitag nach Angaben der unabhängigen Agentur Belapan mit. In weißrussischen Gefängnissen werden Menschenrechtlern zufolge belastende Aussagen oft mit Folter erzwungen. Die ehemalige Sowjetrepublik ist das einzige Land Europas, das die Todesstrafe vollstreckt - per Genickschuss.

14 Tote

Bei dem Sprengstoffanschlag in der U-Bahnstation nahe der Residenz des Präsidenten Alexander Lukaschenko in der weißrussischen Hauptstadt Minsk waren am 11. April 14 Menschen getötet worden. Im Zuge der Ermittlungen wurden neben mehreren Oppositionsaktivisten auch Familienmitglieder der beiden Angeklagten festgenommen. Lukaschenko machte ungenannte Oppositionelle und Agenten des Westen für den Anschlag verantwortlich.

Ein im deutschen Exil lebender früherer KGB-Oberst Wladimir Borodach hatte dem weißrussischen Geheimdienst vergangene Woche vorgeworfen, die Anschläge selbst organisiert zu haben, um von der schwierigen Wirtschaftslage im Land abzulenken. Borodach sagte dem russischen Fernsehsender NTV, die Festnahme der Männer aus Witebsk nur zwei Tage nach der Tat lege nahe, dass sie den Behörden vorher bekannt waren. Es handele sich offenbar um inoffizielle KGB-Agenten. (APA)

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