Fed sieht keinen Grund zur Änderung des Leitzinssatzes

29. April 2011, 15:35
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Hans Engel

Auch in dieser Woche setzte sich der Aufwärtstrend der US-Leitindizes weiter fort. Der S&P 500 legte um 1,7% zu, der Dow Jones erzielte ein Plus von 2,1%. Der Nasdaq Index legte ebenfalls deutlich zu und stieg in dieser Woche um 1,9%. In Dollar gerechnet hat der S&P seit Jahresbeginn eine Performance von 8,8%, in Euro hingegen eine von minus 1,7%. Bis auf den Computersektor (-0,7%) erzielten alle Branchenindizes in dieser Woche positive Performances. Am meisten konnte der Transportsektor zulegen (+4,5%), aber auch Aktien aus den Branchen Immobilien (+3,3%), Biotechnologie (+3,2%), Pharma (+3,2%) und Halbleiter (ebenfalls +3,2%) zählten zu den Outperformern. Energiewerte (+0,4%), Rohstofftitel (+0,8%) und Technologieaktien (+1,4%) entwickelten sich zuletzt etwas schlechter als der Gesamtmarkt.

In der laufenden Berichtssaison lieferten die meisten wichtigen Unternehmen wie erwartet durchaus gute Ergebnisse. Der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb (BMS) übertraf die Markterwartungen hinsichtlich der Gewinn- und Umsatzentwicklung. Der Nettogewinn stieg um 33% auf USD 986 Mio. (57 Cent/Aktie) von zuvor 743 Mio. Das Unternehmen hat durch Rationalisierungen zudem deutlich Kosteneinsparungen erzielt und erreichte mit dem für den Konzern sehr wichtigen Produkt „Plavix" eine Umsatzsteigerung um 6%. BMS erhielt zusätzlich die Zustimmung der amerikanischen Food and Drug Administration FDA zum Verkauf eines Medikaments gegen Hautkrebs. Für die kommenden Quartale werden weitere wichtige Zulassungen von Arzneimitteln durch die FDA erwartet. Die Voraussetzungen für künftige Gewinnsteigerungen sind derzeit sehr gut. Bristol-Myers Squibb ist nach einer langjährigen Phase der Durchschnittlichkeit wieder am richtigen Weg zu den Besten der Branche zurückzukehren.

Ebenfalls sehr erfolgreich ist das letzte Quartal für den Ölmulti Exxon Mobil Corp. gelaufen. Steigende Energiepreise führten zu einer Erhöhung des Nettogewinns um 69% auf USD 10,7 Mrd. (USD 2,14 je Aktie). Ein sensationell gutes Resultat für eine Unternehmung, der man keinesfalls Innovationskraft unterstellen kann. Der Umsatz erhöhte sich um 26% auf 114 Mrd. Der Konzern erhöhte die Öl- und Gasproduktion um 10% auf ein Energieäquivalent von 4,82 Mio. Barrel je Tag, wobei ein Teil des Zuwachses durch die Aufnahme der Produktion eines neuen Ölfelds im Irak erfolgte. Die Krise in Libyen führte hingegen zu einem Rückgang der lokalen Ölförderung um ca. 75% auf 390.000 Barrel pro Tag. Die Aktie von Exxon Mobil befindet sich weiterhin in einem Aufwärtstrend. Angesichts der schieren Größe des Konzerns sind die Wachstumsperspektiven allerdings eingeschränkt.

Ebenfalls sehr gut gelaufen sind zuletzt die Geschäfte beim Papier- und Zellulosehersteller International Paper. Die Firma erzielte im letzten Quartal einen Gewinn von USD 342 Mio. (78 Cent/Aktie). Im Vergleichsquartal des Vorjahres wurde noch ein Verlust von USD 162 Mio. ausgewiesen. Der Umsatz wuchs um 10% auf USD 6,39 Mrd.
Weniger gut gelaufen ist das vergangene Quartal für die gesamte US-Ökonomie. Die in dieser Woche veröffentlichten Daten wiesen ein nur bescheidenes BIP-Wachstum von 1,8% aus. Das ist angesichts der anhaltend schlechten Lage am Häuser- und Arbeitsmarkt nicht überraschend. Die Federal Reserve sieht deshalb mittelfristig keinen Grund zur Änderung ihres Leitzinssatzes.

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