360 Menschen bei Protesten festgenommen

29. April 2011, 18:55

Rotes Kreuz: Zwei Demonstranten getötet

Kampala - Die Behörden in Uganda haben bei Protesten in der Hauptstadt Kampala nach eigenen Angaben am Freitag 360 Menschen festgenommen. "Recht und Ordnung" seien "wiederhergestellt" worden, sagte der ugandische Innenminister Kirunda Kivejinja bei einer Pressekonferenz. Ob die Sicherheitskräfte Schusswaffen eingesetzt hätten, wollte er nicht sagen. Dies müsse noch untersucht werden, sagte Kivejinja.

Laut ugandischem Roten Kreuz wurden mindestens zwei Demonstranten durch Schüsse getötet und 120 Menschen in Krankenhäuser gebracht, von denen etwa ein Dutzend Schusswaffenverletzungen aufwiesen.

Nachdem Polizisten am Donnerstag die Fenster des Autos von Oppositionsführer Kizza Besigye zerschlagen und die Insassen mit Tränengas besprüht hatten, um ihn anschließend zum vierten Mal in diesem Monat zu verhaften, kam es am Freitag in verschiedenen Stadtteilen Kampalas zu Ausschreitungen. Die Demonstranten errichteten Barrikaden und verbrannten Autoreifen, woraufhin die Polizei die Demonstranten mit Tränengas und Schüssen auseinandertrieb.

Besigye, der eine Protestbewegung gegen die Erhöhung der Lebenshaltungskosten anführt, wurde am Freitagnachmittag wieder freigelassen. Er sieht sich aber weiterhin verschiedenen Vorwürfen ausgesetzt, darunter Anstiftung zur Gewalt. Bei einer Reihe von Demonstrationen gegen die Teuerung kamen im April bereits fünf Menschen ums Leben. (APA)

Peter Fruehwirth
03
29.4.2011, 18:16
Etwas mehr öffentlichkeit wäre gut.

Ich bin derzeit in Uganda und bekomme deshalb zwangsweise etwas mehr von dem Geschehen mit. Verglichen mit Vorgängen in Nordafrika scheint die Sache hier international weitgehend ignoriert zu werden. Ohne mir über die Gründe hier genauer den Kopf zerbrechen zu wollen denke ich aber, mehr internationale Aufmerksamkeit wäre wohl gut. Ignoranz den Vorgängen gegenüber könnte sonst zur Annahme führen, dass es normal ist, Proteste gegen hohe Preise mit Tränengas und scharfer Munition zu beantworten.

HrHuber
 
01
30.4.2011, 10:44
Kein Wunder

Uganda ist auch für die USA das wichtigste Land der Region.

Peter Fruehwirth
00
Immerhin

Im Gegensatz zu den Wahlbeobachtern der EU, die "sehr zufrieden mit dem waren, was sie sahen" haben sich der USA zu dem Ablauf der Wahlen Anfang des Jahre wenigstens kritisch geäussert.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.