Familie von Ai Weiwei dankt Westerwelle

29. April 2011, 13:57
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Die Angehörigen des inhaftierten Künstlers sind bis heute ohne Nachricht

Peking/Berlin - Die Familie von Ai Weiwei hat sich für die deutsche Unterstützung des inhaftierten chinesischen Künstlers bedankt. Seine Schwester Gao Ge zeigte sich am Freitag überrascht von der geplanten Teilnahme von Außenminister Guido Westerwelle und des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit an der Eröffnung einer Ausstellung des Regimekritikers in Berlin. Sie sagte der Deutschen Presse-Agentur in Peking: "Danke für die Unterstützung. Ai Weiwei hatte enge Beziehungen zu Deutschland. Wir wünschten wirklich, er könnte selber teilnehmen, aber es ist unmöglich."

Die Familie habe auch knapp vier Wochen nach seiner Festnahme noch immer nichts über das Schicksal von Ai Weiwei gehört, berichtete Gao Ge. Der Künstler war am 3. April - einen Tag nach dem offiziellen Besuch von Westerwelle in China - am Pekinger Flughafen festgenommen worden. Dem profilierten Kritiker des chinesischen KP-Regimes werden nicht näher bezeichnete "Wirtschaftsverbrechen", offenbar angebliche Steuervergehen, angelastet. Er ist ein Sohn des berühmten chinesischen Poeten und Malers Ai Qing (1910-96), welchen die Kommunisten von 1958 bis 1978 mit einem Publikationsverbot belegt hatten.

Die CDU-Kulturexpertin Monika Grütters hat sich unterdessen gegen einen demonstrativen Abbruch der deutschen Ausstellung "Kunst der Aufklärung" in Peking ausgesprochen. Die Verschleppung Ai Weiweis keine 48 Stunden nach der Ausstellungseröffnung Anfang April sei zwar eine Provokation und Beleidigung gewesen, sagte die Vorsitzende des Bundestags-Kulturausschusses am Freitag. "Eine Schließung würde aber keinen chinesischen Funktionär beeindrucken und nicht zur Freilassung Ai Weiweis führen, sondern vor allem das deutsche Gewissen beruhigen", sagte sie. Grütters Parteikollege, Bundestagspräsident Norbert Lammert, hatte eine Schließung der deutschen Ausstellung als Protest gegen Ais Verhaftung erwogen. (APA)

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