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Leistungsschau für den Girls' Day: Die Rekruten zeigen den Besucherinnen, was sie gelernt haben.

Handtäschen und kugelsichere Weste - nicht unbedingt ein Widerspruch.

Auch ein Panzer steht zur Besichtung bereit. Besonders beliebt: Posieren auf dem Panzer.

Eine Modeschau von Rekruten für zukünftige Rekrutinnen. Wann welche Uniform getragen wird und welche Variationen es gibt, wird nicht unterschlagen.
vergrößern 595x842Verteidigungsminister Darabos schickte die Einladung an mehrere tausend junge Frauen. Ungefähr 500 meldeten sich an.
"Unsere Burschen äh und Mädchen, so viele haben wir ja leider noch nicht, müssen nicht den ganzen Tag nur stramm stehen", sagt ein Garde-Offizier in der Maria-Theresien Kaserne. Seine Zuhörerinnen sind ausschließlich weiblich, eine ungewohntes Bild in der Kaserne. Es ist Girls' Day und circa 100 junge Frauen sind der Einladung von Verteidigungsminister Darabos gefolgt. Sie interessieren sich für den Beruf Soldatin. Der Gardist versucht den Anwesenden die Tätigkeit als Mitglied im Gardebataillon näher zu bringen. Der Vortragende steht in Uniform, mit rotem Barett in typisch militärischer Haltung - breitbeinig und die Hände hinter dem Rücken verschränkt - und spricht zu einer Powerpoint-Präsentation, die mit dem Soundtrack von Fluch der Karibik untermalt ist.
"Es ist das erste Mal, dass so viele junge Frauen eingeladen wurden" sagt Major Karl Schifflhuber, Abteilungsleiter für Rekrutierung und Wehrdienstberatung, im Gespräch mit derStandard.at. Das Wehrgesetz schreibt vor, dass das Heerespersonalamt 2011 alle geeigneten Personen der Jahrgänge 1983 bis 1993 über die Berufsmöglichkeiten beim Bundesheer informieren müsse. An sechs Standorten in Österreich haben sich 500 junge Frauen für den Girls' Day beim Bundesheer angemeldet, erzählt der Major. Der Girls' Day ist eine Initiative des Bundesministeriums für Frauen und öffentlichen Dienst. Junge Frauen sollen noch vor dem Pflichtschulabschluss Einblicke in Berufe jenseits des traditionellen Rollenbilds erhalten. Seit 1999 haben Frauen die Möglichkeit Karriere beim Bundesheer zu machen. Heute dienen österreichweit 359 Frauen - ihnen gegenüber stehen etwa 15.000 männliche Berufssoldaten. Ob das Bundesheer explizit Frauen suche? "Ja", sagt Schifflhuber, auch wenn er anfangs skeptisch war und sich nicht vorstellen konnte, dass Frauen die körperlichen Anforderungen erfüllen können. "Heute weiß ich: Die Frauen, die zu uns kommen, wollen es schaffen und schaffen es auch."
"Ich hab mich immer schon für Krieg interessiert"
Das Publikum ist durchmischt: Mädchen unterschiedlicher Altersgruppen und sozialer Millieus, manche mit Handtäschen und Ballerinas, andere mit sportlichem Outfit oder Kurzhaarschnitt. Nicht nur Interesse für den Beruf hat manche hergebracht: "I wü gar ned da sein, sie hat mi nur mitgezaht", sagt eine der Anwesenden auf die Frage, warum sie hier sei und zeigt auf ihre Freundin. Ein Mädchen erklärt hingegen, sie könne sich gut vorstellen, Soldatin zu werden. "Ich habe mich immer schon für Krieg interessiert - geschichtlich und so." Wieder eine andere junge Frau erzählt, dass sie sich schon für den Eignungstest angemeldet habe und ohnehin schon alles wisse, was hier erzählt werde.
Die Garde ist nur ein Bataillon, das an diesem Tag präsentiert wird. Während die Besucherinnen über den Hof geführt werden, schauen einige Rekruten neugierig aus den Fenstern ihrer Zimmer. Nach der Einführung haben die Interessierten die Chance verschiedene Stationen zu besuchen. Ein ABC-Einsatzfahrzeug wird gezeigt, Rekruten exerzieren liegend im Hof der Maria-Theresien Kaserne mit Gewehr und Panzerfaust. Bei einer kleinen Modeschau werden die verschiedenen Bundesheer-Adjustierungen erklärt: Der zuständige Ausbildner betont wie im Film jedes Wort lautstark auf der letzten Silbe. Rekruten in Ausgehuniform, Bundesheer-Trainingsanzug und Kampfuniformen müssen während der Erklärungen vortreten. Die Erstausstattung löst bei Anwesenden Staunen aus. Wie soll denn das alles in einen Soldatenspind gehen? "Alles kein Problem", meint der Ausbildner und führt die Gruppe in ein Rekruten-Zimmer. Ein Raunen geht durch die Gruppe. Die Betten seien klein und schauten "urunbequem" aus. Ein Rekrut lädt zum Probeliegen ein. "Für einen ist Platz genug", und der Ausbildner fügt hinzu, "mehr sollen eh nicht reinpassen."
Posieren mit Waffen und Schutzschild
Auch bei der Militärpolizei ist der Andrang groß. Waffen, Schutzschilder und kugelsichere Westen werden aus- und anprobiert. Die herumliegenden Waffen begeistern auch jene, die bisher weniger Interesse für das Bundesheer gezeigt haben. Viele lassen sich mit anvisierter Waffe fotografieren. Eine Tatsache, die eine Berufssoldatin nervös macht. "Nicht, dass da eine Pistole in der Handtasche verschwindet." Ihren Namen möchte die angehende Unteroffizierin nicht nennen. Es gibt nur zwei Frauen bei der Wiener Militärpolizei und sie finde den Girls' Day wichtig, auch "damit wir endlich ein bissl mehr werden." Die Werbung alleine reiche nicht, es sei eine Informationsveranstaltung, die Einblicke erlaube, wer sich wirklich dafür interessiere, brauche aber mehr Information, um zu wissen, worauf man sich einlasse.
Viele Mädchen stürzen sich auf die junge Soldatin und überhäufen sie mit Fragen. Wie es denn so ist als Frau beim Bundesheer? Und immer wieder: ob frau auch alles machen dürfe, wie auch Männer? Bei der Wega sei das nämlich nicht so, konstatieren fachkundige Mädchen. Die Antwort lautet immer gleich: "Sie müssen als Frau alle Aufgaben erfüllen, zu denen sie körperlich in der Lage seien." Und der Nachsatz: "Die Wega ist die Wega und wir sind das Bundesheer. Wir sind besser", sagt ein Oberwachmeister mit einem Schmunzeln.
20 neue Soldatinnen wären ein Erfolg
"Eine typische Soldatin gibt es nicht", jede Soldatin habe ihren eigenen Bereich, daher könne man gar nicht sagen, welchen Typ Frau man ansprechen wolle, sagt Major Schifflhuber. Welche Erwartungen er an den Girls' Day habe? Von den 500 angemeldeten Frauen würden etwa zehn Prozent eine freiwillige Meldung zum Ausbildungsdienst abgeben. Danach komme die Eignungsprüfung. "Wenn 20 Frauen tatsächlich ins Bundesheer eintreten, wäre das ein Erfolg", so der für Rekrutierung zuständige Schifflhuber. Wollen Sie die Frauenquote auf einen bestimmten Prozentsatz erhöhen? Etwa auf 50 Prozent? "50 Prozent sind unrealistisch, so attraktiv ist der Beruf für Frauen auch wieder nicht."
Julia, 18 Jahre, interessiert sich für Katastrophen-Einsätze im Ausland. Sie hat sich bisher im Hintergrund gehalten und beobachtet. Die Schülerin besucht eine HAK, aber einen Schreibtisch-Job könne sie sich nicht vorstellen. "Ich bin bei der Feuerwehr, ich spiele Fußball, ich kann mir sehr gut vorstellen, zum Bundesheer zu gehen." Dem Girls' Day steht sie etwas skeptisch gegenüber. Es seien schon sehr viele hier, die sich offensichtlich nicht dafür interessieren. Außerdem habe sie die Sprechweise des Ausbildners bei der Uniform-Modeschau gestört. Dieser habe immer nur von Männern gesprochen. (Marie-Theres Egyed, derStandard.at, 29.4.2011)
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gott sei dank habe ich damals den GWD + zivildienst klar verweigert! den psychologen bei der musterung habe ich angeschrien und gemeint ich würde nicht meinen kopf hinhalten - für niemanden!
am folgetag wurde ich dann untauglich geschrieben.
darauf bin ich bis heute stolz.
es gibt in AT wenige leute die klar zu ihrer meinung stehen und diese auch, notfalls, einfordern!
na sie sind ja so ein richtig harter hund,denen haben sies aber gegeben...
wäre ihre einstellung die norm würde die menschheit vermutlich heute noch in hölen leben,glücklicherweise sind es aber nur sie (und ein paar andere "erleuchtete") die derart kurzsichtig und egoistisch denken.
weil ich bei Katastropheneinsätze Menschen geholfen, während der Slovenienkrise für die Sicherheit der Bevölkerung gesorgt und während meinen Auslandseinsatz zwei Menschen das Leben gerettet habe. Ja, andere nicht im Stich zu lassen, wird in meiner Familie goutiert.
Mit einem Holzgewehr bin ich allerdings nie über irgend welche Äcker gehechelt.
Aber bestreiten wollen sie nicht dass "andere" Mitmenschen sehr wohl überfallen wurden? Sie haben halt bisher Glück gehabt. Klar wäre eine Kristallkugel super wo jeder sehen kann ob er einmal Opfer wird (und sich daher dagegen wappnen sollte) oder nicht (und daher nicht vorzusorgen braucht). Aber das gibt's nicht einmal in ihrem so oft erwähnten Taku Tuka Land.
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