Traditionelle Heilmittel

Aus für nicht registrierte pflanzliche Arzneimittel als Medikament

29. April 2011, 11:42
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    foto: apa/michael smith

    Ein bekanntes traditionell pflanzliches Arzneimittel: Echinacea purpurea

Erwerb als Lebensmittel weiterhin möglich

Brüssel - Traditionelle Heilmittel, die bis Ende April nicht als pflanzliche Arzneimittel registriert worden sind, dürfen ab kommenden Sonntag nicht mehr als Medikament verkauft werden. Allerdings ist es möglich, sie weiterhin als Lebensmittel zu erwerben, erklärte ein Sprecher von EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Mit morgigem Samstag läuft eine siebenjährige Übergangsperiode zur Anmeldung solcher pflanzlichen Arzneimittel aus.

Wie die Situation derzeit aussieht, und wieviele der bisher als pflanzliche Arzneimittel verkauften Produkte nun nur mehr als Lebensmittel gekennzeichnet werden dürfen, konnte man in der Kommission nicht sagen. Es werde nicht gleich abrupt eine Bewertung ab 1. Mai geben, sondern die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) wird noch darüber zu befinden haben. Wie konkret der Zeitablauf dafür sei, war vorerst nicht bekannt.

Leichteres Registrierungsverfahren

Nach den EU-Vorschriften sind als traditionelle pflanzliche Arzneimittel jene Produkte eingestuft, die seit mindestens 30 Jahren verwendet werden, einschließlich mindestens 15 Jahre in der EU, ohne ärztliche Überwachung verwendet werden sollen und nicht durch Injektion verabreicht werden. Dazu zählen beispielsweise Calendula officinalis, Echinacea purpurea oder Hamamelis virginiana.

Die Kommission verweist darauf, dass für pflanzliche Arzneimittel im Gegensatz zu den sonstigen Medikamenten ein "leichteres, einfacheres und kostengünstigeres Registrierungsverfahren" vorgesehen sei. Aufgrund der langen Tradition des Arzneimittels bestehe eine geringere Notwendigkeit für Tests und Versuche. Damit soll auch das Inverkehrbringen traditioneller pflanzlicher Arzneimittel in der EU erleichtert werden.

Einstufung als Lebensmittel

Außerdem betont die Kommission, dass es in der Zuständigkeit der einzelnen EU-Staaten liegt, im Einzelfall zu entscheiden, ob ein pflanzliches Erzeugnis die Definition eines Arzneimittels erfüllt. Auf die Frage, ob damit beispielsweise ein pflanzliches Produkt, das als Arzneimittel in Österreich zugelassen ist, beispielsweise in Frankreich nicht zugelassen sein kann, sagte der Sprecher, dies sei möglich.

Jedenfalls dürfen weiterhin pflanzliche Erzeugnisse als Lebensmittel eingestuft und auf den Markt gebracht werden, auch wenn sie nicht die Definition von Arzneimitteln erfüllen, wohl aber die geltenden Lebensmittelvorschriften. Pflanzliche Arzneimittel, die in Form von Nahrungsergänzungsmitteln angepriesen werden, müssen den entsprechenden EU-Regeln genügen. Ein eindeutiges "Nein" gibt es von der Kommission auf die Frage, ob nach dem 30. April 2011 alle alternativen Therapien verboten werden. "Die Richtlinie über pflanzliche Arzneimittel gilt weder für alternative Therapien, noch verbietet sie irgendwelche Stoffe, Heiler, Bücher oder Pflanzen als solche". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 258
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Annamaria1
00

Viele hier sind gegen ein gut reguliertes Zulassungsverfahren von Heilpflanzen, weil sich die kleinen Firmen das nicht leisten könnten und deswegen verschwinden.
Interessanterweise wird beim GVO-Zulassungsverfahren von vielen darauf hingewiesen, dass das strenge Zulassungsverfahren unter anderem dazu geführt hat, dass fast nur noch ein paar große Player im Geschäft sind, die sich das leisten können. Sollen wir da auch mitleidsvoll wieder reduzieren?
Das soll nur mal zum Nachdenken anregen, ob hier nicht wieder mal prinzipielle EU-Bashing betrieben wird oder ob es vielleicht nicht doch ganz sinnvoll ist Pflanzen aus China oder Indien gscheit zu testen, jetzt wo die fernöstlichen Mittel bei uns grad modern sind.

A Voice
01
Unpackbar

geistert der Blödsinn tatsächlich noch immer?
Und immer weider beweist die Redaktion Erkenntnisresistenz. Die ganze Aktion war doch schon im Herbst Thema und schon damals wurde jede Menge Info gepostet.

BumbleBee5
25
30.4.2011, 23:06

Ängste und Verschwörungstheorien. Nachdenken hilft. http://networkedblogs.com/hih30

BK W. Shoyssel
44
30.4.2011, 22:41
Endlich schützt uns die EU vor Kamillentee und essigsaurer Tonerde.

Ich sage nur:
Zoloft (Pfizer), Heparin (Baxter), nicht zugelassene Zytostatika 2007 (Apotheken-Abrechnungsbetrug in .de). Factor VIII Konzentrat (Bayer), Vioxx (Merck), Mediator (Servier), Lipobay (Bayer), Avandia, (GlaxoSmithKline), ...

Noch mehr gefällig?

Bonair
24

http://en.wikipedia.org/wiki/List... se_effects

Gibt es doch tatsächlich Naturheilmittel, die Menschen das Leben gekostet haben! Naturheilmittel, die bislang ungeprüft und rezeptfrei über die Ladentheke gewandert sind und nach Ewigkeiten durch mühevolle Kleinstarbeit von Wissenschaftlern als Ursache von Krebserkrankungen identifiziert wurden - OBWOHL diverse Völker diese seit Jahrtausenden genutzt haben. Vergleichen Sie im Gegenzug dazu, wie lange die von Ihnen genannten Pharmaka am Markt erhältlich waren (ausserdem hatten die alle einen Wirksamkeitsnachweis!)

Kommt jetzt tatsächlich die böse EU und verlangt Wirksamkeitsbeweise für den Schmafu, der bislang von Kräuterhexen runtergebetet wurde...

BK W. Shoyssel
63

gell, Sie sind Pharmavertreter, oder?

Godesberg
16

Halten Sie das jetzt für eine adäquate Antwort?

Nehmen wir Huflattich - schon durch Hildegard von Bingen bei Husten eingesetzt. Beinhaltet aber auch cancerogene Stoffe und sollte deshalb nicht zu ausgiebig genommen werden.

Woher wissen Sie denn eigentlich wie viel der nützlichen und schädlichen Inhaltsstoffe drin sind? Das ist von Pflanze zu Pflanze u.U. um Zehnerpotenzen verschieden. Sie haben also keine Ahnung was Sie da genau einnehmen.

Bei einem Medikament stehts drauf.

Bonair
11

Das ist eine seltsame Begründung wieso man bei Pflanzenextrakten unbewiesene bzw. falsche Health Claims erlauben sollte.

Genausosehr kann ich Ihnen eine Liste mit gefährlichen Kräutern zurückpfeffern, die auch nicht gerade wenige Tote verursacht haben bzw. nach wie vor verursachen:
http://en.wikipedia.org/wiki/List... se_effects

Zuguterletzt zeigt die Überschriftenzeile, dass auch Sie nicht begriffen haben, worum es in dieser Regelung geht. Zurück zu Ihrer Kronen Zeitung...

Yudhistira
23
30.4.2011, 21:50
Über unerwünschte Nebenwirkungen informieren sie, völlig unabhängig natürlich und im Auftrag der Pharmaindustrie, ihr Arzt oder Apoteker.

Man sollte nicht dem naiven Glauben anheimfallen, diese Zulassungen fänden durch neutrale Behörden statt. Womit das Ganze seine wahre Problematik entblöst. Es gibt kaum unabhängige Studien zur Zulassung von Heilmitteln.
Arzneimittelstudien z.B werden zu über 80% von Pharmaunternehmen finanziert. Dabei werden immer subtilere Tricks angewandt, um gewünschte Ergebnisse zu erhalten.
Ähnliches ist auch in anderen Bereichen zu beobachten:
-Atomkonzerne (Sicherheitsüberprüfungen durch Firmen, die mehrheitlich den Konzernen selbst gehören)
-EU-Lebensmittelzulassungsbehörde (viele Mitarbeiter stehen zugleich im Sold von Gentech-Firmen)
-Gentechnik (keine konzernunabhängige Forschung, somit keine Veröffentlichung unliebsamer Studien)
usw...

Chocoholic
11
Überprüfung der Einhaltung von Wohnungen durch Belastung von Mobilfunkantennen

Verbandelte Tochterfirma mit einigen wenigen Personen und fast keiner rrealen Präventivmessung zur Feststellung, ob eingereichte Werte nicht wie üblich um das zigtausend fache höher werden... Ist auch so eine proforma aktion. Gab einma einen guten artikel im falter...

Got Your Noes!
00

ich darf ihnen ein paar nette auszüge aus einer erstemester-vorlesung an der meduni innsbruck geben: Telekommunikation (elektromagn. strahlung) arbeitet in einem bereich von etwa 100 kHz bis 10 GHz. dieser bereich liegt unterhalb der grenze, ab der EM-STrahlung photochemische effekte erzeugt (wirkt nämlich nciht akkumulierend, sondern ab einem bestimmten grenzwert).
man kann sich leicht ausrechnen dass es mehr thermische effekte hat mit seinem handy zu telefoneiren als sich unbestimmte zeit in 100 meter antfernung zu einem sendemast aufzuhalten.
auf unerklärliche krebsanstiege gibt es derzeit weder hinweise noch studien, einzelergebnisse konnten nie wiederholt werden. der einzige nachgewiesene effekt sind mehr autounfälle.

Godesberg
36
30.4.2011, 22:08

Ihre Argumentation ist etwas seltsam.
Sie sagen, dass Studien, in denen Medikamente getestet werden, schlecht sind. Das soll ein Argument pro "Naturheilmittel" sein, die gar keinen Überprüfungen - nicht mal schlechten - unterliegen.

Wissen Sie wie neue Homöopathika "entwickelt" werden? Da schaut jemand in einen Katalog, findet raus "ah, das gibt es noch nicht" und schreibt auf ein Fläschchen mit Zuckerkügelchen so lustige Sachen "Staubsaugerstaub C30" oder "Vakuum C20" (kann man tatsächlich kaufen).

Logyal
27
30.4.2011, 17:32
wer profitiert denn davon ?

Statt dieser schwarz-weiß-Malerei kann man doch nach dem Nutzen fragen. Alle außereuropäischen Heilmittel, die zudem oft aus Pflanzenkombinationen bestehen sind künftig nicht mehr zugelassen. Damit haben wir mit einem Schlag die chines., indischen und tibet. Heilmittel vom Markt eliminiert. Wem nutzt das bitte ? Die Vorgehensweise hier ähnelt dem Umgang mit dem Saatgut. Nur die, die im Katalog sind dürfen verkauft werden und um in den Katalog aufgenommen zu werden bedarf es aufwendiger, kostenintensiver Prüfungen ? Wem nutzt das bitte ? Alles klar ?

fertigprodukt
23

leider ist zu wenigen menschen bewusst, wer die macht und das sagen hat. die meisten glauben, die regierung wird´s schon richten.

Got Your Noes!
26
30.4.2011, 23:08

es verbietet noch immer keiner etwas. es darf jetzt nur nicht mehr "medikament" draufstehen, wenn es nicht offiziell als medikament zugelassen wurde. es muss jetzt eben als lebensmittel deklariert werden.

fertigprodukt
42

die meisten der verwendeten kräuter sind aber keine lebensmittel. zu deutsch: die werden verboten.

Got Your Noes!
02

...sie können ALLES das nicht als schädlich bewertet wurde als lebensmittel deklarieren lassen.

marty fink
00
lol

sie checken auch gar nichts oder?

Bonair
14

Nein, Sie werden als Lebensmittel und ohne irre führende Health claims verkauft. Sie sind doch sonst immer so spitzfindig, haben's auf einmal verlernt, deutsche Texte zu verstehen?

A Voice
02
Verstanden

hat sie in den seltensten Fällen.

pox vobiscum
00

Nahrungsergänzungsmittel heißen die dann...

Godesberg
00

Nein. Das ist wieder etwas anderes.
Sie können Malventee im Supermarkt kaufen oder (für einen höheren Preis) als "Naturheilmittel".

081547112
00
teil2 -ende

5.die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände zu beeinflussen.
“Stoffe” sind
1.chemische Elemente, chemische Verbindungen sowie deren Gemische und Lösungen,
2.Pflanzen, Pflanzenteile und Pflanzenbestandteile in jeglicher Form,
3.Tierkörper sowie Körperteile, -bestandteile und Stoffwechselprodukte von Mensch oder Tier in jeglicher Form und
4.Mikroorganismen und Viren sowie deren Bestandteile oder Produkte.

das heißt, möchte jemand ein produkt in den markt bringen, und trifft einer der oben genannten punkte zu KANN die ages es dadurch als arzneimittel deklarieren und derjenige MUSS es als arzneimittel verkaufen, und kann es gar nicht mehr als lebensmittel verkaufen. alles klar?

Bonair
00
Nein...

Wie haben es dann die ganzen Tees ins Supermarktregal geschafft? Rotbuschtee werden z.B. mehrere Wirkungen auf den Organismus nachgesagt, die die Kriterien für Arzneimittel erfüllen (z.B. Immunmodulation).

081547112
00
es ist leider noch immer nicht der erste teil angekommen

wie haben es dann die ganzen tees ins supermarktregal geschafft?
weil bisher nicht so großes augenmerk darauf gelegt wurde. in zukunft wird das sicher anders aussehen, weil sich die ages und basg jetzt besonders darauf stürzen werden.
aus der vergangenheit lesen sie sich als beispiel auf der agesseite das durch http://www.basg.at/uploads/m... Balsam.pdf und sie werden verstehen was ich meine

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