Blut-Selbsttests verlängern das Leben

29. April 2011, 11:09
3 Postings

Patienten übernehmen die Kontrolle für ihre Therapie und verhindern so zukünftige Schlaganfälle und Blutungen

Herzpatienten, die den Erfolg ihrer gerinnungshemmenden Therapie mit Vitamin K-Antagonisten regelmäßig selbst messen („INR-Selbstmanagement"), zeigen im Vergleich zur Hausarzt-Kontrolle eine Abnahme des Sterblichkeitsrisikos von über 60 Prozent. Das berichtet Heinz Völler (Rüdersdorf) auf einem Pressegespräch anlässlich der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK).

Systematisches Selbstmanagement

Auch dem Vergleich mit spezialisierten Antikoagulations-Kliniken hält das systematische Selbstmanagement stand: In einer aktuellen Untersuchung an über 2300 US-Patienten war die Rate von Herz-Kreislauf-Ereignissen in beiden Gruppen gleich, die Selbstmanagement-Gruppe hatte jedoch eine bessere Lebensqualität. Im Langzeitverlauf (6,3 Jahre) können Patienten mit mechanischem Herzklappenersatz nach Aortenklappen-Fehlern mit dem Selbstmanagement im Vergleich zu aufwändigen Operationsverfahren ohne Blutverdünnungs-Bedarf eine in der Tendenz bessere Prognose erzielen.

„Somit erlaubt das INR-Selbstmanagement Patienten auch in strukturschwachen Regionen eine zu jeder Zeit und an jedem Ort mögliche Therapiekontrolle, die eine Überprüfung der Therapietreue zur Verhinderung von Schlaganfällen und Blutungen ermöglicht", so Völler.

Patienten-Selbstbestimmung von BNP-Spiegel im Test

„Die Übernahme von Eigenverantwortung", so Völler, sei auch bei Patienten mit chronischer Herzschwäche durch die systematische Selbstbestimmung von natriuretischen Peptiden (BNP-Spiegel) wünschenswert, um erneute Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle zu verhindern. Natriuretische Peptide werden bei diesen Patienten vermehrt freigesetzt. „Die Vorteile der Prognose-Verbesserung und Reduzierung von Krankenhaus-Einweisungen können durch die Verfügbarkeit eines BNP-basierten Home-Monitorings in der ambulanten Versorgung der Patienten erzielt werden", berichtet Völler. „BNP-gestützte Therapiesteuerung und Verlaufskontrolle reduzieren Sterblichkeit und Krankheitshäufigkeit. Mit dem Heart-Check-Device steht erstmals ein Gerät zur Verfügung, mit dem aus kapillarem Vollblut (Fingerstick) BNP bestimmt werden kann. Damit wird Ärzten die Bestimmung zu jeder Zeit an jedem Ort ermöglicht."

Das Gerät ist sowohl in der Arztpraxis als auch in der Wohnung des Patienten einsetzbar. Eine Anwendung durch Patienten selbst wird zurzeit im Rahmen strukturierter Schulungsprogramme erprobt. (red)

Share if you care.