"Pfad der Zerstörung"

29. April 2011, 10:29
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Opferzahl steigt weiter – Bisher 313 Tote - Ehepaar Obama reist nach Alabama

Tuscaloosa - Nach der schlimmsten Tornadoserie in den USA seit acht Jahrzehnten ist das vollständige Ausmaß der Katastrophe weiter nicht absehbar. Nach offiziellen Angaben vom Freitag stieg die Zahl der Toten auf 313 Menschen. Die Behörden rechneten aber mit weiteren Opfern unter den Trümmern. US-Präsident Barack Obama versprach den betroffenen Regionen Hilfe bei der Unterbringung von Obdachlosen und für den Wiederaufbau.

Allein im Bundesstaat Alabama starben nach vorläufigen Angaben 210 Menschen, mehr als 1.700 weitere wurden verletzt, bis zu eine Million Menschen blieb nach den Stürmen ohne Strom. Orte wie Tuscaloosa, wo die Behörden 36 Todesopfer bestätigten, wurden geradezu ausradiert. Wer den "Pfad der Zerstörung" sehe, könne "kaum glauben, wie irgendjemand das überlebt haben kann", sagte Bürgermeister Walter Maddox dem Nachrichtensender CNN.

Notstand von Oklahoma bis Georgia

Rettungskräfte und Soldaten suchten am Freitag weiter nach Verschütteten. Die Behörden warnten vor weiteren Todesopfern, nachdem die Einsatzkräfte unter den Trümmern immer wieder Leichen bargen. Ganze Häuser, Geschäfte und Schulen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Auf einem Parkplatz in Tuscaloosa wurden 20 Autos von den Winden zertrümmert und teils aufeinandergetürmt.

Mittwoch sei der schlimmste Tag gewesen, an den er sich erinnern könne, sagte der Gouverneur von Mississippi, Haley Barbour. Dort kamen nach bisherigen Angaben 33 Menschen ums Leben. Auch in den Bundesstaaten Tennessee, Georgia, Arkansas, Virginia, Missouri und Kentucky fielen zahlreiche Menschen den Tornados zum Opfer. Von Oklahoma bis Georgia wurde der Notstand ausgerufen.

Obama und seine Frau Michelle wollten am Freitag nach Alabama reisen, um sich ein Bild der Lage zu machen. Es handle sich um eine Katastrophe großen Ausmaßes, sagte Obama. Der Präsident ordnete Hilfsmaßnahmen für den Wiederaufbau an, darunter Gelder für die vorübergehende Unterbringung von obdachlos gewordenen Menschen und die Reparatur beschädigter Häuser sowie Kredite für Schäden an unversicherten Gebäuden.

Womöglich schlimmste Tornado-Katastrophe seit 1925

Die Serie von Wirbelstürmen, die am Mittwoch über mehrere südliche Bundesstaaten der USA hinwegzog, war die schlimmste seit März 1932, als bei einer Tornadoserie 332 Menschen ums Leben kamen. Sollten weitere Todesopfer gemeldet werden, könnte es sich um die schlimmste Tornadokatastrophe seit März 1925 handeln, bei der 747 Menschen starben. Der Rekord bestätigter Wirbelstürme innerhalb von 24 Stunden lag bisher bei 148 im Jahr 1974. Am Mittwoch wurden mehr als 160 Tornados gemeldet, aber noch nicht bestätigt.

Experten warnten unterdessen davor, den Klimawandel für eine mutmaßliche Zunahme von Wirbelstürmen verantwortlich zu machen. Zwar sei die Zahl der Tornados in den Aufzeichnungen der vergangenen 60 Jahre gestiegen, dabei handle es sich jedoch nicht um eine tatsächliche Zunahme, sagte der Wetter- und Klimaexperte der staatlichen Universität Mississippi, Grady Dixon am Donnerstag. Die Stürme würden lediglich durch bessere Wetterbeobachtungstechniken und eine größere Aufmerksamkeit der Bevölkerung öfter registriert. (APA)

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    Verwüstung im Mittleren Westen der USA

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