Gangaufsicht

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Das "Fahren im Idiotengang" ist nicht besonders schlau. Weder für den Menschen, noch für die Maschine

Es ist ja nicht so, dass H. sonst fad wäre: Als Restaurantkritiker hat er er- und ausgefüllte Tage. Doch da sich Lokale nicht vom Schreibtisch aus testen lassen und Bewegung gerade in H.s Beruf nicht schadet, fährt H. meist mit dem Rad durch die Stadt.

H. kommt dabei - gerade als Mann mit Blick für Details - nicht umhin, anderen Radfahrern aufs Ritzel zu schauen. Manchmal, erklärte er unlängst, könne er es sich dann nicht verkneifen, Menschen, die sich beim Anfahren fast über den eigenen Lenker katapultieren, anzusprechen. Oder Zeitgenossen, deren Strampelgeschwindigkeit beim gemächlichen Rollen in der Ebene dem Bergabsprint eines Rennfahrers entspricht, zu belehren.

Den Ausdruck "Fahren im Idiotengang", betont H., verwende er aber nie, wenn er derart radelnde Zeitgenossen frage, ob sie sicher seien, den optimalen Gang gewählt zu haben. Er meine es nur gut - und weise darum nur kurz darauf hin, dass es nicht sonderlich schlau sei, sowohl vorn als auch hinten gleichzeitig den kleinsten (oder: größten) Zahnkranz zu benutzen. Weder für den Menschen, noch für die Maschine.

Doch Dank erntet H. da selten. Meist bloß indigniertes Erstaunen. Oft auch unflätiges "Was geht das dich an?"-Gemaule. Einmal hat H. aber schon vom "Idiotengang" des Angesprochenen profitiert: Ein besonders gut gelaunter Zeitgenosse drohte ihm stante pede Schläge an - hatte aber bergauf keine Chance, H. einzuholen. (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/29.04.2011)

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was macht H., wenn er in einem hohen Gang abrupt abbremsen muss, weil er zB geschnitten wird ohne die Zeit zu haben runterzuschalten? Ausser natürlich er hat eine Nabenschaltung

"Es ist ja nicht so, dass H. sonst fad wäre..."

sicher?

H. ist also nicht nur Restaurant-, sondern auch Radfahrtechnik-Kritiker. Gratuliere, ein konstruktiver Mensch. Oder, um bei seiner Diktion zu bleiben: Idiot.

ich staune ja immer wieder,

wie SCHLECHT viele leute radfahren...falscher gang, falsche sattelhöhe, mit der ferse statt dem zehenballen am pedal usf...aber einen gelegentlich aufwallenden missionarischen eifer kann ich unterdrücken.

endlich wurde dieses wichtige Problem aufgegriffen!

Hier braucht es dringend gesetzliche Regelungen, sowie entsprechende Verstärkung der kontrollierenden Exekutivbehörden.

tja....

was belieben denn Herr H. so zu strampeln?

Trittfrequenz 95 und niedriger Gang oder 70 und entsprechend höher? oder....

zum lokal 80 - retour (mit vollem bauch) 40 umdrehungen per minute

Die Bauern

bei uns am Land kamen oft mit dem Fahrrad zum Heurigen und benutzten das (Waffen-) Rad auf dem Heimweg als Stütze beim Gehen. Einzig der Ferri Bacsi hattte es besser. Der hatte das letzte Pferd im Ort, dieses fand den Heimweg alleine. Der Ferri Bacsi schlief dann oft gleich am Anhänger (auch Gummiwagen genannt) seinen Rausch aus und fuhr oft am nächsten Tags ohne Umweg zum Frühschoppen ins Lagerhaus.

Lang lang ists her. Heute haben wir einen Design Heurigen im Ort, mit Digeridoo als Wandschmuck und Mozzarella mit Tomaten und Baslikum auf der Speiskarten. Zum Glück musste das der Ferri Bacsi nicht mehr erleben.

Wie kam ich jetzt auf das? Ah, wegen der geringen Trittfrequenz auf dem Heimweg vom Lokal.

da sollt ma die tradition des "bumsens" reaktivieren.

und zwar in der südtiroler variante.
frei nach kreisky "wegen a paar digeridoo und mozarella paradeiser werma net wehleidig sein".

letzter satz = herrlich

bitte auch einen artikel über das telefonieren am rad - so ziemlich die dümmste denkbare unart - wie wollen die leute eig. bremsen...?

hab mal eine so bergab fahren gesehen - good luck !

???

wer bremst, hat schon verloren

ein fahrrad hat zwei bremsen,

telefonieren und bremsen ist daher kein problem.
viel gefährlicher und dümmer ist autofahren und telefonieren: lenken und schalten mit einer hand, oft sogar mit der linken!

verboten ist es aber nicht!

Schlau finde ich es zwar auch nicht, aber anders als bei den Autos ist es nicht verboten.

das taete ich

nicht beschwoeren

§102 Abs 3

Die Fahrräder sind aber in Diskussion (siehe Stellungnahme des KfV zur 23. Novelle)

StVO

nehm ich einmal an.

Nein, Kraftfahrgesetz.

obwohl ... "stante pede" auf dem Fahrrad ?

stand der Drohende nun oder fuhr er, oder beides....`?

warum soll der rad verkehr weniger idioten auf das pedal stellen als der autoverkehr? - verkehrsverhalten aller teilnehmer hat noch viel optimierungs potential

fahrradidioten

stinken nicht, machen keinen lärm und können ihr fahrzeug nicht als tödliche waffe benutzen. deshalb sind sie mir viel lieber als autoidioten.

wahre worte!

Persönlich schau ich mir auch ...

... die Radln der anderen an. Aber weniger, mit welchem Gang die TreterInnen unterwegs sind, sondern wegen des Allgemeinzustandes der Böcke! Viele nutzen den Radl-Boom aus, dies jedoch mit ziemlich miesen Geräten (rostige Ketten, zu wenig Luft in den Reifen, beschädigte Lichtanlagen, etc.)! Mit welcher Übersetzung wer auch immer sich abstrampelt, ist mir eigentlich ziemlich Blunz´n!
Wer wie ich schon seit Jahrzehnten in die Pedale tritt, bei dem ist das eh schon automatisiert ...

gutgemeinte tipps:

"wenn sie jetzt den oberkörper samt kopf gaaanz weit zum lenker hinunterbeugen haben sie weniger luftwiderstand und kommen schneller ans ziel!"
"stellen sie doch einmal die fussballen aufs pedal und nicht die fersen - der wirkungsgrad erhöht sich ungemein und sie werden 5km/h schneller!"

usw. :-)

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