Hacker sollen 2,2 Millionen Kreditkartendaten gestohlen haben

29. April 2011, 10:49
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Playstation-Spieler klagen laut Berichten über angebliche Kontoabbuchungen

Nach dem Diebstahl sensibler Daten von Online-Nutzern des Playstation Network wächst der Druck auf Sony. Erste Nutzer klagen angeblich auch über illegale Konto-Abbuchungen. In einschlägigen Foren behaupten zudem Hacker laut New York Times in Besitz von Millionen Kreditkartennummern zu sein. Wie berichtet gibt es bereits eine erste Sammelklage gegen den Konzern.

2,2 Millionen Kreditkartennummern

Laut Sicherheitsexperten von Trend Micro behaupten einige Personen in den Hacker-Foren, dass sie in Besitz von 2,2 Millionen Kreditkartennummern samt Namen, Adresse und Passwörter der Nutzer seien. Die Hacker versuchen offenbar die Liste zu verkaufen, wobei von einem Preis ab 100.000 US-Dollar die Rede sei. Ein Foren-Mitglied habe gegenüber Trend Micro erklärt, dass man auch Sony den "Rückkauf" der Daten angeboten habe, der Konzern habe sich jedoch noch nicht gemeldet. 

Missbrauch unklar

Ob die Angaben in den Foren stimmen, konnte von den Experten allerdings nicht überprüft werden. Laut einem Sony-Sprecher sei der Konzern nicht von den Hackern kontaktiert worden. Es gebe keine konkreten Hinweise darauf, dass tatsächlich Kreditkartendaten gestohlen worden seien. Man könne es jedoch auch nicht ausschließen, erklärte der Konzern in einem Blog-Eintrag. Die Datenbank sei verschlüsselt gewesen. n-tv berichtet, dass einige Nutzer bereits illegale Kontoabbuchungen bemerkt hätten, konkrete Angaben woher diese Berichte stammen gibt es jedoch nicht. Laut Sony gebe es bislang keinen Hinweis auf Missbrauch.

Sammelklage

In den USA hat ein Playstation-Besitzer gegen das Unternehmen bereits eine Sammelklage bei einem Gericht in San Francisco eingebracht. Das Urteil wird wegweisend für andere Spieler sein. Bis zu 77 Millionen Playstation-Spieler könnten betroffen sein - jene, die sich online registrieren ließen. Das Ausmaß der Schadenersatzklagen, die auf das japanische Elektronikunternehmen zukommen können, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Sony stehen nach der massiven Datenpanne jedenfalls voraussichtlich teure juristische Auseinandersetzungen in mehreren Staaten bevor.

"Aggressive Ermittlungen"

Sony sucht inzwischen gemeinsam mit der Polizei weltweit nach den Tätern (der WebStandard berichtete). Der Konzern arbeite mit den Ermittlungsbehörden zusammen und habe eine "angesehene Technologie-Sicherheitsfirma" engagiert, um eine "vollständige Untersuchung" des Hacker-Angriffs von noch unbekanntem Ausmaß vorzunehmen, heißt es auf der deutschen Playstation-Webseite. "Der arglistige Angriff auf unser System und unsere Kunden ist eine kriminelle Tat, und wir gehen aggressiv vor, um die Verantwortlichen zu finden." Der von Sony wegen eines PS3-Hacks geklagte George Hotz erklärt in einem Blog-Eintrag präventiv, nichts mit dem Angriffen zu tun zu haben. Seiner Meinung nach dürfe man nicht den Entwicklern des PSN die Schuld geben, sondern den Managern, die Hackern den Kampf angesagt hätten.

410.000 Österreichische Nutzer betroffen

In Österreich sind 410.000 PlayStation-Nutzer betroffen, rund 40.000 österreichische Nutzer haben Sony-Angaben zufolge Kreditkartendaten hinterleg. Österreichische Konsumenten hätten die Möglichkeit, bei Schäden Sony in Österreich zu klagen, erklärte der Wiener Rechtsanwalt und Datenschutzexperte Rainer Knyrim. Er glaubt jedoch, dass Betroffene durch Kreditkartenunternehmen oder Sony außergerichtlich entschädigt werden würden. (br, red, APA, AFP/DER STANDARD Printausgabe, 29. April 2011)

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    Nach Hackerangriffen auf das Playstation Network wächst der Druck auf Sony: Hacker wollen angeblich 2,2 Millionen Kreditkartennummern gestohlen haben.

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