Eigenblut-Doping nur schwer nachweisbar

29. April 2011, 09:27
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Auffälligkeiten bei Blutparametern wie dem Hämatokrit- oder Hämoglobin-Wert lassen Rückschlüsse auf Eigenblut-Doping zu

Wien - Blutdoping steht auf der Liste der verbotenen Methoden des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Unter diesen Begriff fallen nur Transfusions-Methoden mit Eigen- (autologe) und Fremdblut (homologe Methode). Das seit 1988 gentechnisch hergestellte Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO) zählt dagegen ebenso wie seine "Ableger" Dynepo oder CERA nicht zum Blutdoping, sondern zu den im Spitzensport verbotenen Hormonen.

Blutdoping-Sünder können nur mittels Blutproben überführt werden. Bis zu drei Wochen nach einer Infusion ist der Nachweis möglich. So findet man in positiven Proben vor allem Spuren von Glykol, das in der Medizin verwendet wird, um Blut zu konservieren. Auch eine auffällig hohe Konzentration von Weichmachern, die von der Tiefkühllagerung des Blutes in Plastikbeuteln herrühren, im Harn von Sportlern kann ein Hinweis auf Blutdoping sein.

Leistungssteigernder Effekt

Beim Blutdoping wird rund ein Liter Blut - entweder fremdes, das mit der Blutgruppe und dem Rhesusfaktor des Dopingsünders übereinstimmen muss, oder eben eigenes - dem Körper zugeführt. Da ein Sportler normalerweise über nur maximal acht Liter Blut im Körper verfügen kann, beginnt sich das Volumen sofort zu regulieren. Das heißt der überflüssige Liter, respektive die Plasma-Flüssigkeit, wird vom Körper abgebaut. In der Regel geschieht dies bereits eineinhalb Stunden nach der Transfusion durch Urinausscheidung.

Die roten Blutkörperchen des zugeführten Liters verbleiben dagegen im Blut, womit der vor allem im Ausdauersport förderliche Effekt einer besseren Sauerstoffversorgung der Muskeln erreicht wird. Denn je mehr rote Blutkörperchen vorhanden sind, umso mehr Sauerstoff kann im Körper transportiert werden. Wissenschaftliche Untersuchungen sprechen von Leistungssteigerungen durch Blutdoping von bis zu 15 Prozent. Eine unerwünschte Nebenwirkung dieser im Profisport verbotenen Methode ist der Anstieg der Infektionsgefahr, vor allem bei homologen Verfahren.

Zuverlässiger Nachweis von EPO

Der leistungssteigernde Effekt hält wie im Falle von EPO zwei bis drei Wochen an. Blutdoping ist seit 2004 nachweisbar. Bekannt ist diese verbotene Technik zur Leistungssteigerung seit den 1970er Jahren, sie wurde bereits in den 80er Jahren angewandt, ehe sie in den 90er Jahren von Erythropoietin (EPO) vorübergehend verdrängt wurde. Erst die Entwicklung eines zuverlässigen Dopingtests für EPO zu Beginn des Jahrtausends führte zu einer "Rückbesinnung".

Die Methode mit Eigenblut hat die homologe mittlerweile abgelöst, weil es für die Wissenschaft viel schwieriger ist, diese nachzuweisen. Vor allem Auffälligkeiten bei Blutparametern wie Hämatokrit-, Hämoglobin- oder Erythrozyten-Wert im Blutpass der Athleten lassen Rückschlüsse auf Eigenblut-Doping zu. Aus diesem Grund werden Spitzensportler weltweit regelmäßig getestet und ihre Werte in die sogenannte ADAMS-Datenbank (Anti-Doping Administration and Management System) der WADA eingetragen. (APA)

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    Blutdoping-Sünder können nur mittels Blutproben überführt werden.

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