Uniqa sichert sich Wachstum

29. April 2011, 08:52
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Der Versicherer verdient 2010 deutlich mehr, die Dividende bleibt stabil

Wien - Die börsenotierte Uniqa hat 2010 deutlich mehr verdient und wächst vor allem im Ausland. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) erhöhte sich um 52,8 Prozent auf 153 Mio. Euro. Die Prämieneinnahmen stiegen erstmals über die 6-Mrd.-Euro-Grenze und erreichten den nun veröffentlichten endgültigen Zahlen zufolge ein Plus von 8,4 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro. Wachstumstreiber war die Lebensversicherung. Die Dividende bleibt stabil: Die Aktionäre erhalten 40 Cent je Aktie. Im ersten Quartal 2011 konnte der Versicherungskonzern die Prämieneinnahmen nach vorläufigen Zahlen um 3,5 Prozent auf rund 1,77 Mrd. Euro steigern.

2010 wuchs die Uniqa im internationalen Geschäft um 20,8 Prozent auf rund 2,4 Mrd. Euro, in Österreich gab es einen Zuwachs um 1,9 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro. Die internationalen Prämien waren damit fast so hoch wie die gesamte Konzernprämie im Jahr 2000 mit 2,47 Mrd. Euro. Das internationale Geschäft sei "ausbalanciert" zwischen West- und Osteuropa, sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Konstantin Klien Donnerstagabend bei der Bilanzpressekonferenz. Nachfolger Kliens an der Spitze des UNIQA-Konzerns wird wie berichtet mit 1. Juli der bisherige Vize-Chef Andreas Brandstetter.

Kooperation mit der Veneto Banca

In Westeuropa gab es 2010 ein Prämienplus von 32,6 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Dabei leistete das Lebensversicherungsgeschäft in Italien in Kooperation mit der Veneto Banca einen wesentlichen Beitrag: Die Prämien in Italien lagen bei 482 (291) Mio. Euro. In Osteuropa stiegen die Prämien um 12,2 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro.

Im ersten Quartal 2011 erhöhten sich die Prämien im internationalen Geschäft um 7,6 Prozent auf 715 Mio. Euro, in Österreich um 0,9 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro. Im bisherigen Jahresverlauf liege das Wachstum über Plan, so Klien. Osteuropa entwickle sich besser, die steigenden Neuwagenverkäufe wirkten sich positiv in der Autoversicherung aus. Schadensverlauf, Kosten und Finanzergebnis seien bisher im Plan. Zu möglichen Akquisitionen verwies Klien auf die neuen Eigenkapitalvorschriften für die Branche ("Solvency II"), die ab 2013 gelten sollen. Wenn die Spielregeln bekannt seien, wisse man auch wie viel Kapital man für Akquisitionen zur Verfügung habe. Ziele für mögliche Akquisitionen seien vor allem Osteuropa und Länder, in denen man bereits vertreten sei. Mit Solvency II würden sich internationale Player auch überlegen, ob sie deinvestieren. Die UNIQA ist in 21 europäischen Märkten tätig.

Lebensvericherung wächst kräftig

Die Lebensversicherung war 2010 im Uniqa-Konzern Wachstumstreiber mit einem Plus von 13,1 Prozent auf 2,66 Mrd. Euro Prämien. In den ersten drei Monaten 2011 legte die Sparte nur um 0,4 Prozent zu. Zuwächse gab es im Leben-Geschäft nur im Ausland (+4,9 Prozent). In Österreich war das Geschäft wegen einer phasenverschobenen Entwicklung bei den Einmalerlägen mit minus 2,8 Prozent rückläufig.

Bei den Einmalerlägen habe es im vierten Quartal 2010 angesichts der steuerlichen Änderungen ab Jahresbeginn 2011 Vorziehkäufe gegeben. Die Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung für Österreich werde im Uniqa-Konzern aktuell unverändert bleiben, so der scheidende Vorstandschef Konstantin Klien Donnerstagabend bei der Bilanzpressekonferenz. Die Bandbreite liege zwischen 3,25 bis 3,7 Prozent, bei manchen Spezialprodukten über 4 Prozent.

Die stärksten Zuwächse in der Lebensversicherung verzeichnet im Vorjahr Westeuropa (vorwiegend Italien) mit einem Plus von 84,6 Prozent auf 533 Mio. Euro, gefolgt von Osteuropa mit 11,7 Prozent auf 456 Mio. Euro. In Österreich gab es ein Plus von 1,0 Prozent auf 1,68 Mrd. Euro.

In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Konzernprämien um 5,9 Prozent auf 2,59 Mrd. Euro, davon entfielen 1,36 Mrd. Euro (+2,9 Prozent) auf Österreich, 821 Mio. Euro (+12,5 Prozent) auf Osteuropa und 406 Mio. Euro (+3,7 Prozent) auf Westeuropa. Die Prämieneinnahmen in der Krankenversicherung erhöhten sich um 3,5 Prozent auf 937 Mio. Euro, davon kamen 791 Mio. Euro (+2,3 Prozent) aus Österreich, 162 Mio. Euro (+8,3 Prozent) aus Westeuropa und 17 Mio. Euro (+16,4 Prozent) aus Osteuropa. Im ersten Quartal 2011 erhöhten sich die Konzern-Prämien in Schaden/Unfall um 5,8 Prozent und in der Krankenversicherung um rund 4,3 Prozent.

Die Versicherungsleistungen (vor Rückversicherung) stiegen 2010 um 6,6 Prozent auf 4,57 Mrd. Euro. In der Schaden/Unfallversicherung waren für den Zuwachs um 4,3 Prozent auf 1,77 Mrd. Euro vor allem Großschäden, Flutereignisse und der strenge Winter - im internationalen Geschäft - verantwortlich. Die Schäden aus Naturkatastrophen lagen bei der Uniqaim Vorjahr bei 114 Mio. Euro (brutto) und fielen praktisch zur Gänze im Ausland an. Die Kostenquote lag im Konzern netto bei 22,6 (22,9) Prozent, die Combined Ratio (brutto) bei 101,7 (102,6) Prozent.

Die Kapitalanlagen (inklusive fonds- und indexgebundene Lebensversicherung) stiegen um 7 Prozent auf 24,25 Mrd. Euro. Die Nettoerträge aus Kapitalanlagen erhöhten sich um 17,3 Prozent auf 841 Mio. Euro. Beschäftigt waren im Uniqa-Konzern 2010 durchschnittlich 15.066 (15.107) Mitarbeiter. (APA)

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