Eta verzichtet auf "Revolutionssteuer"

28. April 2011, 21:54
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Baskische Geschäftsleuten sollen nicht mehr erpresst werden

Madrid - Die baskische Untergrundorganisation ETA will Geschäftsleuten kein Geld mehr abpressen. Sie hätten einen entsprechenden Brief der ETA erhalten, wonach auf die "Revolutionssteuer" verzichtet werde, teilten die Arbeitgeberorganisationen Confebask und CEN am Donnerstag mit. Dies seien "positive und hoffnungsvolle Neuigkeiten", sagte eine Confebask-Sprecherin, "aber wir müssen vorsichtig bleiben". Laut der CEN haben ihre Mitglieder bereits seit Oktober keine Geldforderungen mehr erhalten. Die ETA hatte im Januar einen Waffenstillstand erklärt. In der Zeit vorheriger Waffenstillstände von 1998 bis 1999 und von 2006 bis 2007 war die "Revolutionssteuer" weiter eingetrieben worden.

Die Geldforderungen waren bisher die Haupteinnahmequelle der ETA. Die Firmen erhalten Briefe, in denen eine genaue Summe genannt wird, die sie zahlen sollen. Die Spannweite reicht von mehreren tausend Euro bis zu mehreren hunderttausend Euro. Wer nicht zahlt, erhält eine Mahnung mit höheren Forderungen und muss mit Repressalien rechnen. Am Sonntag hatte die ETA in einer Erklärung den Beginn einer "neuen Ära" angekündigt.

Die von der Europäischen Union als Terrororganisation eingestufte ETA kämpft seit mehr als vier Jahrzehnten gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Nordspanien und Südfrankreich. Sie wird für den Tod von fast 830 Menschen verantwortlich gemacht. (APA)

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