Die Geburtsurkunde

28. April 2011, 19:36
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Obama hat nie wirklich gekämpft: Er versucht immer noch, der über den Parteien stehende "Einiger" zu sein

Seit seinem Amtsantritt ist Barack Obama nicht aus der Defensive gegenüber der verrückten Rechten der USA herausgekommen. Das Problem dabei ist, dass die verrückte Rechte nicht nur die Tea Party und waffenstarrende Hinterwäldler-Milizen umfasst, sondern praktisch schon einen Großteil der Republikanischen Partei.

Obama sah sich jetzt gezwungen, die Langfassung seiner Geburtsurkunde aus einem Spital in Hawaii zu veröffentlichen. Die sogenannten "Birther" behaupten nämlich, er sei nicht in den USA (sondern in Kenia) geboren und sitze daher illegitim im Weißen Haus. Das behauptet auch der egomanische Milliardär und Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Glauben tun es rund 40 Prozent aller Republikaner. Die "Birther" sind dadurch nicht zufriedenzustellen (Trump sagt jetzt: "Ja, aber er hat sein College-Zeugnis gefälscht ..." ). Der Präsident der Vereinigten Staaten wird sie nicht überzeugen, sondern nur sich selbst (weiter) erniedrigen.

Die Wahrheit ist natürlich, dass die verrückte Rechte keinen Schwarzen als Präsidenten akzeptiert. Aber Obama hat nie wirklich gekämpft. Er versucht immer noch, der über den Parteien stehende "Einiger" zu sein, statt zu kämpfen. Er hat seine Sache nie kämpferisch ins Volk getragen und den Leuten, die den Sozialstaat und die Steuern für die Reichen abschaffen wollen, den Verschwörungstheoretikern und den Rassisten die politische Hegemonie überlassen. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 29.4.2011)

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